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16.10.2026 | (rsn) - “Der sportliche Absturz, den wir alle sehen können, steht nicht allein da.“ Mit diesen Worten begann der Ex-Radprofi, Journalist, ehemalige Sportliche Leiter bei Beat und 50 Prozent des Podcast-Teams "In de Waaier" sein Interview mit Wielerflits. Gemeinsam mit der NOS hat "In de Waaier" am Donnerstag Vorwürfe über eine Angstkultur bei Picnic – PostNL ans Licht gebracht.
“Alles begann mit der journalistischen Frage: Wie ist es möglich, dass eine Mannschaft, die vor zehn Jahren an der Spitze der Pyramide stand, verkommen ist zum schlechtesten WorldTeam aller Zeiten?“, erklärte Zonneveld. 2017 hatte Tom Dumoulin den Giro d'Italia gewonnen, im gleichen Jahr wurde er Zeitfahr-Weltmeister, sowohl individuell als auch mit der Mannschaft. Diesen Titel sicherten sich in Bergen auch die Sunweb-Frauen. John Degenkolb gewann 2015 Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix und hatte mit Marcel Kittel, der für den Rennstall zahlreiche Tour-Etappensiege feierte, eine gefürchtete Sprintachse gebildet. Dazu das Grüne Trikot von Michael Matthews bei der Tour 2017.
Mit der Anfnags-Frage im Gepäck habe Zonneveld das Telefon genommen und verschiedene Beteiligte angerufen. “Und dann bekommt man ganz schnell zu hören, dass es nicht nur sportlich schlecht läuft, sondern dass sie auch mit Menschen schlecht umgehen. “Das “sie“ taucht auch in der Veröffentlichung der NOS oft auf. Gemeint ist die Management-Etage von Picnic – PostNL, wobei Teamchef Iwan Spekenbrink und Sportchef Rudi Kemna mehrmals namentlich genannt werden.
Auch von NOS wurden ursprünglich nur zwei Namen genannt, jener des Ex-Fahrers Martijn Tusveld und der des ehemaligen Picnic-Trainers Adriaan Helmantel - die einzigen beiden, die nach ihren Interviews nicht anonym bleiben wollten. “Das gehört zu einer Angstkultur“, meinte Zonneveld auf die vielen anonymen Aussagen angesprochen. “Es sind viele Leute dort mit Problemen weggegangen. Sie haben Dokumente unterzeichnet, die es ihnen verbieten, etwas 'on the record' zu erzählen. Es wurden sehr viele NDAs unterzeichnet. Ich denke, dass es sehr mutig von den Menschen ist, die sich getraut haben, mit ihrem Namen ihre Geschichte zu erzählen.“
Zonneveld betonte, dass es die vermeintlichen Missstände schon seit Jahren gäbe und das nicht nur im Männerteam, sondern auch in der Development-Mannschaft und bei den Frauen. Am Montag habe man deswegen eine Mail mit 23 Fragen an die Teamleitung geschickt. Man habe ihnen damit die Gelegenheit einräumen wollen, ihre Perspektive mitzuteilen. Man sei daraufhin zum Service-Course von Picnic – PostNL eingeladen worden.
“Da dachten wir, ein Gespräch mit dem Management zu haben“, erzählte Zonneveld. Auf Nachfrage von Wielerflits bestätigte er, dass es dabei um Spekenbrink gegangen sei. “Wir sind aber in einen Hinterhalt geraten, wobei in der Eingangshalle 25 Menschen um uns herum standen und Dinge riefen. Wobei Marloes Poelman, eine der Führungskräfte, probierte, mir ein Telefon wegzunehmen. Das Management der Mannschaft war letztendlich nicht bereit, zu kooperieren“, erzählt der 46-Jährige von seinen Erfahrungen in Deventer.
“Wenn man da mit den Informationen von so vielen Quellen, die über ein unsicheres Arbeitsklima erzählen, dort ankommt und die Antwort ist, die eigenen Menschen zu benutzen, Journalisten einzuschüchtern, dann tut das schon weh und das ist auch vielsagend. Eine bessere Bestätigung, dass es wahr ist, kann man eigentlich nicht bekommen“, urteilte Zonneveld, der andeutete, dass unter jenen 25 Menschen auch Mitarbeiter gewesen seien, mit denen er zuvor gesprochen habe.
In Deventer sei verlangt worden, dass Zonneveld seine Quellen preisgeben solle. Dazu sei er aber nicht bereit. Er wolle aber gerne weiterhin dem Management von Picnic – PostNL die Gelegenheit geben, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, damit es seine Sicht der Dinge erklären könne!
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