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26.03.2016 | (rsn) - Der Wind und die flämischen Hellinge stehen am Sonntag im Mittelpunkt, wenn die Women's WorldTour in Ypern zu ihrem vierten Rennen startet. Gent-Wevelgem wird für Frauen erst zum fünften Mal ausgetragen, hat im Rahmen des prestigeträchtigen Männer-Events jedoch schnell an Bedeutung gewonnen und ist vom 1.2-Event direkt in die neue WorldTour aufgestiegen - auch weil die Veranstalter im Herbst Live-TV-Bilder in Aussicht stellten, von denen nun aber keine Rede mehr ist, und weil sie ein U17- sowie ein U19-Juniorinnen-Rennen veranstalten, das zum neuen Nations Cup gehört.
Um Gent-Wevelgem den Eintritt in die WorldTour zu ermöglichen musste sogar das ehemalige Weltcup-Event Trofeo Alfredo Binda am Lago Maggiore eine Woche vorrücken. In den vergangenen Jahren fanden die Rennen am selben Wochenende statt, so dass die Zuschauer bei Gent-Wevelgem nur eine kleine Auswahl der Top-Frauen zu sehen bekamen.
Die Strecke: Auch wenn das Rennen Gent-Wevelgem heißt, los geht es in Ypern nahe der französischen Grenze. An das namensgebende Gent kommen die Frauen am Sonntag nicht näher als auf 50 Kilometer heran. Identisch zum Männerrennen ist dafür die Zielanfahrt: Die letzten rund 30 Kilometer führen weitgehend flach in zunächst nordöstlicher und dann östlicher Richtung nach Wevelgem.
Zuvor führt die Strecke über drei unterschiedliche Hellinge, von denen zwei doppelt befahren werden. Nach 50 der insgesamt 114 Kilometer geht es zum ersten Mal über den Kemmelberg, es folgt bei Kilometer 54 der Monteberg, bei Kilometer 68 der Baneberg und schließlich nach 76 beziehungsweise 80 Kilometern noch einmal der gepflasterte Kemmel- sowie der Monteberg.
Dort dürfte es zur vorentscheidenden Selektion kommen, doch im Kampf um den Sieg wird anschließend der mit bis zu 40 Stundenkilometern laut Wettervorhersage starke Südwestwind eine ebenso große Rolle spielen, wie die Hellinge selbst. Schließlich bedeutet Südwestwind auf den letzten 25 Rennkilometern Seitenwindverhältnisse.
Die Favoritinnen: Die damals noch 19-jährige Niederländerin Floortje Mackaij (Liv-Plantur) konnte es kaum glauben, als sie 2015 mit einer Attacke auf den letzten drei Kilometern bei sturmähnlichen Bedingungen der Konkurrenz sprichwörtlich davonflog und zum Solosieg fuhr. Ihre beeindruckende Lockenmähne steht daher vor der dritten Auflage des Rennens erneut stark im Fokus, doch Top-Favoritin ist die Zweitplatzierte der WorldTour-Nachwuchswertung nicht.
Diese Rolle fällt einmal mehr Armitstead zu. Die Weltmeisterin dominiert in der neuen Saison bislang und zeigte beim Omloop Het Nieuwsblad vor einem Monat bereits, dass sie ein sehr ähnlich geartetes Rennen auch mit einem 20-Kilometer-Solo gewinnen kann. Dass die Konkurrenz viel auf sie schauen wird, könnte zur großen Chance für ihre Teamkolleginnen werden, von denen jeder der Sieg zuzutrauen ist. Heiße Kandidatinnen für einen erfolgreichen Fluchtversuch sind außerdem Johansson und Amy Pieters (Wiggle-High5), das Orica-AIS-Duo Annemiek Van Vleuten und Gracie Elvin sowie Tiffany Cromwell (Canyon-SRAM).
Sollte eine große Gruppe ankommen, so ist die aus Gent stammende Belgische Meisterin Jolien D'Hoore (Wiggle-High5) Top-Favoritin. Ihr könnten vor allem die Finnin Lotta Lepistö (Cervelo-Bigla) oder die Kanadierin Leah Kirchmann (Liv-Plantur) und die Niederländische Meisterin Lucinda Brand (Rabo-Liv) sowie Shelley Olds (Cylance) und Marta Bastianelli (Alé Cipollini) im Sprint einen Strich durch die Rechnung machen.
Die Deutschen:In Abwesenheit der bei der Trofeo Binda schwer gestürzten und an der Niere notoperierten Trixi Worrack startet Canyon-SRAM mit nur fünf statt sechs Frauen ins Rennen - darunter mit Lisa Brennauer nur eine Deutsche. Deren Form aber litt in den vergangenen Wochen krankheitsbedingt. Das zweite deutsche Team Cérvelo-Bigla bietet die 20-jährige Bergfahrerin Clara Koppenburg auf, die die belgischen Rennen zum Lernen nutzen soll.
Hinzu kommen Romy Kasper, die nach ihrem doppelten Studenten-WM-Titel als Helferin für Boels-Dolmans fahren wird, und Charlotte Becker (Hitec Products), die bei Gent-Wevelgem nach abgeschlossener Bahn-Saison auf die Straße zurückkehrt. Nicht auf der Startliste steht der Name von Claudia Lichtenberg (Lotto-Soudal), die sich bei Gent-Wevelgem im vergangenen Jahr jenes Schädel-Hirn-Trauma zuzog, das sie damals die halbe Saison kostete.
Die Teams: Wiggle-High5, Rabo-Liv, Boels-Dolmans, Canyon-SRAM, Cervelo-Bigla, Orica-AIS, Hitec Products, Cylance, Tibco-Silicon Valley Bank, Liv-Plantur, Unitedhealthcare, Alé Cipollini, Poitou Charentes-Futuroscope, BePink, Lotto-Soudal, Parkhotel Valkenburg, BTC City Ljubljana, Lensworld-Zannata, Topsport Vlaanderen, Servetto-Footon, Bizkaia-Durango, Twenty16-Ridebiker, Lares-Waowdeals, Nationalteam Australien
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