Heizomat-Duo in Zeddam knapp am Podium vorbei

Belgischer Dreifachsieg: Nys zum zweiten Mal Europameister

Von Kevin Kempf

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Thibau Nys ist in Zeddam Cross-Europameister geworden. | Foto: Cor Vos

08.11.2026  |  (rsn) – Thibau Nys ist zum zweiten Mal nach 2024 Cross-Europameister geworden. Im niederländischen Zeddam verwies der 23-jährige Belgier seinen Landsmann Joran Wyseure auf den Silberrang. Mit 19 Sekunden Rückstand machte Niels Vandeputte den zweiten belgischen Dreifachsieg in Folge komplett. Er bezwang im Vierersprint den Niederländer Joris Nieuwenhuis und den Schweizer Kevin Kuhn - die beide beim deutschen Team Heizomat - Cube unter Vertrag stehen - sowie den Briten Cameron Mason.

Nach seinem Sieg am Koppenberg vor genau einer Woche war Nys auch bei seinem zweiten Einsatz in dieser Saison erfolgreich. “Es war schwer. Es war ein harter und schöner Kampf mit Joran. Er war superstark und es war schwer, einander loszuwerden. Ich wusste so zur Hälfte des Rennens, dass es auf eine große Explosion in der Schlussrunde ankommen wird“, erzählte der Sieger im Ziel-Interview. Die kam dann auch – und zwar auf der vorher viel diskutierten Treppe.

Dort lief Nys seinem Begleiter auf drei Sekunden davon, die der in der Folge nicht mehr zufahren konnte. “Für mich sind alle Rennen gleich wichtig. Nächste Woche ist genauso wichtig wie die EM heute. Da werde ich probieren, dass Europameistertrikot scheinen zu lassen“, kündigte der Weltranglistendritte an.

Hannes Degenkolb und Luca Harter erwischten aus dem deutschen Quintett den besten Start, wobei Harter schnell zu Silas Kuschla, Jonas Köpsel und Lukas Herrmann ans Ende des Pelotons zurückfiel. Auch Degenkolb konnte seine Position kurz hinter den Top 15 nicht halten, sackte aber langsamer weg als sein Landsmann.

Im Ziel trennte nur der Slowake Matej Ulik das Quintett: Degenkolb erzielte als 27. das beste Ergebnis für German Cycling, Köpsel, Herrmann, Kuschla und Harter belegten in dieser Reihenfolge die Plätze 29 bis 32.

So lief das Männerrennen der Cross-EM:

33 der insgesamt 35 Fahrer absolvierten die Auftaktrunde Rad an Rad. Erst im zweiten Umlauf taten sich erste Lücken auf, 14 Fahrer erarbeiteten sich einen kleinen Vorsprung. Der Belgier Laurens Sweeck konnte dem Tempo vorn nicht mehr folgen, dafür schaffte der Brite Thomas Mein den Anschluss.

Unbeabsichtigt setzte sich in der vierten von neun Runden Nys ab, weil hinter ihm Michael Vanthourenhout in einer technischen Passage Kettenprobleme hatte und dadurch den Rest aufhielt. Kuhn reagierte schnell, übernahm die zweite Position und probierte die Lucke nach vorn mit dem ebenfalls aufmerksamen Wyseure am Hinterrad zuzufahren. Bei der nächsten Zielpassage lag das Duo vier Sekunden hinter Nys und sechs vor dem Verfolgern.

Wyseure schloss dann schnell die Lücke zu seinem Landsmann, konnte den Schweizer dabei aber nicht abschütteln. Dahinter setzte sich Nieuwenhuis ab, der kam aber dem Trio vorn einerseits nicht näher und andererseits klemmte sich wenig später Vanthourenhout an ihn heran. Mit Vandeputte und Felipe Orts kamen auf der Zielgerade zwei weitere Verfolger heran. Da die drei Spitzenreiter es dort aber eher ruhig angehen ließen, schmolz ihr Vorsprung auf sechs Sekunden.

Nys lässt im Finale Wyseure keine Chance

Dann aber machte Nys Ernst: In der Abfahrt zur Treppe brachte er ein paar Meter zwischen sich und seine beiden Begleiter, auf der Treppe selbst zog er ebenfalls durch. Wyseure blieb auf Schlagdistanz, aber Kuhn verlor den Anschluss. Auf der Zielgerade schloss Wyseure seinen minimalen Rückstand auf Nys, Kuhn folgte mit zehn Sekunden Rückstand, Nieuwenhuis, Orts und Vandeputte mit jeweils 16. Vanthourenhout hatte abseits der TV-Bilder einige Sekunden verloren.

Statt des Belgiers war Mitte der siebten Runde Mason Teil der Gruppe. Der Britische Meister hatte nach schlechtem Start eine starke Aufholjagd gezeigt und lag dank der schnellsten Rennrunde bei der nächsten Zielpassage sechs Sekunden hinter Kuhn und 13 hinter den beiden Belgiern. Mason nahm sein Quartett in den Schlepptau und schloss zu Kuhn auf. Vandeputte und Orts war das Tempo des Briten zu schnell, vorn begannen eingangs der letzten Runde Nys und Wyseure zu pokern.

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Vandeputte schaffte so noch einmal den Anschluss und lag beim Läuten der Glocke neun Sekunden hinter dem Duo. An der Treppe attackierte Nys seinen Landsmann, der drei Sekunden länger für die 99 Stufen benötigte. Auch auf dem Rad war der Top-Favorit etwas stärker als Wyseure. Er baute seinen Vorsprung langsam aus und machte schließlich den Sieg klar. Bei den Verfolgern setzte sich Nieuwenhuis auf den letzten Metern minimal ab. Auf der Zielgerade saugte sich Vandeputte aber an den Niederländer heran und übersprintete ihn im Kampf um Bronze.

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