Rennbericht Team VeloLease - 167 km, 4300 Hm, 7 Pässe

Granfondo Livigno: Teamwork auf den schönsten Alpenpässen

Von Elias Jakobs

Foto zu dem Text "Granfondo Livigno: Teamwork auf den schönsten Alpenpässen"
Am Start in Livigno | Foto: Team VeloLease

01.07.2026  |  167 Kilometer, 4300 Höhenmeter und sieben Pässe – nur zwei Wochen nach dem für uns recht erfolgreichen SuperGiro Dolomiti folgte mit dem Granfondo Alé Livigno für neun Fahrer des Team VeloLease die nächste Herausforderung in den Bergen.

Bereits der Start in Livigno auf 1800 Metern Höhe verlangte den Teilnehmern einiges ab, und sechs der sieben Pässe überschritten die 2000-Meter-Marke. Neben den zu bewältigenden Höhenmetern spielte damit auch eine gute Anpassung an die Höhe eine entscheidende Rolle. Belohnt wurden die Fahrer mit einer beeindruckenden Alpen-Kulisse und einigen der schönsten Pässe Europas, darunter Bernina, Umbrail und Foscagno.

Behördliche Auflagen wegen Baustellen und einzelne Schotter-Passagen in den Abfahrten machten ein etwas anderes Renn-Format nötig: Alle Abfahrten und Flachstücke wurden neutralisiert gefahren, in die Gesamtwertung ein gingen nur die Zeiten in den Anstiegen.

Dadurch konnte sich unser Team nach den Bergwertungen immer wieder zusammenschließen und die Talabschnitte gemeinsam absolvieren. Das erleichterte nicht nur die Kräfte-Einteilung, sondern sorgte auch für eine besondere Team-Atmosphäre - eine willkommene Abwechslung zu den sonst oft stressigen Rennen mit kompletter Zeitnahme.

Forcola und Bernina im Doppelpack

Schon nach wenigen flachen Kilometern in Richtung Schweiz begann mit der Forcola di Livigno der erste Anstieg, es folgte der 2328 Meter hohe Bernina-Pass. Zwar war die Bergwertung mit nur drei Kilometern vergleichsweise kurz, doch unser Team platzierte sechs Fahrer unter den Top 20. Wegen der noch bevorstehenden schweren Anstiege war damit noch längst keine Vorentscheidung gefallen.

So war es noch nicht ausschlaggebend, dass Maxime und Basti noch nicht ganz in das Rennen gefunden hatten, während Elias aufgrund von zwei Wochen Trainingspause durch Krankheit das Rennen hier noch defensiv anging.

Nach einer langen Abfahrt wartete rund 50 Kilometer später der Ofen-Pass. In den flacheren Passagen war wegen Gegenwind Team-Arbeit gefragt. Quirin Raubinger, Florian Christ, André Reinlein und Elias Jakobs arbeiteten im zweiten Teil des Anstiegs gut zusammen und ermöglichten Quirin so die Tagesbestzeit an diesem Anstieg. Er nahm dem späteren Gesamtsieger dort rund eine Minute ab.

Der Umbrail als Scharfrichter des Tages

Nach einer Verpflegung auf der Passhöhe wartete mit dem Umbrail-Pass der längste und zugleich anspruchsvollste Anstieg des Tages. Trotz mittlerweile hoher Temperaturen und einer Höhe von knapp 2500 Metern zeigte das Team erneut eine beeindruckende Leistung. Auch hier konnten sich sechs unserer Fahrer unter den Top-20-Zeiten des Anstiegs platzieren.

Ohne nennenswerte Erholung folgten unmittelbar die beiden letzten Bergwertungen. Hier zahlte sich nun das kluge Renn-Tempo unserer Mannschaft aus. Besonders Basti Stöhr und Maxime Hagendorf, die sich zu Rennbeginn noch nicht ganz in Bestform fühlten, steigerten sich und konnten an den finalen Anstiegen noch entscheidende Zeit für die Gesamtwertung gutmachen.

Das Finale bildete der berüchtigte Anstieg zur rund 2400 Meter hoch gelegenen Skistation Mottolino. Mehrere zweistellige Rampen, teilweise auf Schotter, verlangten den Fahrern ein letztes Mal alles ab, bevor das Ziel erreicht war.

Fünf Fahrer in den Gesamt-Top-20

Unsere Ergebnisse können sich mehr als sehen lassen: Quirin Raubinger fuhr auf Rang sechs im Gesamt-Klassement und auf einen herausragenden dritten Platz seiner Altersklasse. Den Gesamtsieg fuhr der mehrfache Sieger des Ötztaler Radmarathons, Jack Burke ein. Quirin fehlten dafür lediglich dreieinhalb Minuten, das Gesamt-Podium verpasste er um nur 45 Sekunden.

Für Erfolge in den Altersklassen sorgten André Reinlein und Basti Stöhr, die jeweils souverän ihre Siege einfuhren - hier wurden Konstanz und Klasse im gesamten Rennen belohnt. Für Basti war es der erste Altersklassen-Sieg bei einem Rennen in den Alpen. Auch Florian Christ (AK P2) lieferte ein bärenstarkes Rennen ab und kam auf Gesamtrang acht. Komplettiert wurde das starke Mannschaftsergebnis durch Elias Jakobs (17. Gesamt/ AK 6.), Daniel Haible (21./ AK 6.), Maxime Hagendorf (23./ AK 7.), Ronny Stober (35./ AK 5.) und Maurice Mack auf Gesamtrang 53.

Besonders beeindruckend für unser Team war nicht nur die Vielzahl an Spitzenplatzierungen, sondern die außergewöhnliche Konstanz der gesamten Mannschaft. Mit sieben Fahrern unter den besten 23 des Gesamt-Klassements, zwei Altersklassen-Siegen, einem weiteren Podest-Platz und zahlreichen weiteren Top-Platzierungen in den Altersklassen zeigte das Team Velolease eindrucksvoll seine Stärke in den Bergen.

Wir freuen uns schon auf das nächste Rennen!

Elias Jakobs ist Fahrer im Team Velolease.

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