“Habe einfach Galls Tempo beibehalten“

Am Schlussanstieg musste Pogacar doch noch mal ran

Von Paul Grosch

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Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) konnte seine Konkurrenten auch auf der 7. Vuelta-Etappe distanzieren. | Foto: Cor Vos

28.08.2026  |  (rsn) – Die Chancen der Ausreißergruppe bei der Vuelta a Espana 2026 stehen und fallen mit UAE – Emirates – XRG. Das wurde auch auf der 7. Etappe deutlich. Andreas Leknessund (Uno-X Mobility) konnte die erste Möglichkeit nutzen und in seinen ersten Grand-Tour-Tagessieg ummünzen ummünzen. Das Team von Tadej Pogacar hielt sich dagegen den ganzen Tag über zurück und versuchte Kräfte zu sparen. Am Schlussanstieg war es dann Decathlon – CMA – CGM, das für Felix Gall das Tempo erhöhte.

“Ich hätte es bevorzugt, wenn wir einfach unser Tempo hätten fahren können“, sagte Pogacar im Ziel bei Eurosport. “Aber Decathlon hat dann ein richtig hartes Tempo gesetzt. Der Anstieg liegt ihnen. Also mussten sie es versuchen. Dadurch wurde die GC-Gruppe dann in ihre Einzelteile zerlegt. Es war auf jeden Fall Würze drin", bilanzierte er. Galls Attacke konnten zunächst nur Pogacar und Enric Mas (Movistar) folgen. Wenige hundert Meter später war das Rote Trikot dann plötzlich allein vorne raus.

Pogacar ohne Tempoverschärfung zu erneutem Zeitgewinn

“Gall ist einfach ausgeschwenkt. Ich bin dann durchgefahren und habe sein Tempo beibehalten“, erklärte der Weltmeister die Situation im Flash-Interview. “Dann war ich allein. Als ich gesehen habe, dass sie mir nicht folgen können, habe ich bis zur Kuppe noch Gas gegeben. Es ist gut, dass ich wieder Zeit gutgemacht habe.“ Auf dem deutlich flacheren, letzten Kilometer zog der Slowene aber nicht voll durch, Gall sprintete nur sechs Sekunden hinter dem Gesamtführenden über die Ziellinie.

Am Schlussanstieg konnten so zumindest Pogacars Teamkollegen Kräfte sparen. “Am Ende war es ein guter Tag für uns. Wir haben es gut gemanagt und nicht zu viele Kräfte verbraucht“, zeigte sich der Vuelta-Spitzenreiter zufrieden, auch wenn er einen möglichen vierten Etappensieg an die Ausreißer abtrat. “Es wäre möglich gewesen und wir hätten pushen können. Aber es ist besser, das Team zu schonen.“

Pello Bilbao (Bahrain Victorious) sah dennoch auch künftig gute Chancen für die Ausreißer. “Ich glaube, dass UAE hier kein so starkes Team hat wie bei der Tour. Deshalb können sie nicht alles kontrollieren“, so der Baske, der selber iunter den Ausreißern war. “Wir wissen, dass Tadej alles gewinnen will. Aber sie müssen hier etwas mehr selektieren", meinte der Routinier, der am Saisonende seine Karriere beendet und deshalb seine Abschiedsvorstellung bei der Vuelta gibt.

Pogacar gesteht Fehler bei der Verpflegung ein

Wie viele Etappen Pogacar noch gewinnen, hängt damit nicht so sehr vom Slowenen selbst ab, sondern eher von seinem Team. Und möglicherweise auch von der Verpflegung. Im Finale der von ihm gewonnenen 6. Etappe am Donnerstag nämlich hatte Pogacar vergeblich um Trinkflaschen gebeten. Der Veranstalter hatte die Regel, dass in den letzten 20 Kilometern keine Verpflegung mehr erlaubt ist, trotz erneut großer Hitze nicht gelockert. “Ich habe darauf gezählt, dass wir uns wenigstens vom neutralen Serviceauto versorgen können. Aber das war offenbar nicht erlaubt“, erklärte Pogacar die Situation am Morgen danach, um selbstkritisch anzufügen: “Ich habe einen Fehler gemacht und hatte deshalb keine Flaschen am Rad.“

Auf seine Leistung hatte das jedoch keinen Einfluss. “Ich wusste nicht, dass Enric (Mas) so nah dran war. Am Anstieg ging es mir auch noch ohne Wasser gut. Ich wollte mich nur auf den letzten 10 bis 15 Kilometern noch einmal erfrischen", sagte er rückblickend.

Mit Blick auf Sonntag, wenn es zur Bergankunft am Alto Aitana hinauf geht, wird sich der Weltmeister wohl noch einmal genau über die Regeln zur Verpflegung informieren. “Ich glaube, dass der neunte Tag einer der härtesten der gesamten Vuelta wird", sagte er abschließend.

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