Picnic-Chef äußert sich zur “Angstkultur“

Spekenbrink: “Das Bild ist irreführend“

Von Jan Zesewitz

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Iwan Spekenbrink ist seit Teamgründung 2005 der Manager von Picnic - PostNL. | Foto: Cor Vos

07.11.2026  |  Iwan Spekenbrink, der Chef des niederländischen Rennstalls Picnic – PostNL, der nach Berichten von NOS Sport und In De Waaier über eine “Angstkultur“ im Team in der Kritik steht, hat sich erstmals öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Im Interview mit De Telegraaf verteidigte er das Management der Equipe und verwies auf positive Beispiele und die Möglichkeit zu einer besseren Zukunft.

“Das Bild der ‘Angstkultur‘, um das diese Geschichte gestrickt ist, ist meiner Meinung nach irreführend“, sagte er. Stattdessen verwies er auf ehemalige Fahrer und Fahrerinnen wie Marcel Kittel, Tom Veelers, Kirsten Wild und auch John Degenkolb und zuletzt Ellen van Dijk, die auf die Kritik reagiert haben, aber den größeren zugrundeliegenden Vorwurf abgelehnt haben.

Die niederländische Equipe hat nach der Veröffentlichung der Vorwürfe auf Basis von 71 aktuellen oder ehemaligen Fahrern und Mitarbeitern eine eigene Untersuchung in Auftrag gegeben. Diese Ergebnisse sind noch nicht bekannt, Spekenbrink glaubt weiterhin an die Arbeitsweise seines Teams.

Vorwürfe, sportliche Krise und finanzielle Engpässe

“Teamwork ist unsere Basis“, erklärte er, “mit Respekt füreinander.“ Er gab im Gespräch auch zu, dass er die Vorwürfe durchaus ernst nehme. “Wir wollen uns vor den Fehlern nicht wegducken. An einem Zeitpunkt wie diesem muss man neu evaluieren, wo man als Organisation steht.“

Spekenbrink denke demnach über eine verbesserte Kommunikationsstruktur nach, insbesondere gegenüber neuen Fahrern. Die Vorwürfe hatten natürlich auch einen Einfluss auf die aktuellen Mitarbeiter, die sich um ihre Jobs sorgen würden. Für Picnic kamen die Vorwürfe am Ende eines sportlich extrem enttäuschenden Jahres, das Team steckt nach Jahr eins des Dreijahres-Rhythmus der WorldTour-Lizenzvergaben tief im Abstiegskampf. Auch die Finanzlage ist kritisch. “Seit Covid-19 befinden wir uns in einer Art Überlebenskampf“, gab der Teamchef zu.

Trotz dieser Schwierigkeiten schaut Spekenbrink positiv in die Zukunft: “Es ist gerade eine schwierige Zeit, aber wir werden stärker aus ihr hervorgehen.“

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