Von Cabo da Roca nach Wladiwostok - 16 000 km - Tagebuch

Eurasia-Challenge: Maultaschen, Flußdurchquerung und Kälte

Von Jonas Deichmann

Foto zu dem Text "Eurasia-Challenge: Maultaschen, Flußdurchquerung und Kälte"
Maultaschen zum Frühstück | Foto: Jonas Deichmann

15.07.2017  |  Nicht in 80 Tagen um die Welt, sondern in 70 Tagen durch Europa und Asien: Der Münchner Ausdauer-Athlet Jonas Deichmann will als erster Mensch Europa und Asien in 70 Tagen mit dem Rad durchqueren.

Derzeit ist der 30jährige auf gutem Kurs, gleich zwei neue Guinness-Weltrekorde aufstellen: schnellste Radtour durch Europa, von Cabo da Roca nach Ufa, und die erste Rad-Durchquerung Eurasiens überhaupt - von Cabo da Roca nach Wladiwostok.

Los ging's am 2. Juli in Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt Europas, auf seine 16 000 Kilometer lange Reise durch die größte zusammenhängende Landmasse der Welt. Jonas führt ein Tagebuch für radsport-news.com; hier das dritte Update. 

11. Juli:
Wie toll es war, Freunde und Familie gesehen zu haben. Nachdem ich mich von meinem Dad verabschiedet hatte, hat mich mein Bruder am Bodensee abgefangen, und wir sind zusammen Richtung München gefahren. Da macht es auch viel mehr Spaß, und die Kilometer fahren sich fast von selbst. Gegen halb zwölf habe ich es nach München geschafft, und konnte in meinem eigenen Bett übernachten. Was für ein Luxus...

12. Juli:
Gestern habe ich nochmal Gas gegeben, und ganze 342 km nach München gekurbelt - 14 Stunden am Rad gesessen! Heute Morgen habe ich dann bei meinem Arbeitgeber Benify vorbeigeschaut. Das Team hat mich mit selbstgemachten Maultaschen (mein Leibgericht) überrascht. Ein deftiges Frühstück vor der Tour - ein Traum!

Vor der Abreise habe ich noch Kette und Reifen gewechselt, damit ich auch die nächsten Etappen problemlos schaffe. Meinen Unterstützer Michael Rabus von DAV-Sektion Greiz/ Marktredwitz habe ich am Morgen ebenfalls noch getroffen. Gegen neun Uhr startete ich mit neuer Energie und Motivation Richtung Tschechien. Da mein Tag später angefangen hat, und ich weniger Kilometer gefahren bin, war ich abends auch nicht allzu fertig. Habe so wieder viel neue Kraft getankt.

13. Juli:
Jetzt bin ich schon in Tschechien, und gebe wieder richtig Gas. Seit ein paar Tagen habe ich starken Rückenwind; dafür geht es immer rauf und runter, mit um 2000 Höhenmeter. Dann war eine Brücke gesperrt, und es wäre ein großer Umweg gewesen, der mich mindestens eine halbe Stunde gekostet hätte.

Ich hatte aber Glück, dass der Fluss darunter nicht allzu tief war: Das Wasser ging mir bis zur Brust (nicht zum Hals;-). So habe ich mein Rad einfach getragen, und viel Zeit gespart. Eine kleine Erfrischung war es dann auch noch. Immer schön auf Rekord-Jagd! Abends und nachts wird es langsam kälter, mit meinem Schlafsack geht es gerade noch so.

14. Juli:
Heute ist schon Tag 13 meiner Rekord-Reise. Und ich schaffe es am Abend noch über die polnische Grenze. Soeben habe ich offiziell die Hälfte von Europa durchquert. Am besten: Derzeit bin ich dem aktuellen Weltrekord drei Tage voraus! Was will man mehr?

Sportliche Grüße
und bis die Tage,
euer Jonas

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