Interview in der ARD-Sportschau

Ullrich: Ich will der Beste sein!

Von Pit Weber

11.01.2005  |  Am Samstag begann für Jan Ullrich und das T-Mobile Team das traditionelle Trainingslager auf Mallorca. Am Sonntag stellte sich Ullrich in der ARD-Sportschau den Fragen der Moderatorin Silke Böschen. Radsport aktiv gibt das Interview gekürzt wieder.

Ullrich zu seinem pfundigen Problem:
„Ich lege im Winter immer ein paar Kilo zu. Das gehört zu mir. Solange es mir keine Probleme bereitet, sie bis zur Tour wieder abzubauen, gehören sie zu meinem Formaufbau dazu. Ich schöpfe Kraft daraus, im Wintertraining 5 bis 6 Kilo mehr drauf zu haben.“

Ullrich zu den Lehren aus dem wechselhaften Jahr 2004:
Man geht die Saison an, und versucht das Beste daraus zu machen und Lehren aus dem Vorjahr zu ziehen. Leider ist es mir 2004 nicht ganz gelungen, meine Saisonhöhepunkte bei der Tour und auch bei Olympia so mit Erfolg zu krönen, wie ich es mir gewünscht hatte. In diesem Jahr versuche ich, im Frühjahr gleichmäßig gut zu trainieren. Ich will nicht überziehen, damit ich nicht krank werde und durch Krankheiten viel Kraft und Trainingsaufwand verliere. Ich will einfach meine Lust und den Elan beibehalten, damit ich dann im Sommer wirklich bei der Tour meine Leistung zeigen kann.“

Ullrich zu Armstrongs geringer Lust auf den 7. Toursieg:
„Er ist der sechsmalige Toursieger und der amtierende auch noch. Mich wundert, dass er noch weiterfährt. Lance würde das nicht machen, wenn er bei der Tour de France nicht noch mal angreifen möchte. Deshalb gehe ich davon aus, dass er kurz vor dem Start seine Meinung doch noch ändert und versucht seinen siebten Titel zu holen. Das wäre gut für die Tour und auch für mich!“

Ullrich zum Wert des Toursiegs ohne den Tourminator:
„Ein Tour-Sieg ist immer viel wert. Es fahren ja auch noch andere mit. Aber den Mann der letzten sechs Jahre zu schlagen ist natürlich der Ansporn für jeden Profi und natürlich auch für mich. Der Toursieg mit Lance Armstrong wird natürlich mehr wert sein als ohne ihn.“

Ullrich zur Hierarchie bei T-Mobile:
Unsere Meinung im Team ist, das der Beste gewinnen soll. Natürlich habe ich in den letzten Jahren bewiesen, dass ich der Mannschafts-Kapitän bin, für den gefahren wird. Allerdings war Andreas Klöden letztes Jahr stärker. Da habe ich mich auch untergeordnet. Das klappt in unserem Team gut. Für den Besten wird gefahren, die besten neun gehen zur Tour. Und dort versuchen wir, mit der Mannschaft das Beste herauszuholen. Ist jemand stärker als ich, werde ich mich auch wieder unterordnen. Ich denke, dass sowieso nur der beste Profi die Tour gewinnen kann. Mein Ansporn ist, der Beste zu sein!“

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