RSNplusAuch zweite Cofidis-Saison war enttäuschend

Buchmann: “Das ganze Jahr nie meine Topform erreicht“

Von Matthias Seng

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Emanuel Buchmann (Cofidis) | Foto: Cor Vos

24.10.2026  |  (rsn) – Wie in den vergangenen beiden Jahren auch beendete Emanuel Buchmann (Cofidis) seine Saison in China. Und wie schon 2024 – damals in seinem letzten Rennen für Red Bull – Bora – hansgrohe) – und 2025 spielte der Tour-Vierte von 2019 im Gesamtklassement der Tour of Guangxi (2.UWT) keine Rolle.

Diesmal beendete Buchmann die letzte WorldTour-Rundfahrt des Jahres auf dem 39. Platz, konnte sich aber zumindest mit seinem Teamkollegen Milan Fretin freuen, der gleich zwei Etappen gewann.

“Die Tour of Guangxi war für uns auf jeden Fall ein extrem erfolgreiches Rennen, zwei Siege in einer WorldTour-Rundfahrt, das war deutlich mehr als erhofft“, fasste der Kletterspezialist auf Anfrage von RSN das letzte Rennen seiner zwölften Profisaison zusammen.  ___STEADY_PAYWALL___

Während seine Cofidis-Equipe das erste Jahr als Zweitdivisionär mit 18 Siegen – und damit doppelt so vielen wie 2026, als der Rennstall noch über eine WorldTour-Lizenz verfügte – abschloss, konnte Buchmann auch mit seinem zweiten Cofidis-Jahr nicht zufrieden sein. “2026 war definitiv nicht mein bestes Jahr“, gab er zu und lieferte die Erklärung gleich mit: “Im Frühjahr hatte ich eigentlich bei allen Rennen, die ich gefahren bin, entweder einen Sturz oder wurde krank. Und wenn ich das Gefühl hatte, dass ich wieder in Richtung Topform komme, kam immer wieder ein Rückschlag. Im Endeffekt habe ich das ganze Jahr über nie meine Topform erreicht.“

 

Emanuel Buchmann (Cofidis) bei der Teampräsentation zur Tour of Guangxi. | Foto: ASO

So konnte er auch 2026 keinen Sieg einfahren und blieb bei Saisonhighlights wie dem Dauphiné-Nachfolger Tour Auvergne – Rhone – Alpes oder der Vuelta a Espana hinter den Erwartungen zurück. Zuvor war Buchmann von seiner Equipe wegen Formschwäche bereits nicht zur Tour mitgenommen worden – eine Entscheidung, die er schon damals nachvollziehen konnte.

Die Freude an seinem Beruf, die er nach seinem Wechsel von Red Bull zu Cofidis wiedergefunden hatte, hat er allerdings auch jetzt noch. “Ich sehe jetzt definitiv alles ein wenig lockerer und habe nach wie vor Spaß am Radsport, auch wenn das Rennen fahren manchmal weniger Spaß, gerade wenn man nicht topfit ist. Einfacher sind die Rennen ja nicht geworden die letzten Jahre“, sagte Buchmann

Rückstufung in die zweite Liga als Glücksfall für Cofidis

Für sein Team erwies sich die Rückstufung in die zweite Liga in rein sportlicher Hinsicht sogar als Glücksfall, wie etwa die fünf Siege bei WorldTour-Rennen zeigten. “Dadurch, dass wir kein WorldTour-Team mehr waren und uns die Rennen aussuchen konnten, hatten wir deutlich weniger Renntage“, erklärte der zweimalige Deutsche Meister, der selber auf 59 Einsätze kam und damit 23 weniger als noch 2026.

“Letztes Jahr war jeder nur absolut am Limit, gerade ab Mitte der Saison“, erinnerte sich Buchmann, der auch verbessertes Material als weiteren Erfolgsfaktor nannte: “Ab der Tour de France haben wir auch ein neues Rad bekommen, das hat man definitiv auch gemerkt.“

Bei der letzten World-Tour-Rundfahrt des Jahres feierte Buchmanns Teamkollege Milan Fretin zwei Etappensiege und verbesserte damit die Cofidis-Bilanz auf 18 Saisonerfolge.| Foto: ASO

Zudem setze Cofidis “verstärkt auf den Sprint“, so Buchmann. Da für 2027 keine Kletterspezialisten verpflichtet worden, hofft der 33-Jährige auch 2027 auf Chancen bei den schweren und hochklassigen Rennen. “Nach wie vor haben wie nicht viele Bergfahrer im Team. Bei der Tour dieses Jahr waren auch nur zwei Fahrer dabei, die nicht zum Leadout-Zug gehört haben“, sagte er.

Konkrete Pläne für das nächste Jahr - etwa eine mögliche Rückkehr zur Tour de France – gebe es noch nicht, so Buchmann. “Ich bin erstmal froh, dass ich die Saison abgehakt habe und freue mich jetzt auf den Urlaub“, sagte er. Natürlich wäre er aber “wäre definitiv glücklich, wenn ich nächstes Jahr wieder in Topform bei Rennen am Start stehe.“

Gedanken an den Rücktritt

Wie lange er überhaupt noch als Radprofi noch unterwegs sein wird, ist auch noch nicht entschieden. Im November feiert Buchmann seinen 34. Geburtstag. “Der Jüngste bin ich jetzt nicht mehr. Definitiv macht man sich da Gedanken, wie es weiter geht“, sagte er. Die Frage wird sich eher früher als später stellen, da Buchmanns Vertrag bei Cofidis Ende 2027 auslaufen wird.

Ob er bei seinem jetzigen Team seine Karriere fortsetzen oder nochmals eine neue Herausforderung suchen wird, steht noch nicht fest. Nur so viel sei sicher: “Nochmal fünf Jahre wird man mich definitiv nicht im Peloton sehen“, sagte Buchmann abschließend.

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