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27.07.2016 | (rsn) – Vincenzo Nibali hat verärgert auf die Kritik an seinen Leistungen bei der am Sonntag zu Ende gegangenen Tour de France reagiert. Der Italiener und sein Astana-Team waren ohne Etappensieg geblieben, Fabio Aru war nach einem Einbruch auf der vorletzten Etappe noch vom sechsten auf den 13. Gesamtrang zurückgefallen.
“Ich bin kein Roboter. Jeder erwartet immer eine Menge von mir, ich verstehe das, aber ich habe nie gesagt, dass ich auf Klassement fahren würde“, erklärte der Italiener der Gazzetta dello Sport und fügte an: “Deshalb war die Kritik an mir weit überzogen, als ich auf der ersten Bergetappe im Zentralmassiv abgehängt wurde.“
Bereits auf der 6. Etappe mit Ziel in Le Lioran hatte der Giro-Sieger rund acht Minuten Rückstand auf die Favoritengruppe kassiert, womit frühzeitig klar war, dass Nibali, wie auch von ihm und seinem Team angekündigt, keine Rolle im Gesamtklassement spielen würde. Stattdessen ging er einige Male auf Etappenjagd – mehr als Rang drei auf der 20. Etappe in Morzine sprang aber nicht heraus – und stellte sich ansonsten so gut es ging in den Dienst seines Landsmanns Aru, der bei seinem Tour-Debüt der erklärte Astana-Kapitän war.
“Ich habe immer versucht, mein Bestes zu geben und alles gegeben, um eine Etappe zu gewinnen“, sagte Nibali, relativierte seine Aussage allerdings mit dem Folgesatz. “Aber man muss auf seinen Körper hören und seine Anstrengungen dosieren, vor allem in Anbetracht der vor einem liegenden Ziele“, spielte er auf das Olympische Straßenrennen am 6. August an, bei dem er zu den Medaillen-Kandidaten zählen wird. Und offensichtlich ließ ihn die Aussicht auf Olympia-Gold die Tour eher dosiert bestreiten – zumal er einen kräftezehrenden Giro in den Beinen hatte.
Bezeichnenderweise zeigte er sich hinsichtlich seiner Chancen für Rio wesentlich optimistischer. “Es wird nicht einfach zu gewinnen, aber angesichts der schweren Strecke und der Nationalauswahl, die wir haben, können wir dort gut abschneiden“, sagte der 31-Jährige, der als einer der weltweit besten Fahrer für anspruchsvolle Eintagesrennen gilt und der in Rio auf eine starke Helferriege mit seinen Astana-Teamkollegen Aru und Diego Rosa sowie das BMC-Duo Damiano Caruso und Alessandro De Marchi bauen kann.
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