Franzose gewinnt Giro d‘Abruzzo, Jasch Fünfter

Vauquelin wird mit Etappensieg Zimmermanns Nachfolger

Von Matthias Seng

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Kévin Vauquelin (Netcompany - Ineos) hat die Schlussetappe und die Geasamtwertung der Abruzzen-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

18.09.2026  |  (rsn) – Nach drei enttäuschenden ersten Tagen hat das Team Netcompany – Ineos beim 8. Giro d’Abruzzo (2.1) doch noch jubeln können. Kapitän Kévin Vauquelin entschied die abschließende 4. Etappe über 182 Kilometer von Silvi nach Controguerra im Dreiersprint vor seinem Landsmann Mathys Rondel (Tudor) für sich und verdrängte mit seinem ersten Saisonsieg noch den Italiener Alessandro Fancellu (MBH Bank) noch von der Spitze der Gesamtwertung.

Mit zwei Sekunden Rückstand belegte der Italiener Nicola Conci (XDS – Astana Development) den dritten Etappenrang. Weitere fünf Sekunden dahinter kam die erste Verfolgergruppe ins Ziel, wobei sich Vauquelins Teamkollege Dorian Godon den vierten Platz vor Concis Teamkollege Diego Ulissi sicherte. Lennart Jasch (Tudor), der die 2. Etappe gewonnen hatte, wurde zeitgleich Tageszehnter und fiel im Schlussklassement noch vom zweiten auf den fünften Rang zurück.

“Es fühlt sich wirklich gut an, wieder zu gewinnen. Ich habe in den letzten Wochen schwere Zeiten durchgemacht. Deshalb ist das jetzt eine Erleichterung“, sagte Vauquelin, der vor der Tour mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte und auch in den Abruzzen mit seinem Team die hohen Erwartungen zunächst nicht erfüllen konnte, ehe dann doch noch der Knoten platzte.

“An zwei Tagen hintereinander waren wir ganz nah am Sieg. Als Erster über die Ziellinie zu fahren, hat in mir unglaubliche Gefühle ausgelöst. Es ist großartig, sowohl die Etappe als auch die Gesamtwertung zu gewinnen. Vor dem Giro d'Abruzzo hatte ich viele Fragen im Kopf – nun hat es sich als ein großartiger Neustart für den Rest der Saison erwiesen“, fügte der Franzose an.

Der 25-jährige Vauquelin dagegen jubelte erstmals außerhalb seiner Heimat und setzte sich in der Gesamtwertung mit zwei Sekunden vor Rondel durch. Damit wurde er Nachfolger von Georg Zimmermann (Lotto - Intermarché), dessen Team diesmal nicht am Start war. Auftaktsieger Fancellu fiel noch vom ersten auf den dritten Rang (+0:25) zurück, Conci machte fünf Positionen gut und schloss die Rundfahrt als Vierter (+0:12) ab,

Godon entschied die Punktewertung für sich, der Italiener Emanuele Ansaloni (Technipes) gewann das Bergtrikot, Vauquelin verdrängte Rondel noch von der Spitze der Nachwuchswertung. XDS - Astana wurde als bestes Team ausgezeichnet.

Joshua Golliker (EF Education - Aevolo), Lorenzo Ginestra (Swatt Club), Andrea Pietrobon Polti - VisitMalta), Andrii Ponomar (General Store) und Ben Morin (NSN Development) bildeten die Gruppe des Tages, die nach rund 30 Kilometern stand und sich in der Folge einen Maximalvorsprung von rund fünf Minuten erarbeiten konnte.

Lange Zeit übernahm Fancellus Team die Kontrolle, ehe sich auch Tudor und XDS – Astana an der Spitze zeigten. Mit vereinten Kräften war der Rückstand dann auf rund eineinhalb Minuten reduziert. Schon zu Beginn der ersten der beiden Zielrunden mit den Anstiegen Colonella (6,4 km / 3,9 %) und Controguerra (1,6 km / 4,6 %) lancierte Tudor den Gesamtzweiten Jasch, der bereits 42 Kilometer vor dem Ziel erstmals attackierte.

Doch der Deutsche kam nicht weg, stattdessen konterten Ulissi und Vauquelin und stellten eingangs der letzten 37 Kilometer die Ausreißer. Während Ulissi aber wieder zurückfiel, fuhr sein Teamkollege Nicola Conci nach vorn, kurz darauf schaffte auch Jaschs Teamkollege Rondel den Anschluss. Schnell fuhr sich das neue Spitzentrio bis zur Bergwertung einen Vorsprung von rund 30 Sekunden auf das deutlich kleiner gewordene Feld um Fancellu und Jasch heraus.

Das Streckenprofil der 4. Etappe des Giro d‘Abruzzo | Foto: Veranstalter

Danach ging die Schere auf über eine Minute auf, obwohl fast die gesamte Polti-VisitMalta-Mannschaft im Feld für Tempo sorgte. An der zweiten Überquerung des Coronella-Anstiegs ging der Vorsprung auf 40 Sekunden zurück. Auch an der 18 Prozent steilen Rampe kurz vor der Bergwertung änderte sich an der Konstellation nichts, weil Concis Attacke hier verpuffte.

Auf den letzten fünf Kilometern kamen die Verfolger nicht mehr näher an die Spitzengruppe heran, die von Vauquelin in den 1,6 Kilometer langen Schlussanstieg hineingeführt wurde. Danach belauerten sich die drei Ausreißer, ehe Rondel rund 300 Meter vor dem Ziel den Sprint eröffnete. Vauquelin regierte sofort, sprang an das Hinterrad seines Landsmanns und zog auf den letzten Metern noch an Rondel vorbei, um sich den Tages- und den Gesamtsieg zu sichern. 

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