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13.09.2026 | (rsn) – Nach drei zweiten Plätzen hat Enric Mas (Movistar) im achten Anlauf erstmals die Spanien-Rundfahrt für sich entschieden. Auf der abschließenden 21. Etappe der 81. Vuelta a Espana (2.UWT) über 112 Kilometer mit Start und Ziel in Granada geriet das Rote Trikot des 31-jährigen Katalanen nicht mehr in Gefahr, so dass Mas den größten Erfolg seiner Karriere feiern konnte.
Den letzten Tagessieg sicherte sich in einem spannenden Finale über den spektakulären, 2,1 Kilometer langen und im Schnitt gut sechs Prozent Alhambra-Anstieg, der Norweger Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility), der sich in einem packenden Sprint knapp gegen den Italiener Alessandro Romele (XDS – Astana) durchsetzte und seinen ersten Grand-Tour-Tagessieg verbuchen konnte.
“Ich hätte es heute nicht erwartet. Ich wollte den letzten Tag von Corts (Teamkollege Magnus Cort d. Red.) Karriere zu einem Besonderen für ihn machen. In der letzten Runde habe ich dann gehört, dass ich in der Spitzengruppe bin und habe keine Tempoarbeit gemacht, damit Cort vielleicht wieder zurückkommt. Am Ende habe ich gesehen, dass wir einen Abstand hatten, und ich war so fokussiert, diesen Sieg zu holen, denn ich habe schon eine lange Zeit an diese Türe angeklopft. Es ist über drei Jahre her, seit ich das letzte Mal gewonnen habe. Es fühlt sich sehr besonders an, es heute zu schaffen. Ich bin so glücklich", sagte der 27-jährige Johannessen im Flash-Interview zu seinem fünften Sieg bei den Profis und seinem seit der Luxemburg-Rundfahrt 2023, als er die Schlussetappe gewinnen konnte.
Dritter wurde der Belgier Ramses Debruyne (Alpecin – Premier Tech) vor dem Briten Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike), der seinen sechsten Vuelta-Etappensieg knapp verpasste, und dem Franzosen Bastien Tronchon (Groupama - FDJ United). Eine starke Leitung auch zum Vuelta-Abschluss zeigte Marco Brenner (Tudor), der in der entscheidenden Gruppe dabei war, die sich am letzten Anstieg des Tages gebildet hatte, und in Granada als bester deutscher Fahrer Rang zehn belegte.
Da die Zeit für die Gesamtwertung bereits vor der zehn Kilometer langen Schlussrunde genommen wurde, mussten die Klassementfahrer kein spätes Risiko mehr eingehen und erreichten mehrere Minuten nach Johannessen das Ziel.Mas hatte nach dem Ausscheiden des bis dahin überragenden Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) nach dessen Sturz auf der 8. Etappe das Rote Trikot übernommen und es danach souverän verteidigt, um seine erste dreiwöchige Rundfahrt zu gewinnen.
“Es ist einfach sehr speziell. Es war ein unvergesslicher Tag und eine sehr spezielle Vuelta. Es ist einfach wunderbar", kommentierte Mas im Ziel seinen erst achten Sieg als Profi, von denen er fünf in seiner Heimat bejubeln konnte. "Ich musste lange darauf warten. Und es war ein langer Weg bis zu diesem Tag. Ehrlicherweise waren alle Vueltas immer speziell. Aber diese hier definitiv die Speziellste. Ich konnte jeden Kilometer heute genießen."
Dagegen verpasste Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) einen möglichen fünften Vuelta-Gesamtsieg und musste sich 2:15 Minuten hinter Mas mit dem zweiten Rang begnügen. Der Österreicher Felix Gall (Decathlon – CMA CGM ) behauptete den dritten Platz und beendete damit seine zweite Grand Tour des Jahres auf dem Podium, nachdem er zuvor beim Giro d’Italia bereits Zweiter geworden war.
Gesamtvierter wurde der Ecuadorianer Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) vor dem US-Amerikaner Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike) und dem Briten Oscar Onley (Netcompany – Ineos), der sich die Nachwuchswertung vor dem slowenischen Gesamtsiebten Jakob Omrzel (Bahrain Victorious) sicherte.
Das Grüne Trikot des punktbesten Fahrers ging an den Belgier Wout van Aert (Visma – Lease a Bike), der zudem noch zwei Etappen gewann. Sein Teamkollege Matthew Brennan war als Grand-Tour-Debütant mit fünf Tagessiegen der erfolgreichste Profi dieser Vuelta und belegte in der Punktewertung Rang zwei.
Bergkönig wurde der Kolumbianer Santiago Buitrago (Bahrain Victorious), der nach spannendem Kampf um das Gepunktete Trikot van Aert auf den zweiten Platz verwies. Galls Decathlon-Equipe gewann überlegen die Teamwertung.
Bester der sieben gestarteten deutschen Teilnehmer war Emanuel Buchmann (Cofidis) auf Rang 25. Für den einzigen deutschen Etappensieg sorgte der 24-jährige Brenner, der die schwere 14. Etappe für sich entschied.
Bevor der Startschuss zur Schlussetappe fiel, wurden gleich fünf Fahrer geehrt: Steven Kruijswijk (Visma - Lease a Bike), David de la Cruz (Pinarello - Q36.5), Pello Bilbao (Bahrain Victorious), Magnus Cort (Uno - X Mobility) und Jesus Herrada (Burgos - Burpellet BH) gaben ihre Abschiedsvorstellung bei einer Grand Tour, ehe sie alle am Saisonende ihre Karrieren beenden. Nach Intervention der Teams beschlossen die Organisatoren, die letzte der vier Runden à zehn Kilometer neutralisiert zu fahren und die Zeit für die Gesamtwertung nach der vorletzten Runde zu nehmen.
Auf den ersten Kilometern zeigte sich das in roten Hosen und Weißen Jerseys angetretene Movistar-Team an der Spitze des noch 142 Fahrer starken Feldes, das bis zur ersten Zieldurchfahrt in eher gemächlichem Tempo unterwegs war. Im ersten Alhambra-Anstieg kontrollierten auf der meist schmalen Straße die Spanier gemeinsam mit Visma - Lease a Bike das Geschehen.
Das Streckenprofil der 21. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter
Kurz vor der zweiten Zieldurchfahrt zog die Groupama-Equipe nach vorn, ehe im oberen Teil des Alhambra-Anstiegs Tronchon mit seiner Attacke eine rund neunköpfige Spitzengruppe initiierte, zu der auch Romele, Brennan, Thibau Nys (Lidl – Trek), Valentin Paret – Peintre (Soudal – Quick-Step), Finn Fisher-Black (Red Bull – Bora – hansgrohe), Leo Bisiaux (Decathlon – CMA CGM), Axel Laurance (Netcompany – Ineos) und Milan Vader (Pinarello – Q36.5) gehörten.
Im Feld sorgten zunächst Bergkönig Buitrago und dann Uno-X für Tempo, wogegen die Klassementfahrer um das Rote Trikot die Beine hochnahmen. Im vorletzten Alhambra-Anstieg schloss die Verfolgergruppe mit Buitrago und van Aert zur Spitze auf. Kurz darauf attackierten Bisiaux und Jarno Widar (Lotto – Intermarché) vergeblich. An der vorletzten Zieldurchfahrt, an der die Zeit für die Gesamtwertung gestoppt wurde, lag die rund 50-köpfige Spitzengruppe eineinhalb Minuten vor den Verfolgern.
An der finalen Überquerung der Alhambra lancierte Pau Miquel (Bahrain Victorious) seinen Teamkollegen Bilbao, der neun Kilometer vor dem Ziel attackierte und sich einen kleinen Vorsprung. Van Aert verlor hier den Anschluss, ehe Laurance kurz vor dem Gipfel den Konter setzte. In der rasend schnellen Abfahrt kamen die Verfolger, darunter auch Johannessen und Brennen, aber wieder an den Franzosen heran.
Auf den letzten Kilometern schien Brennan in der rund zehnköpfigen Spitzengruppe alles unter Kontrolle zu haben, doch einer weiteren Attacke von Laurance 2,5 Kilometer vor dem Ziel hatte der junge Brite nichts entgegenzusetzen. Dagegen schafften Debruyne, Johannessen und Romele den Anschluss und wurden dann Laurance los. In einem langgezogenen Sprint von der Spitze weg schüttelte Johannessen Debruyne frühzeitig ab und verwies in einem spannenden Duell Romele mit Tigersprung auf Rang zwei.
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