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13.02.2015 | (rsn) – Am letzten Tag der 14. Katar-Rundfahrt hat das deutsche Team Bora-Argon 18 seinen ersten Saisonsieg bejubeln können. Verantwortlich dafür zeigte Sprinter Sam Bennett, der sich nach 113 Kilometern vom Sealine Beach Resort zur Strandpromenade von Doha Corniche deutlich gegen den Italiener Andrea Guardini (Astana) und den Franzosen Nacer Bouhanni (Cofidis) durchsetzte und dabei deutlich machte, wozu er in seiner zweiten Profisaison in der Lage ist.
„Ja, das war der größte Sieg meiner Karriere bisher. Dieser erste Saisonsieg nimmt auch etwas Druck vom Team und von mir selbst“, strahlte der 24 Jahre alte Ire, der bereits als Neoprofi in der vergangenen Saison fünf Siege einfahren konnte – dabei war allerdings keiner gegen solch starke Konkurrenz wie heute. Schließlich ließ Bennett nicht nur Guardini und Bouhanni, sondern auch weitere große Namen wie Peter Sagan (Tinkoff-Saxo) oder Alexander Kristoff (Katusha) hinter sich.
„Das ist ein sehr schöner Sieg heute, auch, weil ja fast alle Sprinter von Rang und Namen vertreten waren“, kommentierte dann auch Bennetts Sportlicher Leiter André Schulze im Gespräch mit radsport-news.com den Coup seines Kapitäns und erläuterte die Taktik, mit der Bora-Argon 18 ins Finale gegangen war: „Wir hatten für die heutige Etappe etwas umgestellt. Man kann auf so einem Kurs keinen reinen Sprintzug aufbauen, jedenfalls nicht wir. Aber das ging ja auch den meisten anderen Teams nicht anders. Wir haben gesagt, dass zwei, drei Fahrer in seiner Nähe bleiben sollen und ihn in Position fahren. Das haben sie auch klasse gemacht."
Den Rest besorgte Bennet selbst, und zwar in der Manier eines abgezockten Profis. Er suchte sich das Hinterrad von Guardini und zog an dem Italiener vorbei, als der 200 Meter vor dem Ziel Sagans frühen Antritt konterte. „Das Team hat super gearbeitet und mich in der letzten Kurve in eine klasse Position gebracht. Ich musste gar nicht kämpfen, ich hatte gleich das richtige Hinterrad. Der Astana-Profi (Guardini) ist etwas früh los. Ich bin dann hinterher und es hat alles perfekt gepasst."
Dem konnte auch Schulze uneingeschränkt zustimmen, und zudem sah sich der ehemalige Sprinter in seiner Entscheidung bestätigt, auch am letzten Tag für Bennett zu fahren. „Wir haben bei dieser Rundfahrt immer auf Sam gesetzt und ihm vertraut, auch als es nicht so lief wie gewünscht“, sagte er. „Wir wissen, dass er Potenzial hat und auch, dass sein Tag kommen würde. Dass dann schon heute kommen würde, bei einem Rennen mit dieser starken Besetzung, ist umso schöner.“
Bennett selber, der bisher einen fünften Platz zum Auftakt zu Buche stehen hatte, erklärte, warum es bisher „nicht schon früher geklappt“ hatte. „Das hat auch mit Pech zu tun. Ich war nicht immer richtig positioniert. Auf der 5. Etappe etwa hatte ich fünf Kilometer vor dem Ziel einen Platten. Und die 2. Etappe war so unglaublich hart“, fasste er zusammen. Dafür entschädigte er sich mit dem Finale in Doha.
„Das Gefühl auf dem Podium war unglaublich schön“, sagte Bennett und blickte schon größeren Aufgaben entgegen. „Und ja, das ist dort, wo ich hin will: In einem sehr starken Peloton Siege einfahren. Das war ja hier fast schon ein Tour de France -Peloton. Ich will jetzt gern weiter auf diesem Niveau machen und wettbewerbsfähig bleiben mit all den anderen. Der Sieg gibt mir gute Moral."
Obwohl Bennett heute so viele etablierte Namen hinter sich gelassen hatte, wollte Schulze den Bora-Sprintzug noch nicht mit denen von Etixx-Quick Step oder Giant-Alpecin vergleichen. „Bis dahin ist es noch ein langer Weg“, sagte er und benannte den seiner Meinung nach noch entscheidenden Unterschied. „Wir müssen viel mehr situativ entscheiden können. Das ist etwas, was die Jungs auch noch lernen müssen, Etappe für Etappe.“ Denn vor dem großen Finale in Doha hätten seine Fahrer „bei dieser Rundfahrt Lehrgeld zahlen müssen, als sie nicht schnell genug umgeschaltet haben. Wenn der Sprintzug auseinanderbricht, dann muss man reagieren. Aber sie lernen schnell und müssen nur noch etwas mehr Erfahrungen machen."
Die Möglichkeiten dazu werden sich in den kommenden Wochen bieten, ehe dann im Sommer mit der Tour de France der ultimative Saisonhöhepunkt ansteht. Sollten Bennett und seine Helfer weiter so große Fortschritte machen, könnte der Traum von einem Etappensieg beim größten Rennen der Welt Wirklichkeit werden. „Wenn er so etwas bei der Tour schafft, dann wäre das natürlich traumhaft für uns“, erklärte Schulze dazu
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