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06.04.2012 | (rsn) – Bei der Flandern-Rundfahrt am vergangenen Sonntag waren Tom Boonen (Omega Pharma-QuickStep) sowie die beiden Italiener Filippo Pozzato (Farnese Vini) und Alessandro Ballan (BMC) die Protagonisten. Auch am Sonntag bei Paris-Roubaix hat das Trio beste Chancen, das Podium unter sich auszumachen.
Um aber Boonen, den sprintstärksten unter den Favoriten, nicht zum Sieg zu chauffieren, erwartet Ballan mehr Attacken gegen den Belgier als in Flandern. Diese kamen bei der Ronde nur vom BMC-Kapitän, während Pozzato auf den Sprint setzte – eine Taktik, die nicht aufging. „Um Boonen zu besiegen, hätten wir ihn häufiger attackieren müssen. Ich kann nicht verstehen, warum Pozzato den Sprint wollte. Er hatte doch schon bei Gent-Wevelgem gesehen, dass er da keine Chance haben würde“, sagte Ballan.
Der Weltmeister von 2009 hofft, dass bei seinem Landsmann ein Umdenken eingesetzt hat. „Ich bin mir sicher, dass Pippo am Sonntag bei der gleichen Konstellation diesmal nicht auf den Sprint warten wird, sondern schon vorher etwas probieren. Ich denke, er hat das kapiert“, fand Ballan klare Worte.
Der 32-Jährige selbst wird am Sonntag die Anstiege vermissen, ist sich aber sicher, dass das Rennen auch so schwer genug wird. „Die Pflasterstücke können zu sowas wie Bergen werden. Wenn jemand nicht mehr die Beine hat, kann man dort eine Entscheidung herbei führen", so Ballan zu den 27 Pavé-Passagen. „Auf jeden Fall muss ich mir etwas einfallen lassen, wenn es wieder eine ähnliche Situation ist wie letzten Sonntag. Ich werde vor dem Velodrom alles versuchen", kündigte der zweimalige Roubaix-Dritte an.
Das Fehlen des zweimaligen Roubaix-Gewinners Fabian Cancellara (RadioShack-Nissan/Schlüsselbeinbruch) sieht Ballan für sich nicht als Vorteil an - ganz im Gegenteil. „Fabians Fahrstil wäre mir entgegen gekommen. Er hätte auch nicht auf einen Sprint mit Boonen gewartet. Er hätte versucht das Rennen hart und selektiv zu gestalten", so Ballan. „Paris-Roubaix ist aber sicherlich auch in Abwesenheit von Cancellara kein einfaches Rennen."
Ob Ballan den Top-Favoriten Boonen vor dem Velodorm von Roubaix wird abhängen können oder ob der Belgier zum vierten Mal den berühmten Pflasterstein in die Höhe strecken darf, wird sich am Sonntag zeigen.
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