--> -->
13.05.2009 | (rsn) - Das Ergebnis von David Kopps B-Probe liegt vor. "Sie hat die A-Probe bestätigt", sagte der 30-jährige Kölner, der im vergangenen September bei einem "Kirmes-Rennen" in Belgien positiv auf Kokain getstet worden war, im Gespräch mit Radsport News. Außerdem erklärte der Ex-Gerolsteiner, warum er hofft, nicht mit der Maximalstrafe belegt zu werden und weshalb er seine Chancen auf eine Rückkehr in die Radsportszene im Fall einer Sperre als gering einschätzt.
Entgegen erster Ankündigungen haben Sie nun doch die B-Probe ihres positiven Kokaintests aus dem vergangenen September öffnen lassen. Warum?
Kopp: Zunächst möchte ich festhalten, dass es keinen Grund gab, das Labor und die Vorgehensweise in Frage zu stellen. Es ist aber schon vorgekommen, dass Proben fehlerhaft waren. Dies wollte ich einfach ausschließen. Ich wollte mir in Zukunft nicht vorwerfen müssen, nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben.
Was war das Ergebnis der B-Probe?
Kopp: Die B-Probe hat das Ergebnis der A-Probe bestätigt, war also auch positiv.
Sie sind nach der Öffnung der B-Probe dann noch zu dem Labor in der Nähe von Gent gefahren. Was waren Ihre Gründe dafür?
Kopp: Ich hatte auch noch ein paar Fragen an das Labor. Zum Beispiel wollte ich wissen, ob man anhand der Probe sehen kann, wann das Kokain in meinen Körper gelangt. Aber dies verneinte das Labor.
Nach ihrem positiven Test bei einem Kirmes-Rennen im letzten September sagten Sie, dass Sie das Kokain nicht wissentlich zu sich genommen haben. Bleiben Sie dabei?
Kopp: Ja, definitiv. Wieso sollte ich lügen? Wieso sollte ich für ein Kirmes-Rennen Kokain zu mir nehmen? Da hätte ich weder großes Geld machen, noch andere Vorteile daraus ziehen können. Ich war immer ein guter Rennfahrer, habe große Erfolge eingefahren, und das alles sauber und dann soll ich für ein Kirmes-Rennen dopen? Zu dieser Zeit hatte ich große private Probleme und habe mich drei Tage vor diesem Rennen auf einer Party extrem betrunken. Ich weiß, dass ich großen Mist gebaut habe Es war jedoch kein sportliches, sondern ein menschliches Problem. Aber ich betone noch einmal: Ich habe das Kokain nicht wissentlich zu mir genommen. Ich werde aber auch meine Strafe, wenn es eine gibt, akzeptieren, weil ich grob fahrlässig gehandelt habe. Ich will keine Ausrede suchen, sondern einfach nur die Wahrheit sagen. Das Mittel war in meinem Körper und dafür gibt es keine Ausrede. Ich habe einen Fehler gemacht, bin aber kein Doper.
Wann wird über Ihre Strafe entschieden?
Kopp: Das kann ich nicht sagen. Die positive B-Probe wurde jetzt erst dem flämischen Verband zugesendet. Von dort geht es zur UCI, die es dann an den BDR weiterleitet. Ich hoffe jedoch, dass es nicht wieder mehrere Monate dauert, wie es bei der Bekanntgabe der positiven A-Probe der Fall war.
Mit welchem Urteil rechnen Sie?
Kopp: Schwer zu sagen. Ein positiver Kokain-Test wird ja nur im Wettkampf bestraft. Natürlich wurde ich in einem Rennen positiv getestet. Allerdings war dies kein UCI-Rennen, sondern eher ein Trainingsrennen. Von daher nimmt mein Fall wohl eine Mittelstellung ein. Es war kein UCI-Rennen, aber auch keine reine Trainingskontrolle. Von daher muss ich abwarten, was entschieden wird. Ich hoffe jedoch, dass man fair mit mir umgeht, die menschliche Komponente beachtet und mich nicht mit der Maximalstrafe belegt.
Wie haben Sie die letzten Wochen erlebt?
Kopp: So paradox es klingen mag. Seitdem mein positiver Test bekannt wurde, ging es mir wieder besser. Ich bin ein offener Mensch, konnte oft meinen Mund nicht halten. Ich habe mir dadurch zwar auch viel verbaut, aber ich konnte immer in den Spiegel schauen. Seitdem ich von meinem positiven Test wusste, aber das Ergebnis nicht offiziell bekannt war, hat sich dies geändert. Ich konnte mit meinen Mitmenschen einfach nicht offen umgehen. Deswegen war die Bekanntgabe des Ergebnisses schon eine kleine Erleichterung. Außerdem habe ich in den letzten Wochen gesehen, auf wen ich bauen kann und auf wen nicht. Ich habe erkennen müssen, dass viele Menschen nur scheinbar Freunde waren und nur zu mir standen, so lange alles glatt lief. Nach meinem Sieg bei Rund um Köln hatte ich ungefähr 100 SMS und 100 Anrufe in Abwesenheit auf meinem Handy. Nach meiner positiven A-Probe, gab es drei Anrufe und vier SMS – mehr nicht. Das hat mich schon erschreckt. Dagegen habe ich gemerkt, dass ich auf meine Freundin Kristin zählen kann. Sie war für mich da und hat mir viel Kraft gegeben, auch wenn wir eine schwere Zeit hatten. Aber auch meine engsten Freunde waren für mich da.
Sehen Sie Parallelen in Ihrem Fall und im Fall Boonen?
Kopp: Gut, wir wurden beide positiv auf Kokain getestet und bei uns beiden steht der positive Test in engem Bezug zu Alkoholkonsum. Von daher haben unsere Fälle eine gemeinsame menschliche Komponente. Auch wenn ich Toms Situation nicht beurteilen kann, scheint er wohl größere Probleme zu haben, ob er das Kokain jetzt wissentlich zu sich genommen hat oder nicht. Allerdings finde ich es super, dass sein Team ihn nicht fallen lässt und ihn nach einer erfolgreichen Therapie wieder ins Team aufnehmen wird.
Was machen Sie derzeit und wie sieht Ihre Zukunft aus?
Kopp: Nachdem ich drei Monate gar keinen Sport getrieben habe, sitze ich seit zehn Tagen wieder auf dem Rad. Einen Job habe ich im Moment nicht. Aber ich habe in den letzten Jahren sparsam gelebt und habe noch einige Rücklagen. Es gibt Gespräche, aber meine konkrete Zukunft wird sich wohl erst nach dem Urteilsspruch entscheiden. Im Radsport-Kreis werde ich wohl nur sehr schwer unterkommen, wenn ich eine Sperre bekomme und dann als Bad Boy gelte. Durch die Weltwirtschaftskrise ist es aber auch in anderen Bereichen schwer, irgendwo unterzukommen und mit guter Perspektive gutes Geld zu verdienen.
Mit David Kopp sprach Christoph Adamietz.
22.07.2011"Als ob jemand den Aus-Schalter betätigt hätte" (rsn) – Seit Anfang Mai hat David Kopp keine Rennen mehr bestritten. Im Exklusiv-Interview mit Radsport News nennt der 32-Jährige den Grund dafür: Der Sieger von Rund um 2005 leidet unter Depressi
09.09.2010Kopp feiert in Nürnberg zweites Comeback im Jahr 2010(rsn) – Für David Kopp (Kuota Indeland) steht am Sonntag beim Rennen Rund um die Nürnberger Altstadt bereits das zweite Comeback im Jahr 2010 an. Der Kölner war nach einjähriger Sperre wegen ein
23.08.2010Kopp: "Ich bin heiß auf die Rennen"(rsn) – David Kopp fiebert seinem Comeback entgegen. Ab dem 12. September ist der Kölner nach seiner zweijährigen Dopingsperre wieder startberechtigt. Damit endet für den 31-Jährigen eine schier
20.04.2010Kopp: "Das ist menschenunwürdig"(rsn) - Nächste Hiobsbotschaft für David Kopp (Kuota Indeland): Nach dem Flämischen Verband hat auch der Radsportweltverband UCI den Antrag der WADA übernommen, Kopps Sperre wegen Kokainkonsums au
05.04.2010Kopp droht erneute Sperre (rsn) – Schock für David Kopp! Die Welt-Anti-Doping Agentur WADA hat Einspruch gegen die am 31. Dezember 2009 abgelaufene einjährige Sperre wegen Kokain-Konsums eingelegt, wie Kopp gegenüber Rads
04.02.2010Ganser: "David hat eine zweite Chance verdient"(rsn) – Kuota-Indeland-Teamchef Markus Ganser hat die Verpflichtung von David Kopp damit begründet, dass man dem 31-jährigen Kölner nach dessen Dopingsperre eine „zweite Chance“ geben wolle.
03.02.2010Kopp: "Ich muss noch an meiner Form arbeiten"(rsn) – David Kopp ist zurück im Profiradsport. Nach Ablauf seiner einjährigen Dopingsperre unterschrieb der 31-jährige Kölner einen Einjahresvertrag beim deutschen Continental-Team Kuota-Indela
26.11.2009Kopp darf ab Januar wieder fahren(rsn) – David Kopp darf ab dem 1. Januar 2010 wieder Rennen bestreiten. Das teilte der 30-jährige Kölner auf Anfrage von Radsport News mit. „Ich habe heute eine Email vom Flämischen Verband bek
04.11.2009"Ich musste mich um meine Bestrafung kümmern"(rsn) – Das Warten hat für David Kopp ein Ende. 14 Monate nach seinem positiven Kokaintest bei einem „Kirmes-Rennen“ in Belgien wird der Fall in Brüssel verhandelt. „Am 10 November findet di
Berlin (dpa) - David Kopp hat beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR) eine Gegenanalyse zu seiner positiven A-Probe beantragt. Der Kölner war am 11. September 2008 in Belgien bei einem nationalen Rennen
27.03.2009Schänzer: "Amphetamine sind wirksamer als Kokain"(rsn) – Innerhalb eines halben Jahres wurden in Belgien zwei prominente Profis des Kokainkonsums überführt. Während für Tom Boonen (Quick Step) die Sache glimpflich ausging, weil er außerhalb e
(rsn) - Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen: Radprofis sind in der Regel ausgesprochen kreativ in ihrem Bemühen, positive Dopingtests mit mehr oder minder originellen Begründ
26.09.2026Radsport live im Stream, TV und Ticker: Die Rennen des Tages (rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker?In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wicht
25.09.2026Deutschlands Jüngste glänzen in Montreal: 16-Jährige Bieberle WM-6. (rsn) – Die deutschen Juniorinnen haben im Straßenrennen bei den Weltmeisterschaften von Montreal in Kanada zwar keine Medaille gewonnen, mit ihrem Abschneiden aber trotzdem überzeugt. Die Plät
25.09.2026Deutsche U23 selbstkritisch: “Weit unter unseren Möglichkeiten“ (rsn) – Die Enttäuschung war den drei bestplatzierten deutschen Fahrern im U23-Straßenrennen der Männer bei den Weltmeisterschaften von Montreal anzumerken. Moritz Mauss, Paul Fietzke und Max Boc
25.09.2026Neira besorgt Spanien den nächsten U19-Titel, Grossmann holt Bronze (rsn) – Alejandra Neira hat die spanische Siegesserie bei U19-Weltmeisterschaften fortgesetzt. Ein Jahr nach dem Triumph von Paula Ostiz bei den Juniorinnen in Kigali sowie einen Tag nach dem Sieg v
25.09.2026Barry fährt am Geburtstag in der Gruppe des Tages zum Titel (rsn) – Noch bevor bei der Podiumszeremonie “The Star-Spangled Banner“ erklang, stimmte das Publikum “Happy Birthday to you“ an. Denn an seinem 19. Geburtstag hat sich Ashlin Barry den Tit
25.09.2026WM-Raser kommt nicht ungestraft davon (rsn) – Der spanische Teammanager, der beim WM-Juniorenrennen der Männer mit dem Teamauto über die Strecke gerast ist, kommt nicht ungestraft davon. Eleuterio Anguita wird vom Rest der Straßen-We
25.09.2026Martinez profitiert beim CRO Race von De Gendts Pech (rsn) – Nach zweieinhalb Jahren ohne Sieg hat Daniel Felipe Martínez (Red Bull – Bora – hansgrohe) die 4. Etappe des CRO Race (2.Pro) für sich entschieden. Der Kolumbianer war der Schnellste i
25.09.2026Walscheid beendet seine Karriere (rsn) - Nach elf Jahren als Berufsradfahrer wird Maximilian Walscheid (Lidl – Trek) seine Karriere am Ende der Saison beenden und in eine neue Rolle in Lidls Leistungszentrum in Bad Wimpfen an der S
25.09.2026Cobo schafft den Sprung in die WorldTour (rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr
25.09.2026Wer kann Vallieres den Titel beim Heimspiel entreißen? (rsn) – Am Samstag möchte Magdeleine Vallieres in Montreal, 130 Kilometer von ihrer Geburtsstadt Sherbrook entfernt, ihren in Kigali errungenen Sensationstitel verteidigen. Einfach wird das Heimspi
25.09.2026Winter wollte schlau fahren, hatte aber “fast keine Ahnung, wie´s geht“ (rsn) - Obwohl sie im Straßenrennen nur knapp eine Medaille verpasste, stellte sich Mara Winter nach dem harten Rennen der U23-Fahrerinnen, das sie über zehn Runden auf dem schweren Straßenkurs in
25.09.2026WM-Fünfter Hettegger: “Musste was machen mit meinen Haxn“ (rsn) – Zum zweiten Mal seit dem Gewinn des Weltmeistertitels durch Felix Gall 2015 in Richmond in den USA hat es am Donnerstag ein Österreicher in die Top 5 der Junioren-WM geschafft: Nach Platz f