Radcross-WM: BDR hofft auf Spitz und Kupfernagel

29.01.2005  |  (sid) - Heute beginnt die Radcross-WM in St. Wendel und der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hofft vor allem bei den starken Frauen auf Medaillen und Rekorde. Die zweimalige Weltmeisterin Hanka Kupfernagel (Werder) und Debütantin Sabine Spitz (Murg-Niederhof) sind die Trumpf-Asse des deutschen Starterfeldes. Während die frühere Mountainbike-Weltmeisterin Spitz bei ihrem WM-Debüt auf neuem Terrain als Medaillenkandidatin gilt, zählt Kupfernagel zwei Wochen nach ihrem DM-Triumph im Frauenrennen am Sonntag (live ab 10.50 in den Dritten bei SWR und SR) zu den Titelanwärterinnen.

Walsleben und Pfingsten sind Podestanwärter

Als Podestkandidaten schickt der BDR auch Philipp Walsleben (Kleinmachnow) und Christoph Pfingsten (Stahnsdorf) am Samstag ins Juniorenrennen. Dagegen gehen die deutschen Männer in Abwesenheit des verletzten Ex-Meisters Malte Urban (Herford) am Sonntag als Außenseiter an den Start. Das BDR-Quartett führt Jens Schwedler (Halstenbeck) an, der seine Karriere nach der WM beendet.

Selbstbewusst greift Hanka Kupfernagel nach der verpatzten Olympia-Teilnahme nach dem Regenbogentrikot. "Ich will den Titel", sagt die Europameisterin, deren Lebensgefährte und Trainer Ex-Weltmeister Mike Kluge ist. Ihre derzeitige Topform stellte die 30-Jährige, die 2000 und 2001 Cross-Weltmeisterin war und danach zweimal Silber und im Vorjahr WM-Bronze holte, im Weltcup eindrucksvoll unter Beweis.

Ohne Druck tritt Sabine Spitz an. "Eine WM ist immer etwas Besonderes und mit den bisherigen Crossrennen nicht zu vergleichen, aber ich habe nichts zu verlieren", sagte die Südbadenerin, die bei den Olympischen Spielen in Athen Bronze mit dem Mountainbike geholt hatte.

St. Wendel ruft gute Erinnerungen hervor

An St. Wendel haben Spitz und Kupfernagel gute Erinnerungen. Im vergangenen Jahr feierte Kupfernagel dort einen Weltcupsieg, Spitz holte bei der Mountainbike-EM 2001 Silber. Beunruhigt ist Spitz nur wegen der Bedingungen mit Schnee und Eis auf dem 2,8-km-Kurs: "Beim Mountainbike gibt es einen solchen Untergrund überhaupt nicht und bei den Crossrennen wurde ich bisher auch noch nie damit konfrontiert. Da fehlt mir die Sicherheit."

Bundestrainer Peter Weibel (Plankstadt) hofft jedenfalls, dass Kupernagel und Spitz die Titelverteidigung der Französin Laurence Leboucher verhindern können: "Wenn sich Hanka und Sabine taktisch klug verhalten, ist einiges möglich."

Als Top-Favorit bei den Elite-Profis gilt der im Gesamt-Weltcup führende Belgier Sven Nijs, dem noch ein WM-Titel in der Eliteklasse fehlt. "Ich glaube, dass ich es diesmal schaffen kann", sagt der ehemalige Nachwuchs-Champion. Den WM-Hattrick will sein Landsmann Bart Wellens als Titelverteidiger perfekt machen. Insgesamt 254 Akteure aus 20 Nationen und über 30 000 Zuschauer werden am Wochenende bei der insgesamt sechsten Cross-WM auf deutschem Boden seit 1955 erwartet.

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