Niederländer im Streit mit seinem Team

Goos: Wegen neuer Hüftprothese keine Starterlaubnis von LottoNL

Foto zu dem Text "Goos: Wegen neuer Hüftprothese keine Starterlaubnis von LottoNL"
Marc Goos hat Stress mit seinem Team LottoNL-Jumbo. | Foto: Cor Vos

06.06.2016  |  (rsn) - Seit 2013 fährt Marc Goos für LottoNL-Jumbo. Der Vertrag des Niederländers hat noch bis Ende der Saison Gültigkeit. Doch sein bisher letztes UCI-Rennen bestritt Goos vor nunmehr zwei Jahren bei der Tour de Suisse, wo er sich bei einem Sturz die Hüfte brach.

Seitdem kämpft Goos um sein Comeback und musste dabei diverse Rückschläge hinnehmen. Im Winter etwa ließ ihn sein Team bei der Mannschaftspräsentation nicht mit auf die Bühne, da er laut Manager Richard Plugge von der medizinischen Abteilung des Teams als "nicht mehr wettkampffähig auf höchstem Niveau" eingestuft wurde.

Damit wollte aber wollte sich der 25-Jährige nicht abfinden. Goos, der sich 2011 schon einmal die Hüfte gebrochen hatte, 2013 das Schlüsselbein und 2014 das Handgelenk, ließ sich ein künstliches Hüftgelenk einsetzen und fühlt sich nun wieder einsatzbereit. Die im vergangenen Winter im belgischen Gent vorgenommene Operation zahlte er übrigens aus eigener Tasche. Nun sieht sich Goos nach eigenen Angaben wieder auf seinem alten Leistungsniveau, zuletzt fuhr er beim hochklassig besetzten Kermiskoers in Gullegem auf Rang 28.

Doch das niederländische Lotto-Team erlaubt ihm nicht, an offiziellen UCI-Rennen teilzunehmen - und dazu zählte der Kermiskoers nicht. Die Begründung für das Startverbot: Die bei der Operation eingesetzte Prothese werde von der niederländischen Orthopädischen Vereinigung (NOV) nicht anerkannt, da es ein 5,3-prozentiges Risiko gebe, dass innerhalb von fünf Jahren eine neue Operation nötig werde. Deshalb ist der Eingriff in den Niederlanden nicht erlaubt - in Deutschland und Belgien allerdings schon.

Chris van der Togt, Vorsitzender des NOV, kann das Verhalten des Managements von LottoNL-Jumbo nicht nachvollziehen. "Ein Fahrer, der eigentlich wieder Rennen fahren kann, es aber wegen unserer Richtlinien nicht darf, das verwundert mich", sagte van der Togt zu BN DeStem. "Wir wollen nicht, dass unsere Ansichten dazu verwendet werden, Leute davon abzuhalten, ihrem Job nachzugehen", fügte er an.

Die Verantwortlichen von LottoNL-Jumbo halten dagegen an ihrem Standpunkt fest. "Es gab im letzten Jahr eindeutige Absprachen mit Marc, so dass es für ihn keine Überraschung sein kann, dass er keine Rennerlaubnis von der ärztlichen Abteilung erhält", sagte Leon Brouwer, Kommunikationsmanager beim niederländischen Rennstall.

 

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