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27.11.2025 | (rsn) – Auf der Liste mit den großen Überraschungen des Jahres 2025 muss Jan Huber (Remax Racingteam) unbedingt vermerkt sein. Denn der 20-jährige Schweizer war vor der Saison ein unbeschriebenes Blatt, wechselte von Mountainbike auf die Straße.
Er bestritt einige Rennen in der Schweiz, von denen er sogar eines gewann, was ihm auf den Schirm des Nationalteams brachte. Nach guten Einsätzen fand Huber sich im WM-Trio der U23 und gewann im Straßenrennen hinter dem Italiener Lorenzo Finn (Red Bull Bora – hansgrohe Rookies) und vor dem Österreicher Marco Schrettl (Tirol - KTM Cycling Team) die Silbermedaille.
Die Mannschaft, für die er 2025 seine Lizenz löste, war ursprünglich ein Mountainbike-Team, das von Jahr zu Jahr personell immer mehr ausdünnte. Am Ende verblieb nur mehr Huber, der bei seinen ersten Rennen noch von seinem Vater und seiner Mutter unterstützt wurde, die sich um die Soigneur-Arbeiten kümmerten. ___STEADY_PAYWALL___
Trainiert wird Huber seit dieser Saison von einen ehemaligen Profi, dem Südafrikaner Jay Robert Thompson, der mittlerweile in Deutschland seinen Lebensmittelpunkt gefunden hat. Unterstützt von seinem Coach füllte er das Scouting-Formular bei Tudor Pro Cycling aus, übermittelte seine Daten und wurde zu einem Scouting-Tag eingeladen, den er erfolgreicht absolvierte, so dass Huber die nächsten beiden Jahre im Development-Team der Schweizer fahren wird.
Ein fast unbekanntes Gesicht eroberte WM-Silber im Straßenrennen der U23 | Foto: Cor Vos
“Es lag aber sicher nicht nur an den Werten, sondern sie haben auch gesehen, wie gut ich gefahren bin“, erinnerte er sich. Denn nach seinen guten Leistungen zu Saisonbeginn wurde Huber für das Nationalteam nominiert, das mit Stefan Küng (Groupama – FDJ), Jan Christen (UAE - Emirates – XRG) und Stefan Bissegger (Decathlon - AG2R La Mondiale) beim Grand Prix Gippingen sehr prominent besetzt war. Huber absolvierte seine Helferdienste recht gut und hielt bis zum letzten Anstieg mit der vordersten Gruppe mit. Deshalb wurde er auch für die Tour de l’Avenir gemeldet.
“Es war ein sehr spezieller Tag für mich, denn es ist mein Heimrennen und viele Leute, die ich kannte, standen an der Strecke und konnten mich im Trikot des Nationalteams sehen“, blickte Huber freudig zurück. Auch die prominenten Teamkollegen zeigten sich von seiner Leistung überrascht und zollten ihren Respekt: “Es war sehr speziell, mit ihnen zu fahren, denn davor habe ich sie eigentlich nur vom Fernsehen gekannt.“
Die nächste Empfehlung für höhere Aufgaben lieferte Huber dann in Frankreich bei der L’Avenir, wo er als Elfter das schwere Rennen beenden konnte. “Das Rennen war vor allem gewöhnungsbedürftig, weil ich an so lange Anstiege gar nicht gewohnt war“, meinte der Schweizer, der dadurch in die Aufgebote für die Welt- und Europameisterschaften in der U23 aufgenommen wurde.
Das Podium des WM-Straßenrennens der U23 von Kigali | Foto: Cor Vos
In Kigali bestritt er auch das WM-Zeitfahren, der Fokus lag aber auf dem Straßenrennen. “Die Vorfreude auf die WM war riesig, weil es auch meine erste war. Im Zeitfahren erwischte ich nicht den besten Tag, aber im Hinblick auf das Straßenrennen war es wichtig, sich mal an die Höhe und die Hitze zu gewöhnen und zu sehen, wie der Körper reagiert“, so Huber, der auch ein wenig von seiner Außenseiterrolle profitierte..
Auf Rang 17 im Zeitfahren folgte Silber im Straßenrennen | Foto: Cor Vos
Am Ende des Ausscheidungsrennen war der Schweizer der einzige, der bis zum Finale dem Italiener Finn folgen konnte. “Als wir dann nur mehr zu zweit waren, war ich mir sicher, dass ich die Medaille gewinnen kann“, erinnerte er sich und fügte an: “Am Ende waren die guten Beine mitentscheidend, aber es war sicherlich ein Vorteil, dass sie mich auch nicht so gut kannten“, so der 20-Jährige, der mit Silber im Straßenrennen seinen bislang wohl größten Erfolg einfahren konnte.
Nun will sich Huber in der Nachwuchsformation von Tudor weiter entwickeln. Bis zum Ende seiner U23-Zeit hat er sich an das Team gebunden. “Es ist sicher die beste Lösung für mich. Mein Großes Ziel ist es, Profi zu werden und vom Sport leben zu können“, erzählte er abschließend.
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