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01.07.2026 | (rsn) – Zum damaligen 50. Geburtstag der Tour de France beschenkte sich die Organisation 1953 selbst. Präsentiert wurde eine Sonderwertung, die fortan den besten Sprinter der Frankreich-Rundfahrt ehren sollte.
Damit sollte zum einen zusätzliche Spannung erzeugt, zum anderen aber auch ein Punktesystem wieder installiert werden, mit dem in der Anfangszeit für einige Jahre der Tour der Gesamtsieger ermittelt wurde. Die Farbe des Trikots geht wie beim Berg- und dem Gelben Trikot auf den ersten Sponsor zurück: La Belle Jardinière, eine französische Kleidermarke.
Wegen eines Sponsorenwechsels 1968 war das Trikot für ein Jahr in roter Farbe gehalten. Danach kehrte man Grün zurück, das seit 2022 allerdings einen neuen, dunkleren Ton bekam. Rekordhalter ist Peter Sagan, der das Maillot Vert zwischen 2012 und 2019 siebenmal gewann. Lediglich 2017 ging der Slowake nach einer – wie sich später vor dem Sportgerichtshof CAS herausstellte – unrechtmäßigen Disqualifikation leer aus.
Nicht nur in Deutschland ist das Grüne Trikot untrennbar mit Erik Zabel verbunden. Wegen Sagans Disqualifikation ist der gebürtige Berliner der Fahrer mit der längsten Siegesserie. Er gewann von 1996 bis 2001 sechs Grüne Trikots in Folge. Neben Zabel holten mit Rudi Altig (1962) und Olaf Ludwig (1990) noch zwei weitere Deutsche das Maillot Vert. Den Topsprintern André Greipel und Marcel Kittel blieb es hingegen trotz zahlreicher Etappensiege verwehrt, das Grüne Trikot in Paris überzustreifen.
Im vergangenen Jahr sicherte sich Jonathan Milan (Lidl – Trek) die Punktwertung vor dem Gesamtsieger Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG). Von den diesjährigen Teilnehmern waren in der Vergangenheit auch schon Biniam Girmay (NSN, 2024), Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech, 2024) und Michael Matthews (Jayco – AlUla, 2017) erfolgreich.
Einzelzeitfahren (16. Etappe) und Bergetappen (19. und 20.):
20, 17, 15, 13, 11, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 Punkte für die Top 15
Mittelschwere Etappen (2., 3., 9. und 18.)
30-25-22-19-17-15-13-11-9-7-6-5-4-3-2 Punkte für die Top 15
Leichte Etappen (4., 13., 17. und 21.)
50-30-20-18-16-14-12-10-8-7-6-5- 4-3-2 Punkte für die Top 15
Flachetappen (5., 7., 8., 11. und 12.):
70-50-40-35-30-26-24-22-20-18-16-14-12-10-8-6-4-2 Punkte für die Top 18
Zwischensprints
25-20-16-14-12-10-8-7-6-5-4-3-2-1 Punkte für die Top 15
Natürlich sind auch diesmal an erster Stelle die Sprinter zu nennen. Mit Philipsen und Girmay haben zwei frühere Gewinner ihre erneuten Ambitionen deutlich gemacht. MIlan ist diesmal nicht dabei, dafür möchte Teamkollege Mads Pedersen - der 2025 die Punktewertungen beim Giro d’Italia und der Vuelta a Espana gewann - nun erstmals auch das Grüne Trikot holen.
Der Belgier Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) ist zwar eine der schnellsten Fahrer im Feld, hat aber nur selten Interesse an der Punktewertung, weil er sich bergauf schwerer tut als etwa Pedersen und an den Zwischensprints deswegen zu viele Punkte liegen lässt. Ähnliches trifft auch auf seinen Landsmann Arnaud De Lie (Lotto – Intermarché) zu, der seine Bergauf-Qualitäten seit längerer Zeit verloren zu haben scheint. Sollte er sie wiederfinden, würde der 24-Jährige in den Kreis der Favoriten aufsteigen.
Hinter Milan wurde Pogacar 2025 Zweiter der Punktewertung. Wegen einer Regeländerung dürfte es für den Weltranglistenersten aber diesmal deutlich schwerer werden,quasi im Vorbeigehen eine Rolle im Kampf um das Grüne Trikot zu spielen.
1953 Fritz Schär (SUI)
1954 Ferdinand Kübler (SUI)
1955 Stan Ockers (BEL)
1956 Stan Ockers (BEL)
1957 Jean Forestier (FRA)
1958 Jean Graczyk (FRA)
1959 André Darrigade (FRA)
1960 Jean Graczyk (FRA)
1961 André Darrigade (FRA)
1962 Rudi Altig (FRG)
1963 Rik Van Looy (BEL)
1964 Jan Janssen (NED)
1965 Jan Janssen (NED)
1966 Willy Planckaert (BEL)
1967 Jan Janssen (NED)
1968 Franco Bitossi (ITA)
1969 Eddy Merckx (BEL)
1970 Eddy Merckx (BEL)
1971 Eddy Merckx (BEL)
1972 Eddy Merckx (BEL)
1973 Herman Van Springel (BEL)
1974 Patrick Sercu (BEL)
1975 Gerben Karstens (NED)
1976 Freddy Maertens (BEL)
1977 Freddy Maertens (BEL)
1978 Freddy Maertens (BEL)
1979 Giuseppe Saronni (ITA)
1980 Rudy Pevenage (BEL)
1981 Freddy Maertens (BEL)
1982 Sean Kelly (IRL)
1983 Sean Kelly (IRL)
1984 Frank Hoste (BEL)
1985 Sean Kelly (IRL)
1986 Eric Vanderaerden (BEL)
1987 Stephen Roche (IRL)
1988 Eddy Planckaert (BEL)
1989 Sean Kelly (IRL)
1990 Olaf Ludwig (GER)
1991 Djamolidine Abdoujaparov (URS)
1992 Laurent Jalabert (FRA)
1993 Djamolidine Abdoujaparov (UZB)
1994 Djamolidine Abdoujaparov (UZB)
1995 Laurent Jalabert (FRA)
1996 Erik Zabel (GER)
1997 Erik Zabel (GER)
1998 Erik Zabel (GER)
1999 Erik Zabel (GER)
2000 Erik Zabel (GER)
2001 Erik Zabel (GER)
2002 Robbie McEwen (AUS)
2003 Robbie McEwen (AUS)
2004 Robbie McEwen (AUS)
2005 Thor Hushovd (NOR)
2006 Robbie McEwen (AUS)
2007 Tom Boonen (BEL)
2008 Oscar Freire (ESP)
2009 Thor Hushovd (NOR)
2010 Alessandro Petacchi (ITA)
2011 Mark Cavendish (GBR)
2012 Peter Sagan (SVK)
2013 Peter Sagan (SVK)
2014 Peter Sagan (SVK)
2015 Peter Sagan (SVK)
2016 Peter Sagan (SVK)
2017 Michael Matthews (AUS)
2018 Peter Sagan (SVK)
2019 Peter Sagan (SVK)
2020 Sam Bennett (IRL)
2021 Mark Cavendish (GBR)
2022 Wout van Aert (BEL)
2023 Jasper Philipsen (BEL)
2024 Biniam Girmay (ERI)
2025 Jonathan Milan (ITA)