Bei Team-Präsentation fehlte die deutsche Flagge

Klöden kämpft für den Euro


Andreas Klöden (RadioShack-Nissan) | Foto: ROTH

07.01.2012  |  (rsn) - Pressekonferenz des neuformierten Team Radioshack-Nissan: Teamchef Johan Bruyneel sowie die Kapitäne Fränk und Andy Schleck, Chris Horner, Fabian Cancellara und Andreas Klöden nehmen Platz. Vor ihnen steht jeweils ein Namensschild, links davon die jeweilige Flagge ihres Heimatlandes. Eigentlich nichts Ungewöhnliches.

Während man vor Schlecks also die luxemburgische, vor Cancellara die Schweizer und vor Horner auf die US-Flagge sieht, sucht man bei Klöden die deutsche Flagge allerdings vergebens. Statt dessen leuchtet dort die blaue Europa-Fahne mit dem goldenen Sternenkreis.

Radsport News fragte während der Pressekonferenz bei Klöden nach, was es damit auf sich habe. Der Wahl-Schweizer zeigte sich zunächst leicht irritiert, drehte sein Namensschild um und begutachtete die aufgedruckte Flagge.

Schlagfertig antworte Klöden schließlich: "Ich kämpfe für den Euro. Mit dem Euro geht es bergab, ich will dafür sorgen, dass es wieder aufwärts geht." Wie das Luxemburger Wort berichtet, war der Flaggentausch nicht beabsichtigt. Vielmehr stand keine deutsche Flagge zur Verfügung.

Klöden machte insgesamt einen lockeren und gelösten Eindruck. Im Verlauf der Pressekonferenz war der 36-Jährige noch zu weiteren Späßen aufgelegt. So ließ er die Frage "Welche Rolle nehmt ihr bei der Tour ein? Helft ihr den Schlecks oder habt ihr eigene Ambitionen", die sowohl an ihn, als auch an Chris Horner gerichtet war, von seinem Teamkollegen beantworten. Als Horner in epischer Breite Stellung genommen hatte, dass man alles für die Schlecks geben wird, ergänzte Klöden kurz und bündig: "Ich stimme ihm zu."

Auch nach dem offiziellen Teil stand Klöden Rede und Antwort. Im Interview mit Radsport News (Video siehe link unten) kündigte er an, ein ähnliches Vorbereitungsprogramm auf die Tour fahren zu wollen wie in der Vorsaison. "Die Bayern-Rundfahrt passt mir nicht ins Programm, sie findet zu früh statt. Aber vielleicht fahre ich auch den Giro - je nachdem, wie das Frühjahr läuft", sagte der Routinier.

Klöden, der bei der Tour 2011 schwer gestürzt war und sich dabei eine heftige Rückenverletzung zugezogen hatte, hofft auf ein Jahr ohne solche Rückschläge. "Dann ist alles möglich. Wenn ich gesund bin, habe ich bewiesen, dass ich gute Ergebnisse herausfahren kann"; sagte der zweimalige Zweite der Tour de France. Klöden hält sogar einen ganz großen Coup für möglich: "Ich möchte noch eine dreiwöchige Landesrundfahrt gewinnen. Ich habe das Potenzial dazu, aber es muss auch alles passen", erklärte er.

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