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16.10.2014 | (rsn) – Seit rund zwei Wochen hat Anna Knauer Gewissheit: Die 19-Jährige, die dieser Tage bei den Bahn-Europameisterschaften in Guadeloupe am Start steht, wird auch im kommenden Jahr für das derzeit wohl stärkste Team im Frauen-Radsport fahren - Rabobank-Liv.
Was ihre Mannschaft quasi nebenbei in einer Pressemitteilung zur Verpflichtung der Australierin Shara Gillow vermeldete, ist für die junge Deutsche von großer Bedeutung. „Der neue Vertrag macht mich richtig glücklich“, bestätigte Knauer radsport-news.com. Zwar habe sie sich nie richtig Sorgen machen müssen, dass sie das Team verlassen müsse, aber: „Je länger sich etwas hinzieht, desto nervöser wird man dann doch.“
Und das Warten auf die Unterschrift war ein langes, denn Knauer hatte von Mitte Juni bis Mitte September kein Straßenrennen mit der niederländischen Equipe bestritten. „Deswegen hat es letztendlich auch länger gedauert mit den ‚Verhandlungen‘“, erklärte sie.
Der Grund für die sommerliche Rennpause im Straßen-Zirkus war aber keineswegs ein Leistungseinbruch oder etwa ein Problem mit der Teamleitung. Nein, Knauers Sommer stand einmal mehr im Zeichen der Bahn, die für sie und die Förderer vom Bund Deutscher Radfahrer zumindest bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio ein wichtiger Eckpfeiler ist.
Doch die junge Bayerin hat kurzfristig noch ein anderes Ziel im Visier. Nachdem sie mit den BDR-Juniorinnen die Straßen-Weltmeisterschaften in Valkenburg und Florenz erlebt hat, in ihrem ersten Elitejahr nun aber auf Ponferrada verzichten musste, will Knauer 2015 wieder zurück zu den Titelkämpfen. „Es ist notwendig, dass ich mehr auf der Straße fahre, weil ich mir zum Ziel gesetzt habe, in Richmond am Start zu stehen“, so die 19-Jährige. Dort in den USA findet die Straßen-WM Ende September 2015 statt.
Deshalb möchte sie es „im nächsten Jahr so gut es geht vermeiden“, wieder einen Sommer ohne Straßenrennen zu durchleben. „Zwei bis drei Mal muss ich zwar an Omnium-Wettbewerben teilnehmen, um genügend Punkte zu sammeln. Aber die meiste Zeit möchte ich auf der Straße verbringen – auch weil mir das mehr Spaß macht.“
Zumindest in den kommenden beiden Jahren wird es zweigleisig weitergehen – und immerhin ist der Grund dafür kein Geringerer als eine mögliche Olympia-Teilnahme - doch auf der Straße dürfte Knauer 2015 nach ihrem ersten Eingewöhnungsjahr noch mehr als in diesem Jahr davon profitieren können, dass sie in einer Mannschaft mit Überfliegerin Marianne Vos fährt. Immerhin hat auch die neue Weltmeisterin Pauline Ferrand-Prevot nach eigener Aussage sehr viel von Vos gelernt.
Eingewöhnt hat sich Knauer, die in ihren ersten Rennen zu Saisonbeginn noch arg mit der Umstellung von den Juniorinnen zur Elite zu kämpfen hatte, bei Rabobank-Liv inzwischen. Schon im Mai lief es besser, als sie 16. beim Rennen Rabobank 7 in Aalburg wurde - als bestplatzierte Helferin von Siegerin Vos. Es folgte Platz fünf bei der Deutschen Meisterschaft, und nach der Sommerpause war die 19-Jährige Bestandteil des sechsköpfigen Rabobank-Aufgebots, das bei der Belgien-Rundfahrt im Teamzeitfahren triumphierte.
Dass das Star-Ensemble aus Holland der mehrfachen Deutschen Junioren-Meisterin auf der Straße und in diversen Bahn-Disziplinen auch im zweiten Jahr einen Vertrag gibt, sagt viel darüber, welches Potenzial die Teamleitung in Knauer sieht. Und möglicherweise wird das erst so richtig freigesetzt, wenn sie dem Weg von Lisa Brennauer folgt: Auch die biss sich bis zu den Olympischen Spielen in London 2012 und etwas darüber hinaus auf der Bahn durch, verlegte ihren Fokus im Verlauf des vergangenen Jahres aber voll auf die Straße und wurde dafür in dieser Saison mit dem internationalen Durchbruch belohnt – gekrönt von drei Medaillen bei der Straßen-WM in Ponferrada.
Bis dahin ist es für Knauer noch ein weiter Weg, und ob es jemals zu einer WM-Medaille auf der Straße reichen wird, ist Spekulation. Gegenwärtig jedenfalls steht die Bahn wieder im Fokus, denn bei der Karibik-EM wird Knauer am Wochenende im Omnium antreten.
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