Pole gewinnt die 44. Algarve-Rundfahrt

Kwiatkowski holt sich das Gelbe Trikot vom Teamkollegen Thomas

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Michal Kwiatkowski (Sky) hat wie bereits 2014 die Algarve-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

18.02.2018  |  (rsn) - Michal Kwiatkowski (Sky) hat zum zweiten Mal nach 2014 die Algarve-Rundfahrt (2.HC) gewonnen. Der 27-jährige Pole holte sich das Gelbe Trikot am Schlusstag mit seinem zweiten Etappensieg, den er sich nach 173,5 Kilometern von Faro zur Bergankunft in Malhão (Loulé) als Solist vor dem Portugiesen Ruben Guerrero (Trek-Segafredo) und dem Belgier Serge Pauwels (Dimension Data) sicherte.

Der Schweizer Stefan Küng (BMC) wurde Vierter, gefolgt vom Italiener Cesare Benedetti (Bora-hansgrohe). Der Freiburger Simon Geschke (Sunweb) überquerte 17 Sekunden hinter Kwiatkowski als Siebter den Zielstrich.

Im Gesamtklassement tauschte Kwiatkowski mit seinem Teamkollegen Geraint Thomas die Plätze. Der Waliser kam mit dem Hauptfeld 1:47 nach dem Weltmeister von 2014 an und belegte in der Schlusswertung mit 1:31 Minuten Rückstand Rang zwei. Der US-Amerikaner Tejay van Garderen (BMC/+2:16) wurde Dritter, der Luxemburgische Meister Bob Jungels (Quick-Step Floors) kam mit 2:33 Minuten Rückstand auf den fünften Platz. Nach einer überzeugenden Vorstellung wurde sein deutscher Teamkollege Maximilian Schachmann Siebter, bester Fahrer des deutschen Bora-hansgrohe-Teams war der Österreicher Felix Großschartner auf Position neun.

"Es war eine sehr schwierige Situation in der Ausreißergruppe, es waren so viele Klassementfahrer, die uns unter Druck setzten und versuchten, die Gruppe auseinanderzufahren", sagte Kwiatkowski, der gemeinsam mit seinem Landsmann Michal Golas die Sky-Farben in der Guppe vertrat und der vor der Etappe mit 19 Sekunden Rückstand auf Thomas Gesamtzweiter war.“ "Ich stand wirklich unter Druck, da ich dachte, dass die Chance, von G (Geraint Thomas) die Führung zu übernehmen, eine komische Situation war. Und ich dachte, dass ich das perfekte Rennen zeigen müsste", fügte er an. Das gelang dem Vorjahreszweiten, als er am Schlussanstieg in die Offensive ging.

Nach verhaltenem Beginn setzten sich nach 15 Kilometern gleich 30 Fahrer vom Feld ab, darunter waren so prominente Namen wie Arnaud Demare (FDJ), Jurgen Roelandts, Stefan Küng (beide BMC), Lukas Pöstlberger (Bora-hansgrohe), Philipp Gilbert, Zdenek Stybar (beide Quick-Step Floors), Simon Geschke (Sunweb), Jasper Stuyven (Trek-Segafredo), Tony Martin (Katusha-Alpecin) sowie der Gesamtzweite Michal Kwiatkowski (Sky). Die große Gruppe konnte sich einen Vorsprung von über vier Minuten auf das von Sky angeführte Feld herausfahren.

Nach 85 Kilometern war es mit der Einigkeit in der Spitzengruppe vorbei und die drei Belgier Jelle Wallays (Lotto Soudal), Dimitri Claeys (Cofidis) und Timothy Dupont (Wanty-Groupe Gobert) verabschiedeten sich nach vorne. Doch das Trio wurde schnell wieder gestellt. Einen größeren Vorsprung konnte sich schließlich Pöstlberger herausfahren. Nach 115 Kilometern lag der junge Österreicher eine gute Minute vor seinen einstigen Begleitern um Kwiatkowski.

Der Pole löste sich mit Guerrero, Geschke und Pauwels aus der Verfolgergruppe und nahm mit seinen drei Begleitern die Verfolgung von Pöstlberger auf. Der Gewinner des letztjährigen Giro-Auftakts sicherte sich nach 132 Kilometern bei der ersten Überquerung des Alto do Malhao die Bergwertung vor Pauwels und Kwiatkowski. Allerdings konnte sich das Verfolgerquartett nicht lange vor dem Rest der Ausreißergruppe behaupten, dafür schaffte Stybar den Anschluss zu Pöstlberger. Doch das Duo spürte schon den Atem der Verfolger im Nacken, ehe der Tschechische Meister am vorletzten Anstieg seinen Begleiter abschüttelte. Während Pöstlberger zügig in die Verfolgergruppe zurückfiel und sogar noch weiter durchgereicht wurde, baute Stybar seinen Vorsprung auf über 30 Sekunden aus und nahm diese halbe Minute sogar mit in den drei Kilometer langen und bis zu zehn Prozent steilen Schussanstieg.

Noch im unteren Teil des Berges fuhr Kwiatkowski all seinen Begleitern davon und konnte zügig die Lücke zu Stybar schließen. An dessen Hinterrad ruhte sich der Sky-Profi allerdings nicht lange aus und setzte 1,5 Kilometer seine entscheidende Attacke.

Während Kwiatkowski sich im Ziel über seinen Doppelcoup freuen durfte, kämpften hinter ihm Guerrero, Pauwels und Küng um die Plätze, nachdem auch die an Stybar vorbeigezogen waren. Dabei sicherte sich der Kletterspezialist des Trek-Segafredo-Teams noch Rang zwei vor Pauwels und Küng.

Tageswertung:
1. Michal Kwiatkowski (Sky)
2. Ruben Guerrero (Trek-Segafredo) +0:04
3. Serge Pauwels (Dimension Data) +0:08
4. Stefan Küng (BMC) +0:13
5. Cesare Benedetti (Bora-hansgrohe) +0:15
6. Dion Smith (Wanty-Groupe Gobert) +0:17
7. Simon Geschke (Sunweb) s.t.
8. Julen Amezqueta (Caja Rural) +0:23
9. Ben Swift (UAE Team Emirates) +0:29
10.Frederik Backaert (Wanty-Groupe Gobert)+0:35

Gesamtwertung:
1. Michal Kwiatkowski (Sky)
2. Geraint Thomas (Sk) +1:31
3. Tejay Van Garderen (BMC) + 2:16
4. Bauke Mollema (Trek-Segafredo) +2:22
5. Bob Jungels (Quick-Step Floors) +2:33


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