“Hatten viele Siege, aber es waren kleinere Siege“

Ineos-Renndirektor Thomas bittet um Geduld: Schritt für Schritt

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Ineos-Renndirektor Thomas bittet um Geduld: Schritt für Schritt"
Geraint Thomas ist bei Netcompany - Ineos inzwischen Renndirektor. | Foto: Cor Vos

05.11.2026  |  (rsn) – Geraint Thomas hat in seinem Podcast Watts Occuring gemeinsam mit Co-Host Luke Rowe auf die Saison 2026 zurückgeblickt und die Leistungen seines Teams Netcompany – Ineos eingeordnet. Dabei gab der Renndirektor des britischen Rennstalls zu, dass man ergebnistechnisch kein gutes Jahr gehabt habe, bat gleichzeitig aber auch um Geduld angesichts der Neustrukturierung des Teams.

"Rein von den Ergebnissen her würde ich sagen es war definitiv nicht gut. Wir hatten viele Siege, aber es waren kleinere Siege. Es gab keine wirklich großen Siege", fasste der Waliser die Fakten zusammen.

Doch die Saison nur daran zu messen, würde die Arbeit hinter der Bühne nicht wertschätzen, erklärte er. "Sagen wir wir starten bei 20 Prozent von dem, was wir mal waren, nur um eine Zahl zu nennen. Du kannst nicht von 20 direkt auf 80 kommen. Es ist wie wenn man eine Leiter hochklettert, oder? Du kannst nicht von der zweiten Sprosse direkt auf die achte steigen. Du musst erst auf die dritte, vierte und fünfte."

Nach Thomas' Karriereende am Ende der Saison 2025 wechselte der Waliser direkt ins Team-Management und übernahm die Rolle des Renndriektors bei den Ineos Grenadiers, die dann im Frühjahr zu Netcompany – Ineos wurden.

Fokus lag 2026 viel auf Neuzugängen

Das Team feierte 36 Saisonsiege und beendete die Saison, genau wie das Vorjahr, auf Platz acht der Weltrangliste – einen schlechteren Platz im Jahresranking hatte der Rennstall nur am Ende seiner allerersten Saison, 2010. Auch wenn Platz acht also alles andere als schlecht ist, für den erfolgsverwöhnten Rennstall mit großem Budget ist das zu wenig.

Allerdings befindet sich Netcompany – Ineos auch mitten im Umbruch: Die Erfolgsgaranten früherer Jahre sind weg oder inzwischen schlicht alt. Egan Bernal ist nach seinem schweren Unfall Anfang 2022 zwar wieder gut, aber gehört nicht mehr zur absoluten Weltspitze der Rundfahrer. Unter Thomas' Führung wird daher neu aufgebaut.

Das zeigt sich auch daran, dass ein Großteil der Erfolge 2026 durch Neuzugänge errungen wurden: Dorian Godon feierte sechs der 13 WorldTour-Siege des Teams und auch sonst lag der Fokus viel auf Kévin Vauquelin, dessen Frühjahr nicht rund lief, sowie Oscar Onley, der nach einem Sturz im Juni die Tour de France auslassen musste.

Umbruch setzt sich 2027 mit vielen Transfers fort

"Ich denke wir sind die Leiter ein paar Sprossen hochgeklettert. Wir sind auch ein paar mal abgerutscht, aber das gehört alles dazu, oder nicht?", meinte Thomas, dessen Team sich auch 2027 weiter umbaut:

Zur neuen Saison verlassen mehr als zehn Fahrer den Kader, darunter auch Superstar Filippo Ganna (zu Lidl – Trek), während bereits neun Neuzugänge bekanntgegeben wurden – darunter die britische Kletterhoffnung Joseph Blackmore und der endschnelle US-Amerikaner Riley Sheehan (beide von NSN), aber auch zwei interessante Spanier: der 21-jährige Markel Beloki (von EF Education – EasyPost) und vor allem die wohl größte Zukunftshoffnung der Iberer, Junioren-Doppelweltmeister Benjamin Noval.

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