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28.08.2026 | (rsn) – Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) ist am Ziel – wenn auch nur vorerst. Das Grüne Trikot trägt der Belgier ab der 8. Etappe der Vuelta a Espana nicht mehr nur stellvertretend für den Gesamtführenden Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG), es ist wirklich “seines“. Dafür musste der Paris-Roubaix-Sieger während der Etappe nach Aramon Valdelinares viel investieren. Rund 3500 Höhenmeter standen bei 150 Kilometer Streckenlänge auf dem Programm – und van Aert attackierte ab Kilometer null.
“Im Moment tun mir auf jeden Fall die Beine weh“, sagte er nach der Etappe am Eurosport-Mikrofon. “Ich dachte, dass es eine gute Möglichkeit für die Gruppe ist. Mit dem Trikot ist es noch einmal schwerer, in die Gruppe zu kommen. Deswegen habe ich mir gesagt, warum probiere ich es nicht gleich. Dann war ich den ganzen Tag vorne, aber das hat auch viel Kraft gekostet.“ ___STEADY_PAYWALL___
Es zahlte sich aus: Zum ersten Mal bei dieser Spanien-Rundfahrt kam die Gruppe durch. Van Aert sicherte sich nicht nur die 20 Punkte beim Zwischensprint, sondern auch noch weitere 15 im Ziel – als Etappendritter. "Ich bereue es etwas, dass ich kein Selbstvertrauen für den Schlussanstieg hatte“, haderte er ein wenig und fügte erklärend an: “Unterwegs dachte ich mir, es wäre gut, die Punkte beim Zwischensprint einzustreichen und dann einen Vorsprung zu haben, um mindestens in den Top 5 zu landen. Das war die Idee, die ich lange hatte. Aber am Schlussanstieg habe ich gesehen, dass die Anderen auch alle müde waren."
Sein selbstkritisches Fazit nach einem starken Auftritt: "Vielleicht hätte ich es etwas schlauer angehen sollen. Aber das liegt auch in meiner Natur. Ich habe mich selbst unterschätzt.“
Sich selbst unterschätzt, aber ins Grüne Trikot gefahren. Das rief der Belgier nach der 7. Etappe nun auch offiziell zum Ziel aus: “Ich hoffe, ich muss nicht immer so viel Energie aufwenden, um die Zwischensprints zu gewinnen. Aber in der Vuelta braucht man auch die Bergbeine, um in der Punktewertung kompetitiv zu sein. Die Beine sind da. Also versuchen wir es!“
Auch die schärfsten Konkurrenten hat van Aert bereits ausgemacht. Einerseits könnte einer aus den eigenen Reihen kommen – Matthew Brennan dürfte auf der Flachetappe nach Xeraco der Topfavorit auf den Tagessieg sein und damit mindestens nahe an das Spitzenduo heranrücken.
Mit dem Teamkollegen würde sich van Aert wohl einig werden, der größte Widersacher trägt aber derzeit das Rote Trikot und heißt Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG). "Wir haben versucht, so viele Punkte wie möglich zu bekommen. Mit Tadej haben wir auch einen klaren Gegner. Es wird ein großer Kampf bis zum Ende. Aber ich bin bereit dafür", sagte der 31-Jährige.
Wout van Aert (Visma - Lease a Bike) war der Aktivposten auf der 7. Etappe der Vuelta. | Foto: Cor Vos
Angesichts der vielen Höhenmeter bei dieser Vuelta wird van Aert häufig bei Zwischensprints punkten müssen, um Pogacar, der aktuell nur zwei Zähler hinter ihm liegt, das Grüne Trikot streitig zu machen. Der zweimalige Etappensieger Brennan müsste seinerseits bei allen "flacheren Gelegenheiten" volle Punktzahl holen.
Bereit scheinen van Aerts Bergbeine jedenfalls zu sein, auch wenn er Sieger Andreas Leknessund (Uno-X Mobility) am Schlussanstieg nicht mehr folgen konnte. Für den Gewinner des Tages – der vom Start weg an seiner Seite war – hatte van Aert nur Lob übrig: “Ich habe mich heute echt stark gefühlt. Mit Andreas (Leknessund) hatte ich vom Start weg einen guten Begleiter. Am Ende ist es auch schön, zu sehen, dass er es geschafft hat. Er hat es verdient. Es war einer der Tage, die ich sehr gerne mag“, freute sich der Belgier für seinen Fluchtbegleiter.
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