Italiener will zur WM nach Kanada

Pellizzari sendet Nationalcoach Amadio in der Toskana ein Zeichen

Von Kevin Kempf

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Giulio Pellizzari (Red Bull - Bora - hansgrohe) auf dem Podium des Giro della Toscana (1.1. | Foto: Cor Vos

09.09.2026  |  (rsn) – Mit eine Red-Bull-Sieg endete das Comeback von Florian Lipowitz beim Giro della Toscana (1.1). Für den zeigte aber nicht der Deutsche verantwortlich, sondern Giulio Pellizzari, der sich mit neun weiteren Fahrern am letzten Anstieg des Tages absetzte und seine Begleiter kurz nach dem Teufelslappen stehen ließ. 

Der Italiener feierte schon seinen sechsten Saisonerfolg für die Raublinger und folgte auf der Siegerliste auf seinen Freund Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG), der 2025 sieben italienische Herbstklassiker für sich entschied, darunter eben auch den Giro della Toscana.

Richtig zufrieden war Pellizzari trotz des Sieges aber nicht. “Die Werte am Berg waren nicht besonders gut, aber ich wusste, dass das Rennen im Finale entschieden wird“, meinte der 22-Jährige in der Pressemitteilung seines Arbeitgebers mit Blick auf den Monte Serra. Und mit der Einschätzung hatte er Recht – auch wenn es nach der Abfahrt auf den letzten 17 flachen Kilometern noch einmal knapp wurde für die zehn Spitzenreiter.

“Oben auf dem letzten Berg hat sich dann die Gruppe um Giulio gebildet, aber die Verfolger mit Jai waren nie weit weg“, meinte der Sportliche Leiter Cesare Benedetti mit Blick auf die 24 Verfolger, zu denen neben Jai Hindley auch Felix Engelhardt (Jayco – AlUla) und Jannis Peter (Unibet – Rose Rockets) gehörten. “Auf den letzten Kilometern wurde der Abstand dann aber wirklich gering“, meinte der Pole in der Pressemitteilung weiter.

Das lag auch an Pellizzari. Der wollte nämlich mit noch vier zu fahrenden Kilometer plötzlich nicht mehr durch die Führung gehen. “Ich habe versucht, so viel Kraft wie möglich zu sparen, um auf dem letzten Kilometer alles geben zu können. Es ist gut gelaufen", so der Kletterer. Seine Gruppe verlor auf tausend Metern mehr als die Hälfte des 20 Sekunden großen Vorsprungs, bevor auch dort Sand ins Getriebe kam. 

Vorn berappelte man sich wieder und machte den Sieg dann doch unter sich aus. Allerdings nicht im Sprint, denn dem ging Pellizzari mit seiner beherzten Attacke intuitiv aus dem Weg: "Ich hatte nichts geplant, die Situation hat sich einfach so ergeben.“

Mit Kanada im Hinterkopf durch die Toskana

Der Sieg beim Giro della Toscana war nicht Pellizzaris einziges Ziel, wie er im Ziel-Interview erzählte. Von seinem Arbeitgeber wurde er nicht für die diese Woche stattfindenden WorldTour-Rennen in Kanada nominiert, für die WM in Montreal würde er vom italienischen Teamcoach Roberto Amadio gern berücksichtigt werden. “Wir haben heute Morgen und letzte Nacht gesprochen. Er sagte, er wollte ein Zeichen sehen. Ich hoffe, ich habe ihm eins gegeben“, erzählte der Red-Bull-Profi.

Ebenfalls zur WM nach Kanada will Lipowitz – wenn die Form stimmt, wie er vor seinem Comeback klarstellte. Auf den 189 Kilometern rund um Pontedera kam der Deutsche als 78. ins Ziel, wobei er aber keineswegs ein anonymes Rennen hinlegte. “Zwischen den beiden Anstiegen haben wir kurz das Momentum verloren, als eine Gruppe ohne uns ging. Florian hat die Lücke dann aber gut zugefahren“, lobte  Benedetti im Red-Bull-Bulletin den 25-Jährigen.

Damit hat Lipowitz sieben Wochen nach seinem Tour-Sturz noch nicht die Rolle bekommen, die er normalerweise bei Rennen dieser Art einnehmen würde. In den kommenden Tagen hat er in Italien aber die Chance, seine Form weiter zu verbessern. 

Während er die Coppa Sabatini am Donnerstag auslässt, könnte er am Samstag beim Memorial Marco Pantani und am Sonntag bei der Trofeo Matteotti wieder am Start stehen. Am Samstag ist auch Pellizzari wieder mit dabei.

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