Drama im Einzelzeitfahren der Tour

Lipowitz zieht sich bei schwerem Sturz Schlüsselbeinbruch zu

Von Felix Mattis und Joachim Logisch (Thonon-Les-Bains)

Foto zu dem Text "Lipowitz zieht sich bei schwerem Sturz Schlüsselbeinbruch zu"
Florian Lipowitz (im weißen Umhang) verlässt den Röntgenwagen der Tour de France. | Foto: Felix Mattis

21.07.2026  |  (rsn) - Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) hat sich bei seinem schweren Sturz im Einzelzeitfahren der 113. Tour de France einen Schüsselbeinbruch zugezogen. Das teilte sein Team am Abend mit.

"Nach seinen beeindruckenden Leistungen und den vielen besonderen Momenten in den vergangenen zwei Wochen ist dies ein bitteres und viel zu frühes Ende seiner Tour de France 2026", schrieb Red Bull - Bora - hansgrohe in einer Pressemitteilung nach der 16. Etappe. "Das gesamte Team steht geschlossen hinter Florian und wird ihn auf seinem Weg zurück bestmöglich unterstützen. Unser Fokus liegt nun auf seiner Genesung."

Kurz zuvor hatte Teamchef Ralph Denk noch den Medienvertretern vor Ort noch für Fragen zur Verfügung gestanden und dabei erklärt: "Super schade, dass er nicht weitermachen kann, wir werden ihn nicht nur im Kampf um das Podium, sondern auch als Menschen hier vermissen. Wir haben heute zwar gewonnen, aber das ist nicht super geil für uns. Das tut mir auch für den Remco (Evenepoel) leid, dass hier jetzt nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist."

Teamkollege Evenepoel hatte sich seinen zweiten Tagessieg in Folge mit 28 Sekunden Vorsprung auf Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) gesichert, der sein Gelbes Trikot souverän behauptete.

Der 25-jährige Lipowitz war auf dem 26,1 Kilometer langen Kurs von Evian-Les-Bains nach Thonon-Les-Bains wenige Kilometer vor dem Ziel schwer gestürzt. Auf den Fernsehbildern war danach zu sehen, dass er sich die rechte Schulter hielt. Nach einer mehrminütigen Behandlung konnte er zwar wieder aufstehen, an eine Weiterfahrt war aber nicht mehr zu denken. 

Der Gesamtdritte der Tour 2025 hatte nach der dritten Zwischenzeit an vierter Stelle gelegen, als er in einer Rechtskurve ausrutschte und in die Absicherung an der Seite schlitterte. Der Verunglückte wurde zunächst zum Röntgenwagen der Tour gefahren, wo er 20 Minuten untersucht wurde. Zu sehen war, dass seine rechte Schulter tief aufgeschürft war und blutete. Als er den Röntgenwagen wieder verließ, hatten die Ärzte ihm einen weißen Umhang um den Oberkörper gelegt.

Obwohl ein Teamfahrzeug wartete, stieg der Verunglückte wieder hinten in den Krankenwagen, weil er dort wohl im Bezug auf seine Verletzungen komfortabler transportiert werden konnte.

Denk: "Im Endeffekt war er zu schnell"

"Er war sicherlich nicht zu langsam und in einem solchen Zeitfahren geht mal halt volles Risiko und man auch nur ein kleines Zeitfenster, um die Strecke zu begutachten", antwortete Denk auf die Frage nach der möglichen Sturzursache. "Die Strecke war gestern, wo wir Zeit gehabt hätten, nicht gesperrt, heute Nachmittag war es nur ein kurzes Zeitfenster und da musst du dir 26 Kilometer einprägen. Klar kriegst Du aus dem Auto Deine Ansagen und so weiter, aber im Endeffekt war er zu schnell."

Zum Zeitpunkt seines Ausscheidens lag Lipowitz auf Rang fünf der Gesamtwertung bereits 6:48 Minuten hinter Pogacar, zu Platz drei fehlten im jedoch nur 50 Sekunden. Mit seinem souveräne Zeitfahrsieg festigte Evenepoel seinen zweiten Platz im Gesamtklassement, was Denk mit den Worten kommentierte: "Wir werden das Podium sicher nicht herschenken, es wird ein harter Kampf, hohe Berge kommen. Aber wir haben einen starken Remco und wir haben eine starke Mannschaft."

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