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23.08.2026 | (rsn) - Auf der letzten Etappe konnte der Top-Sprinter der 40. Deutschland-Tour doch noch jubeln: Der Franzose Paul Magnier (Soudal – Quick Step) hat in Heilbronn im Herzschlagfinale den Sprint einer großen Gruppe vor Danny van Poppel (Red Bull – Bora – hansgrohe) gewonnen. Nicht nur der Kampf der schnellen Leute untereinander sorgte für Hochspannung bis zum Schluss. Der Mexikaner Isaac Del Toro (UAE - Emirates - XRG), der sich am letzten Anstieg abgesetzt hatte, wurde erst 75 Meter vor dem Ziel wieder gestellt.
Dritter wurde auf dem 170 Kilometer langen Tagesabschnitt mit Start und Ziel in Heilbronn Tim Torn Teutenberg (Lidl - Trek), der damit das beste Ergebnis eines Deutschen Profis bei dieser Austragung einfuhr. "Ich komme ja eigentlich immer ganz gut alleine zurecht. Diesmal habe ich Matteo (Sobrero, d. Red.) gesagt, er soll bei den Attacken nochmal mitgehen", schilderte Teutenberg gegenüber radsport-news.com die für ihn entscheidende Phase. "Irgendwann kamen die Jungs von Quick-Step. Da habe ich versucht, mich dranzuhängen, verlor sein Hinterrad aber nochmal. Kurz vor dem Sprint lag ich dann zwei Positionen dahinter und musste etwas früher rausgehen, weil ich schon losfahren musste, sobald wir um die Kurve kamen. Aber Magnier ist dieses Jahr einfach schwer zu schlagen", sagte der Lidl-Trek-Profi, der mit dem Ergebnis sehr zufrieden war.
In der Gesamtwertung vergrößerte Del Toro seinen Vorsprung zum Franzosen Louis Barré (Visma – Lease a Bike) durch eine Zeitgutschrift noch auf 53 Sekunden. Als Dritter beendete der Schweizer Marc Hirschi (Tudor, +1:08) die Rundfahrt. Maximilian Schachmann (Soudal – Quick-Step, +1:28) verteidigte als bester Deutscher seinen neunten Gesamtrang.
"Ich bin super happy. Ich war diese Woche etwas frustriert, weil ich zweimal nah dran und war. Ich wollte unbedingt noch einen Sieg in Deutschland holen. Heute war ich mir bei meinem Sprint sicher, und als ich sah, dass Del Toro noch einen Vorsprung hatte, habe ich mich entschieden, meinen Sprint früh zu starten, um sicherzugehen, dass ich eine Chance habe", erklärte der strahlende Etappengewinner im Sieger-Interview. Außerdem waren Magniers Eltern an der Strecke, obendrein feierte seine Cousine Geburtstag – das habe den Sieg noch schöner gemacht, so der Sprnter. Del Toro habe es den Verfolgern sehr schwer gemacht durch seine Flucht, doch Schachmann sei letztlich auch ein tolles Lead-out gefahren.
"Es war eine wirklich schöne Woche hier, eine großartige Rennerfahrung", kommentierte Del Toro seinen vierten Rundfahrtsieg dieser Saison nach der Tour d’Auvergne-Rhone-Alpes, Tirreno-Adriatico und der UAE Tour. Es sei gar nicht sein Plan gewesen, auf den Etappensieg zu gehen. Vielmehr habe er den Sicherheitsaspekt im Hinterkopf gehabt, als er sich vor der finalen Abfahrt absetzte. "Aber dann sagte ich mir: Warum nicht? Und bin Vollgas gefahren." Am Ende sei es dann knapp gewesen. Dass es wie am Vortag nicht mit dem zweiten Etappenerfolg klappte, störte den Mexikaner augenscheinlich wenig, denn er strahlte während des Interviews über das ganze Gesicht.
Ein Achtungserfolg aus deutscher Sicht gelang Miguel Heidemann (Rembe – rad-Net), der am letzten Tag das Bergtrikot der D-Tour mit einer erneuten Flucht nicht nur verteidigte, sondern sein Konto noch auf 17 Punkte aufstockte. "Ich habe die ganze Woche richtig genossen. Auch der Trikot-Wechsel mit meinem Teamkollegen (Ole Theiler, der das Bergtrikot einen Tag lang trug, d. Red.) war großartig. Es jetzt nach Hause zu bringen, fühlt sich noch besser an", sagte der ebenfalls strahlende Kletterkönig nach dem Rennen.
Del Toro nahm auch das Trikot des besten Nachwuchsfahrers und obendrein das des Punktbesten mit, wobei ihm Magnier durch den Etappensieg noch bis auf zwei Zähler auf die Pelle gerückt war. Die Mannschaftswertung gewann Movistar mit 4:48 Minuten Vorsprung zu Soudal – Quick-Step für sich.
Miguel Heidemann (Rembe - Rad-Net), Ben Felix Jochum (Lotto - Kern Haus), Ian Kings (Visma - Lease a Bike), Dominik Röber (Nationalteam), Lennart Voege (Storck - MRW Bau) und Ko Molenaar (Picnic – PostNL) bildeten die Gruppe des Tages. Bis zu 3:30 Minuten fuhr das Quartett heraus. Doch speziell die Teams Soudal – Quick-Step und Red Bull – Bora – hansgohe kontrollierten die Sache, um einen weiteren Massensprint herbeizuführen. Auch UAE – Emirates – XRG stieg später mit ein.
Als es erstmals den Anstieg zum Jägerhaus hinauf ging, der den Rundkurs des Finales prägte, trennten Spitze und Feld nur noch 1:15 Minuten. Am drittletzten Bergpreis der diesjährigen Deutschland Tour holte sich Heidemann drei Punkte und machte damit im Kampf um diese Sonderwertung den Sack zu. Röber, Molenaar und Voege fielen zurück – das verbliebene Trio erwies sich als erstaunlich zäh und erreichten die Bergwertung noch ein zweites Mal vor dem Feld.
Das Streckenprofil der 4. Etappe der Deutschland Tour | Foto: Veranstalter
Barré probierte es dort mit einer Attacke konnte aber weder Del Toro noch Hirschi in Verlegenheit bringen. Heidemann, Kings und Jochum wurden schließlich 14 Kiometer vor dem Ziel gestellt, als es gerade wieder in das Jägerhaus hinein ging. Visma – Lease a Bike versuchte, eine weitere Barré-Attacke vorzubereiten, doch auch diesmal war Del Toro hellwach und sprang wie Vacek mit. Hirschi wiederum fiel der Tempoverschärfung des Gesamt-Zweiten zum Opfer.
An der letzten Bergwertung setzte sich Del Toro seine beiden Begleiter ab und sammelte noch einmal drei Bonifikationssekunden ein, während Barré und Vacek sechs Kilometer vorm Ziel von der Hauptgruppe gestellt wurden. Beinahe hätte der Mann in Blau die Etappe gewonnen, doch auf den letzten 100 Metern wurde er von den heranfliegenden Sprintern eingeholt. Magnier spurtete als Erster an ihm vorbei und ließ van Poppel nicht mehr vorbei.
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