RSNplusTudor-Duo auf 2 und 3 in den Abruzzen

“Keine schlechte Ausgangslage“: Jasch und Rondel lauern

Von Matthias Seng

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Lennart Jasch (Tudor) nach seinem Etappensieg beim Giro d´Abruzzo | Foto: Cor Vos

17.09.2026  |  (rsn) – Als Netcompany – Ineos in der letzten Abfahrt des Tages im Feld das Tempo hochschraubte, schien das Schicksal des Ausreißertrios besiegelt. Schnell wurde der Rückstand auf Lennart Jasch (Tudor) und seine Begleiter Matteo Scalco (XDS – Astana Development) und Mattia Bais (Polti – VisitMalta) um die Hälfte auf nur noch rund 15 Sekunden reduziert.

Doch der Deutsche dachte gar nicht daran, die Beine hochzunehmen, sondern ließ mit einer entschlossenen Attacke 1,2 Kilometer vor dem Ziel die beiden Italiener stehen und behauptete im kurz darauf folgenden Schlussanstieg seinen Vorsprung, um die 2. Etappe des Giro d'Abruzzo (2.1) souverän für sich zu entscheiden. ___STEADY_PAYWALL___

Mit seinem zweiten Saisonsieg machte der 25-jährige Oberbayer gleich neun Positionen im Gesamtklassement der viertägigen Rundfahrt gut und liegt als neuer Gesamtzweiter nur noch vier Sekunden hinter Auftaktsieger Alessandro Fancellu (MBH Bank). Damit hat Jasch gute Chancen, die Nachfolge von Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché) anzutreten, der sich im vergangenen Jahr den Gesamtsieg in den Abruzzen gesichert hatte. 

Damals war Jaschs Teamkollege Marco Brenner Sechster geworden, ein Ergebnis, das Tudor bei der 8. Ausgabe der Rundfahrt übertreffen sollte, zumal Jasch nicht die einzige Trumpfkarte ist, die der Schweizer Zweitdivisionär spielen kann.

Lennart Jasch (Tudor, re.) kurz vor seiner entscheidenden Attacke auf der 2. Etappe der Abruzzen-Rundfahrt. | Foto: Cor Vos

“Stand jetzt haben wir mit Mathys Rondel und mir zwei Fahrer in aussichtsreicher Position in der Gesamtwertung; keine schlechte Ausgangslage für die verbleibenden beiden Etappen“, so der Deutsche Vizemeister auf Nachfrage von RSN zu den Ambitionen im Klassement.

Der 22-jährige Franzose, der auf der 1. Etappe Zweiter geworden war, weist in der Gesamtwertung auch nur sechs Sekunden Rückstand gegenüber Fancellu auf und hatte mit dem Feld mit den weiteren Favoriten neun Sekunden hinter Jasch das Ziel in Caramanico Terme erreicht. Der wollte sich ursprünglich in Rondels Dienst stellen und reagierte nur, als Scalco im letzten Anstieg des Tages davonzog. Dann aber nutzte der Deutsche mit aller Entschlossenheit die sich ihm bietende Chance. Letztlich fehlte sogar nicht viel und Jasch hätte Fancellu das grün-blaue Führungstrikot abgenommen.

So liegt er gemeinsam mit Rondel, der das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers trägt, in Lauerposition, was aber auch für Routinier Diego Ulissi (XDS – Astana Development / +0:08) auf Rang vier und den siebtplatzierten Netcompany-Kapitän Kévin Vauquelin (+0:12) gilt.

Mit Mathys Rondel (im Weißen Trikot) bildet Jasch in den Abruzzen nun eine Doppelspitze im Kampf um den Gesamtsieg. | Foto: Cor Vos

Noch in diesem Monat hat Jasch seinen nächsten Rundfahrteinsatz, und zwar in Malaysia bei der am 27. September beginnenden Tour de Langkawi (2.Pro) – am Tag des WM-Straßenrennens von Montréal übrigens. Trotz des schweren Rundkurses dort habe eine mögliche Teilnahme nach seinen Angaben nie zur Diskussion gestanden.

 “Die WM war für mich und in meiner Planung nie ein Thema“, betonte Jasch, der Anfang Juni vom Tudor-Nachwuchsteam zu den Profis gewechselt war und gleich in seinem ersten Rennen für Furore gesorgt hatte. Beim Dauphiné-Nachfolger Tour Auvergne – Rhone-Alpes belegte er Rang 16 der Gesamtwertung und war damit bester deutscher Fahrer.

In den Abruzzen könnte er nun einen weiteren Paukenschlag landen.

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