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11.10.2026 | (rsn) – In einem Rennen, das über lange Phasen von einem Ausreißertrio, in dem sich auch der Österreicher Lukas Pöstlberger befand, diktiert wurde, kam es auf den letzten 20 Kilometern der Gravel-WM in Nannup zum Showdown der Favoriten. Beim finalen Sprint aus einer Vierergruppe konnte dann letztendlich ein Däne jubeln. Aber nicht wie erwartet war es der bisherige Gravel-Dominator dieser Saison Mads Würtz Schmidt, der die Arme hochriss, sondern sein Landsmann Magnus Bak Klaris.
Knapp dahinter komplettierten Vorjahressieger Florian Vermeersch (Belgien) mit Silber und Connor Swift (Großbritannien), der den Sprint eröffnet hatte, das Podium. Für Würtz Schmidt blieb nach einem Sturz 3,4 Kilometer vor Ziel nur der undankbare vierte Platz. Nicht minder eindrucksvoll wie Bak Klaris zum WM-Titel spurtete, präsentierte sich der Deutsche Paul Voß. Ähnlich einem Stehaufmännchen mobilisierte er, zwischenzeitlich immer wieder schon abgehängt, alle seine Kräfte und wurde mit lediglich sieben Sekunden auf den neuen Weltmeister Fünfter.
In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonistinnen nach dem Rennen zu sagen hatten.
Magnus Bak Klaris (Dänemark / Weltmeister / Flash-Interview): “Es fühlt sich gerade unwirklich an. Wir haben schon gestern gesehen, dass man Fehler macht, wenn man müde wird. Als Mads stürzte, versuchte ich zu warten und die anderen Jungs die Arbeit machen zu lassen. Ich habe für gewöhnlich keinen guten Sprint. Deshalb war ich ziemlich glücklich, wie Connor Swift (von vorne) das Finale gefahren ist. Zum Schluss hatte ich dann noch einen kleinen letzten Kick. Am Ende ist dann ja alles gut ausgegangen.
Florian Vermeersch (Belgien / Zweiter / Flash-Interview): “Es ist ein wenig enttäuschend, da ich dachte, ein perfektes Rennen abgeliefert zu haben. Am Ende habe ich im Sprint einen kleinen Fehler begangen, als ich mich auf der falschen Seite vom Sieger befand. Aber Glückwünsche an ihn (Bak Klaris), er war den ganzen Tag über super stark. Ich fühlte mich gut und wusste, dass ich mit meiner Größe und meinem Gewicht - die ganzen anderen Jungs wiegen 10 Kilo weniger - den ganzen Tag nur dranbleiben musste.“
Connor Swift (Großbritannien / Dritter / Flash-Interview): “Ich musste den Tag über bei Mads bleiben, da er der Stärkste war. Ich fühlte, dass ich nicht wirklich attackieren wollte, wenn die Gruppe nicht weniger als acht Leute hätte. Dann begannen die Spielchen, aber es passierte nicht wirklich etwas. Als 15 Kilometer vor dem Ziel dann noch 12 Fahrer zusammen waren, dachte ich: Man muss heute schon auf einer Mission sein, um etwas Spezielles zu machen oder Solo anzukommen. Als aber niemand ging, wollte ich alles in den Sprint packen. Ich dachte, es wäre eine gute Idee, in die letzte Kurve als Erster reinzufahren und dann das Tempo bergab mitzunehmen. Aber das ist nicht aufgegangen.”
Paul Voß (Deutschland / 5. Platz / RSN): “Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Es war ein sehr taktisches Rennen, in dem schon am Anfang eine starke Gruppe mit Pöstlberger weggefahren ist. Da dachte ich schon: Das kann auch für alle schief gehen, da er solche Sachen extrem gut kann. Ich fühlte mich das ganze Rennen nicht richtig gut und hatte nach hinten raus auch etwas Magenprobleme. Erst in der letzten Rennstunde sind die Beine aufgegangen, da hat es sich besser angefühlt. Ich weiß gar nicht was ich noch sagen soll… . Ich bin mega happy mit dem fünften Platz, aber natürlich hat mir nach vorne auch nicht viel gefehlt.”
Lukas Pöstlberger (Österreich / 12. Platz / RSN): "Attacke, dann Spitzengruppe und 25 Kilometer vor dem Ziel eingeholt - das war schon meine Taktik, da ich mit Mads und ähnlichen Jungs die Berge nicht hochfahren kann. Wenn man um die Medaillen mitkämpfen will, muss man auch mal ein Risiko eingehen. Ich denke, das hat ganz gut funktioniert, bis es nicht mehr funktioniert hat (lacht). Mit der Taktik habe ich definitiv ein besseres Ergebnis erzielt und war lange auf Medaillenkurs. Ich bin mega happy für Paul (Voß)."
Luis Neff (Deutschland / 30. Platz / RSN): “Das Ergebnis ist ok. Ich hatte mir natürlich mehr erhofft, hatte heute aber nicht so einen guten Tag. Ich habe die ersten zwei Stunden nicht wirklich ins Rennen gefunden. Danach lief es eigentlich ganz gut – was schade war, da ich keine Chance mehr hatte, in die erste Gruppe zu kommen. Die Strecke war cool und der Regen in den letzten beiden Tagen hat das Ganze nochmal interessanter gemacht. Es hat Spaß gemacht, dort zu fahren. Mir hat aber insgesamt die Frische und dieses “Ready fürs Rennen sein“ gefehlt.“
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