Nach Etappensieg neuer Führender der UAE Tour

Pogacar lässt am Jebel Jais Prophezeiung wahr werden

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Pogacar lässt am Jebel Jais Prophezeiung wahr werden"
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates – XRG) hat die 3. Etappe der 7. UAE Tour gewonnen. | Foto: Cor Vos

19.02.2025  |  (rsn) – Er hatte es vorausgesagt und am Ende auch alles dafür getan, dass es dazu kam. Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hat die 3. Etappe der UAE Tour gewonnen, die nach 181 Kilometern mit einer Bergankunft am Jabel Jais endete. Und in einem Sprint, den der Weltmeister souverän für sich entschied.

Nur deshalb, weil er bei seinem ersten Saisonsieg schon einige Meter vor dem Strich wieder rausnahm, wurden Oscar Onley (Picnic -PostNL) und Felix Gall (Decathlon – AG2R La Mondiale) auf den Plätzen zwei und drei sowie Lennert Van Eetvelt (Lott), Giulio Ciccone (Lidl – Trek) und Finn Fisher-Black (Red Bull – Bora – hansgrohe) dahinter zeitgleich gewertet.

Pogacar führt mit seinem Sieg nun auch die Gesamtwertung an. Der bisherige Mann im Roten Trikot, Joshua Tarling (Ineos Grenadiers), schlug sich wacker, musste erst bei zwei Kilometern vor dem Ziel abreißen lassen und kassierte lediglich 26 Sekunden, was zu Gesamtplatz zwei mit 18 Sekunden Rückstand auf Pogacar reicht. Dahinter reiht sich das Movistar-Duo Pablo Castrillo und Ivan Romero ein, Fisher-Black rückte auf Rang fünf vor.

Lange Zeit passierte im gut 20 Kilometer langen Schlussanstieg wenig. UAE hielt das Tempo hoch und verkleinerte das Feld dadurch, sukzessive, doch die Kletterer ließen sich damit nicht abhängen. Vier Kilometer vor dem Ziel übergab die Heimmannschaft dann an Decathlon. "Wir mussten die Kontrolle sehr früh übernehmen. Wir haben Ineos gefragt, ob sie dem Trikot Ehre erweisen wollen, aber wir waren auf uns gestellt“, begründete Pogacar die für UAE-Verhältnisse beinahe verhaltene Fahrt. "Lotto hat etwas geholfen, und dann am Berg sind wir unser Tempo gefahren."

Für den 26-Jährigen war es der bereits dritte Sieg als Weltmeister. "Es ist natürlich schön, im Regenbogentrikot zu gewinnen. Ein Teil von mir hat sogar gehofft, dass Tarling dranbleiben würde, um das Führungstrikot zu halten. Aber ich bin natürlich auch mehr als glücklich, es morgen anzuziehen.“

Für den weiteren Verlauf der Rundfahrt zeigte er sich vorsichtig. "Es ist noch nicht vorbei. Man weiß nie, was hier auf den Flachetappen passiert. Man kann das Rennen da sehr schnell verlieren. Deshalb ist noch nichts gewonnen – wir sind morgen erst bei der Halbzeit." Die Bergankunft am Schlusstag auf dem Jebel Hafeet scheint ihm da weniger Sorgen zu bereiten.

Aus deutscher Sicht lieferten Ben Zwiehoff (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) ab. Als 14. bzw. 15. erreichten beide das Ziel mit je sieben Sekunden Rückstand. In der Gesamtwertung trennen beide drei Sekunden. Zwiehoff ist mit 50 Sekunden Rückstand auf Pogacar auch im Gesamtklassement 14., Steinhauser folgt zwei Positionen dahinter.

So lief die 3. Etappe der UAE Tour 2025:

Alte Bekannte zeigten sich im ersten Teil der Etappe. Die Ausreißer vom Auftakt, Samuele Tarozzi im Schwarzen Trikot für den Besten in der Zwischensprint-Wertung, Federico Biagini (beide VF Group – Bardiani CSF – Faizane) und Carlos Samudio (Solution Tech – Vini Fantini) hatten sich wieder auf den Weg gemacht, um die Punkte zu kämpfen. Beide Rivalen hatten diesmal noch jeweils einen weiteren Helfer dabei: Lorenzo Conforti für Tarozzi, Dorde Duric für Samudio.

Anfangs arbeiteten beide Parteien gut zusammen, der erste Sprint ging an Duric. Doch danach zerfleischten sich die Kontrahenten. Von heftigen Wortgefechten bis hin zu Stehversuchen war in der Anfahrt auf den zweiten Sprint alles dabei, letztlich setzte sich Samudio mit Biagini ab, gewann den Sprint und damit das Trikot.

Das Streckenprofil der 3. Etappe der UAE Tour | Foto: Veranstalter

Danach begann das Rennen um den Tagessieg und der Kampf um die Gesamtwertung. 18 Kilometer vor dem Ziel begann UAE mit seinem Tempodiktat, das allerdings 4000 Meter vor Schluss endete, als mit Domen Novak der letzte Mann, der für die Tempoarbeit eingeteilt war, aus der Führung ging.

Pogacar attackierte hier allerdings noch nicht, stattdessen übernahm Decathlon die Arbeit. Gall versuchte sich bei 1800 Metern vor der Linie mit einer Attacke, kam aber nicht weit. Es blieb der einzige Angriff, so dass es zum von Pogacar vorhergesagten Bergaufsprint kam. Den entschied der Weltmeister für sich, nachdem er sich 300 Meter vor der Linie an die Spitze setzte und bei der Hälfte davon den Sprint anzog. Vorbei gehen konnte keiner mehr. Doch weil Pogacar schon vor dem Strich wieder rausnahm, konnten die nächsten Verfolger wieder herankommen, so dass es Zeitabstände erst ab Platz sieben gab.

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