Die Radsport aktiv Top 100

Platz 9: Kim Kirchen (T-Mobile)

22.12.2007  |  (Ra) - Wer war der stärkste und konstanteste Radprofi im Jahr 2007? Radsport aktiv hat alle wichtigen UCI-Rennen ausgewertet. Berücksichtigt wurden ProTour, HorsCategorie und die Kategorien 1.1 beziehungsweise 2.1. Für jedes Eintagesrennen, für jede Etappe und die Gesamtwertung einer Rundfahrt haben wir nach eigenem Punkteschema (siehe Link unten) Zähler vergeben. Radsport aktiv präsentiert die Top 100 des Jahres 2007: Platz 9: Kim Kirchen (T-Mobile), 697 Punkte

Auch wenn Kim Kirchen in der gesamten Saison 2007 kein einziger Sieg gelang, so war er doch einer der stärksten Fahrer im gesamten Peloton. Beim Tirreno-Adriatico und der Tour de Suisse verpasste der Luxemburger zwei Mal denkbar knapp den Gesamtsieg. Auch bei der Tour de France, die er auf Rang sieben abschloss, zeigte Kirchen sehr starke Leistungen.

Bereits recht früh in der Saison war Kirchen in ausgezeichneter Verfassung. Nachdem er die Kalifornien-Rundfahrt auf dem 12. Platz beende konnte, landete der T-Mobile-Fahrer Anfang März bei Mailand-Turin, wo er Dritter wurde, zum ersten Mal in der Saison auf dem Podium. Noch besser lief es für den 29-Jährigen bei der ProTour-Fernfahrt Tirreno-Adriatico. Dort fuhr er auf drei Etappen unter die besten Zehn und musste sich in der Gesamtwertung nur Andreas Klöden (Astana) geschlagen geben.

Beim ersten ProTour-Eintagesrennen des Jahres, Mailand-San Remo, fuhr Kirchen einen ordentlichen 13. Platz ein. Wenige Tage später schaffte er es mit Rang drei beim Pfeil von Brabant aufs Podium. Auch bei den anschließenden Ardennenklassikern zeigte der luxemburgische Meister gute Leistungen. Das Amstel Gold Race beendete Kirchen auf Rang 14, Lüttich-Bastogne-Lüttich gar auf Platz zehn.

Die folgenden Wochen standen dann ganz im Zeichen der Tour-de-France-Vorbereitung. Als letzten Härtetest fuhr Kirchen die Tour de Suisse. Dank einer konstanten Fahrweise mit drei Top-Ten-Platzierungen landete Kirchen in der Gesamtwertung auf einem ausgezeichneten zweiten Platz.

In guter Form trat Kirchen dann bei der Tour de France an, zunächst als Helfer von Michael Rogers, an. Als Rogers nach einem schweren Sturz das Rennen aufgeben musste, stellte sich Kirchen zunächst in den Dienst seines jungen Teamkollegen Linus Gerdemann, der dank eines Etappensieges das Gelbe Trikot erobert hatte. Als dieser zu schwächeln begann, fuhr Kirchen auf eigene Rechnung. Auf der schweren Bergetappe mit Ziel in Loudenvielle musste sich der Allrounder nur dem später des Doping überführten Kasachen Alexandre Winokurow (Astana) geschlagen geben. In der Gesamtwertung landete der T-Mobile-Kapitän schließlich auf einem starken siebten Platz.

Nach der Tour trat Kirchen nur noch einmal wirklich in Erscheinung. Bei der Polen-Rundfahrt im September fuhr er in der Gesamtwertung auf den dritten Platz.

Prognose: Null Saisonsiege unterstreichen, dass Kim Kirchen nicht unbedingt ein Siegfahrer ist. Auch in der nächsten Saison wird der Luxemburger, erst kürzlich zum Sportler des Jahres in seiner Heimat gewählt, für das Team High Road keine Siege am Fließband einfahren. Für Spitzenplatzierungen ist Kirchen allemal gut. Speziell bei anspruchsvollen Eintagesrennen oder einwöchigen Rundfahrten muss man den eher stillen High-Road-Star auf der Rechnung haben. Vielleicht gelingt ihm in der kommenden Saison auch wieder ein Sieg.

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