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Zehn Übungen

Kinder fit für den Schulweg machen

Von Thomas Geisler

Foto zu dem Text "Kinder fit für den Schulweg machen"
| Foto: pressedienst-fahrrad/ puky.de

18.08.2021  |  Kein Sportunterricht, kaum Vereinssport – Kinder litten in der Corona-Zeit stark unter Bewegungsmangel. Auch der Schulweg per Rad fiel oft dem „Homeschooling“ zum Opfer. Dieser Bewegungsmangel kann sich auf die Verkehrssicherheit auswirken: Untrainierte Kinder haben beispielsweise Probleme, die Balance zu halten, und/ oder zeigen Koordinations-Schwächen. Der pressedienst-fahrrad stellt ein paar einfache Übungen vor, mit denen Kinder ihre Koordination auf dem Fahrrad verbessern und mit Spaß für den Straßenverkehr fit werden.

1) Absteigen auf der „falschen“ Seite
Was banal klingt, ist in der Praxis für viele Kinder eine Herausforderung. "Alle Radfahrenden haben unbewusst zum Auf- und Absteigen eine Schokoladenseite“, erklärt Guido Meitler vom Kinderfahrzeug-Spezialisten Puky: "Das Training der ungeübten Seite verbessert die Koordinations- und Reaktionsfähigkeit, was im Straßenverkehr sehr wichtig ist." Beim Training helfen beispielsweise Hütchen, an denen auf Zuruf mit dem „falschen“ Fuß abgestiegen werden muss. Als Variation können die Kinder auch abwechselnd in beide Richtungen absteigen.

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2) Zielfahren
Die Kinder müssen kleine Gegenstände (Bierdeckel, Holztäfelchen, Pappdeckel  oä) mit dem Vorder- und/ oder Hinterrad überfahren oder direkt auf dem Hindernis bremsen. Wichtig ist dabei, dass die Kinder die Stücke beim Überfahren auch spüren oder hören. „Spielerisch wird so die Raum- und Bewegungswahrnehmung gefördert und den Kindern das Gefühl für Entfernungen und Geschwindigkeiten vermittelt“, erläutert Birgit Greif, Brand Managerin beim Fahrradhersteller Winora. Eine Spielart der Übung ist, dass die Kinder ohne Hilfe der Bremse durch Ausrollen auf dem Hindernis zum Stehen kommen.

3) Anhalten, ohne den Boden zu berühren
Eine Übung für die Gleichgewichtsfähigkeit: Die Kinder fahren auf einen festen Gegenstand wie eine Laterne oder einen Baum langsam zu, bremsen und halten sich mit einer Hand daran fest. In dieser Position sitzend auf dem Rad verharren, ohne dass die Füße den Boden berühren, nach ein paar Sekunden weiterfahren.

4) Turmbau per Fahrrad
Eine Übung, die etwas mehr Hilfsmittel benötigt, dafür aber auch viel Spaß bereitet: Die Kinder nehmen während der Fahrt einen Karton oder eine Dose von einem Tisch und stellen sie auf einem anderen Tisch ab. Bei weiteren Durchgängen werden die neuen Sachen auf dem zweiten Tisch gestapelt und so ein Turm gebaut. „Diese Übung fördert die Gleichgewichtsfähigkeit, aber auch die Koordination und die Körperbeherrschung – außerdem macht sie richtig Spaß“, sagt Felix Pätzold vom Fahrradhersteller Ghost.

5) Langsam-Rennen
Für diese Übung fahren die Kinder auf eine kurzer Fahrstrecke von rund 20 Metern möglichst langsam: Wer zuletzt ankommt, gewinnt; die Füße dürfen dabei nicht abgesetzt werden. Die Fahrbahn kann dabei seitlich begrenzt werden, damit die Kinder nicht Schlangenlinien fahren. "Ein Rennen, wer die langsamste Schnecke ist? Für Kinder ein echter Spaß - und dabei schulen sie spielerisch ihre Balance-Fähigkeiten", so Guido Meitler von Puky.

6) Rollern
Das Fahrrad als Roller nutzen: Für Kinder ungewohnt, aber ein Spaß: Man steigt mit einem Fuß auf ein Pedal (entweder mit dem rechten Fuß auf das linke Pedal oder umgekehrt), stößt sich ab und rollert los. Guido Meitler: "Roller sind für Kinder bereits im Vorschulalter eine sinnvolle Anschaffung. Sie schulen die Motorik und den Gleichgewichtssinn. Bei der Übung mit dem Fahrrad wird ein ähnlicher Effekt erzielt." Übrigens: Mit dem Fahrrad rollern ist als Fortbewegung  in Fußgängerzonen offiziell erlaubt – auch für Erwachsene.

7) Ball prellen
Diese Übung erfordert Koordination und Konzentration. Bei langsamer Fahrt wird mit einer Hand ein Ball auf dem Boden geprellt. Wenn das gelingt, kann die Übung erweitert werden: Wer schafft es, dabei eine Kurve zu fahren? Was passiert, wenn man die Geschwindigkeit ändert? Wie schafft man es, den Ball häufiger zu prellen? Eine weitere Spielart: Zwei Kinder werfen sich während der Fahrt den Ball mit einer Hand zu.

8) Rechts vor links
Für Erwachsene ist die Vorfahrtsregel „Rechts vor Links“ eine Selbstverständlichkeit, für Kinder aber eine Herausforderung. Dabei lässt sich die Regel in der Theorie zwar schnell erklären, ohne praktische Übungen aber nur schwer vermitteln. Eine Übung: Ein abgesteckter Parcours, in dem zwei Kinder abwechselnd in der Mitte einen Kreuzungspunkt passieren. Da die Markierung umkurvt werden, müssen sich die Kinder immer neu darauf konzentrieren, wer Vorfahrt hat.

9) Durcheinanderfahren
Eigentlich eine einfache Übung, die allerdings viel Koordination und Aufmerksamkeit erfordert: Auf einer abgetrennten Fläche fahren mehrere Kinder wild durcheinander. Schnell wird dabei klar, dass Zusammenstöße dabei nur unter Einhalten von Regeln verhindert werden können. Volker Dohrmann von Stevens Bikes erklärt den Trainings-Effekt: "Die Kinder lernen dadurch, andere Verkehrsteilnehmer/innen und deren Geschwindigkeiten spielerisch wahrzunehmen. Und sie können Rückschlüsse auf ihr eigenes Verhalten ziehen. Rücksichtnahme und Respekt gegenüber den anderen wird zudem geschult."

10) Ratespiel per Rad
Eine Übung für ältere Kinder, die Konzentration und Koordination erfordert: Man fahrt auf einer abgesteckten, am besten kurvenreichen Strecke; am Rand sind Schilder angebracht, auf denen entweder Wörter oder Zahlen bzw. mathematische Symbole stehen. Die Schilder können bunt verteilt und in verschiedenen Höhen angebracht sein. Am Ende der Strecke müssen die Kinder entweder einen Lösungssatz aus den Wörtern oder das Ergebnis der Mathe-Aufgabe sagen. „So lernen die Kinder, dass Radfahren automatisch funktioniert, während sie sich auf die Umgebung konzentrieren. Eine wichtige Voraussetzung für den Straßenverkehr“, weiß Guido Meitler von Puky.

Thomas Geisler ist Redakteur beim Pressedienst Fahrrad.

 

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