Norweger gewinnt alle Wertungstrikots

Boasson Hagen räumt bei der Eneco-Tour ab

Von Christoph Adamietz aus Sittard-Geleen

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Das Podium der 7. Eneco-Tour, v.l.: Philippe Gilbert, Edvald Boasson Hagen und David Millar | Foto: ROTH

14.08.2011  |  (rsn) – Edvald Boasson Hagen (Sky) hat bei der Eneco-Tour groß abgeräumt. Am Schlusstag gehörte ihm das Podium exklusiv. In Sittard-Geleen wurde der Norweger für seinen Tages- und Gesamtsieg geehrt, aber auch die Punkte- und Nachwuchswertung ging an den 24-Jährigen. Damit nicht genug: Nach der Siegerpressekonferenz schnappte sich der Sky-Profi auch noch einen kleinen Apfelkuchentaler. Den hatte er sich auch redlich verdient.

Dass ihm bei drei neu errungenen Wertungstrikots langsam der Platz in der Vitrine ausgeht, ist für den zweifachen Tour-Etappensieger die geringste Sorge. „Meine Mutter hat noch viel Platz zu Hause“, hatte Boasson Hagen nicht nur auf dem Rad bei der Eneco-Tour immer die passende Antwort parat.

Das weiße Führungstrikot, das er nur mit zwölf Sekunden Vorsprung vor Philippe Gilbert auf seinen Schultern trug, geriet am letzten Tag nicht mehr in Gefahr. Gilbert zuckte im Mittelteil zwar mehrmals, eine ernsthafte Attacke war nicht dabei.

So verliefen die 201,3 Kilometer von Anfang an voll und ganz nach Plan für Boasson Hagen. „Wir hatten in der ersten Ausreißergruppe des Tages Juan Antonio Flecha sitzen. Er war von den zwölf Spitzenreitern der am besten in der Gesamtwertung platzierte. Somit war das eine super Ausgangslage für uns“, so der Norweger zur taktischen Meisterleistung seines Teams.

Nur einen kurzen Schreckmoment musste der Sky-Kapitän auf den letzten 400 Metern überstehen, als die direkt vor ihm und nach ihm fahrenden Jurgen Roelandts (Omega Pharma Lotto) und Denis Galimzyanov (Katjuscha) zu Fall kamen. „Ich habe schon gemerkt, dass die letzte Kurve sehr schnell werden würde. Aber ich bin nicht mit so viel Tempo in die Kurve wie die Gestürzten“, so Boasson Hagen, der dem "Sturzsandwich" entkam und im Ziel neben dem Gesamtsieg auch noch den Tagessieg absahnte. Bereits bei seinem ersten Eneco-Gesamterfolg im Jahr 2009 hatte der Allrounder die letzte Etappe für sich entscheiden – damals ein Einzelzeitfahren.

Bei der 7. Auflage der Eneco-Tour lieferte sich Boasson Hagen in Abwesenheit von Titelverteidiger Tony Martin (HTC-Highroad) einen harten Schlagabtausch mit Gilbert. „Letztlich hat zwischen uns das Zeitfahren den Unterschied ausgemacht", sagte der zweifache Tour-Etappengewinner.

Spätestens in sechs Wochen werden die beiden bei der WM in Kopenhagen wieder aufeinander treffen – dann geht es um mehr. „Das ist meine großes Ziel im restlichen Saisonverlauf. Die ansteigende Zielgerade dürfte mir liegen – aber eben auch Gilbert", so Boasson Hagen.

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