Nicht zufrieden mit “schönem vierten Platz“ in der Lombardei

Evenepoel hat “seit der Tour nicht mehr ganz zu Topform gefunden“

Von Kevin Kempf

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Remco Evenepoel (Red Bull - Bora – hansgrohe) entscheidet den Sprint um Platz vier für sich. | Foto: Cor Vos

10.10.2026  |  (rsn) – Fünfmal in Folge hatte Tadej Pogacar die Lombardei-Rundfahrt für sich entschieden, doch wegen der Verletzung des übermächtigen Slowenen bot sich nun anderen die Chance, bei Il Lombardia ein Monument zu gewinnen. Als einer der Hauptanwärter dafür galt Remco Evenepoel (Red Bull - Bora – hansgrohe), doch der Belgier konnte am Civiglio dem Tempo von Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) schon schnell nicht folgen. "Hier muss man bei 100 Prozent sein, aber das war ich nicht", sagte er gegenüber Sporza.

Der Doppel-Olympiasieger sah bergauf in der entscheidenden Phase gar nicht gut aus und bekam von den Profis an seinem Hinterrad auch keine Unterstützung. Stattdessen attackierten sie ihn, als schon lange klar war, dass weder sie noch der Belgier um den Tagessieg würden kämpfen können. Es schien Evenepoel richtig aufzustellen – doch der Doppelolympiasieger ließ den Kopf nicht hängen. Er fuhr stoisch sein eigenes Tempo und kam nach dem Civiglio wieder an die Gruppe, die um Platz vier fuhr, heran.

“Ich bin niemand, der schnell aufgibt. Ich hatte gehört, dass Ciccone aus der Spitzengruppe zurückfiel, also bestand noch die Chance auf einen Podestplatz“, blickte Evenepoel zurück. An der San Fermo della Battaglia konnte er sich bei seinen Konkurrenten halten. Giulio Ciccone (Lidl – Trek) kam zwar noch in Sichtweite, aber er schaffte es mit einer guten Abfahrt als Dritter ins Ziel.

Evenepoel krönte 15 Sekunden dahinter und 1:20 Minuten nach dem Sieger seine starke kämpferische Leistung mit einem langen Sprint, der ihm Platz vier sicherte. “Der vierte Platz ist schön, aber natürlich nicht das, wofür wir hierhergekommen sind“, urteilte er ehrlich.

Seixas unglaublich stark, Evenepoel müde

Doch mehr war an diesem Samstag für ihn einfach nicht drin. “Seixas war unglaublich stark. Ich habe mich den ganzen Tag über gut gefühlt, aber langsam machte sich Müdigkeit bemerkbar. In der letzten Rennstunde fühlte ich mich nicht mehr in super“, verriet er, um dann noch tiefere Einblicke zu gewähren: “Seit der Tour habe ich nicht mehr ganz zu meiner Topform gefunden, und bei Rennen wie heute macht sich das bemerkbar.“

Auch ohne die Topform reihte der 26-Jährige nach der Frankreich-Rundfahrt noch große Siege aneinander. Beginn August gewann er die Donostia San Sebastian (1.UWT), Mitte September den GP de Québec (1.UWT), neun Tage später wurde er Zeitfahr-Weltmeister und Anfang Oktober krönte er sich zum Europameister. Doch auch schlechtere Tage wie die beiden Auftritte in Montreal schlichen sich ein.

“Schauen Sie, es war eine ziemlich lange Saison. Seit Juni gab es bei mir ein ziemliches Auf und Ab – sowohl im Training als auch bei den Rennen. Ich hatte einige sehr gute Tage, aber auch schlechte. Und genau das hat man heute gesehen“, resümierte er. Eine Chance auf einen guten Tag hat Evenepoel in diesem Jahr noch. Am 18. Oktober will er erstmals der Schnellste beim Chrono des Nations (1.1) sein.

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