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27.03.2018 | (rsn) - Ganz Belgien ist im Ronde-Fieber und am Sonntag ist es endlich soweit: Die Flandern-Rundfahrt, das wichtigste Sport-Ereignis des Landes, steht an. Doch bevor es in Oudenaarde am Wochenende um die Ehren beim zweiten Monument des Jahres geht, haben die Favoriten auf den großen Triumph noch eine letzte Chance, im Renntempo an ihrer Form zu feilen: bei Dwars door Vlaanderen (Mittwoch, ab 15:30 Uhr im Live-Ticker), dem vom selben Veranstalter organisierten "kleinen Bruder" der Ronde, der in diesem Jahr einen neuen Platz im Kalender bekommen hat.
Hellinge und Kopfsteinpflaster stehen für die Fahrer, viel belgisches Bier für die Fans daher bereits am Mittwoch im Fokus. Der einzige Unterschied: "Dwars", wie das Rennen abgekürzt wird, ist mit 180 Kilometern deren 86 kürzer als die Ronde am Sonntag. Und ein paar große Namen fehlen auf der Startliste.
Die Strecke: Der Startschuss fällt in Roeselare und eigentlich könnten die Profis nach knapp 45 Kilometern bereits vom Rad steigen. Dann nämlich überqueren sie den Zielstrich in Waregem zum ersten Mal und haben eine lockere, etwas mehr als einstündige "Regenerationsausfahrt" auf flachem Parcours hinter sich. Die, die am Mittwoch aber Rennen fahren wollen, bleiben im Sattel und machen sich von Waregem aus weiter gen Süden auf, überqueren die Autobahn E17 und erreichen nach 83 Kilometern die gefürchteten, flämischen Hellinge.
Die erste der an diesem Tag insgesamt zwölf Steigungen führt auf den Kluisberg hinauf, der 24 Kilometer später noch ein zweites Mal überquert wird. Dazwischen liegt die erste von drei Überquerungen des Knokteberg in Trieu. Ist der bei Kilometer 115 ebenfalls zum zweiten Mal bewältigt, beginnt das Rennen so richtig. Denn Kortekeer (km 122), Steenbeekdries (km 126) und Taaienberg (km 128) folgen direkt aufeinander, wobei in der Mariaborrestraat (km 125) sogar noch 2,4 Kilometer Kopfsteinpflaster warten.
Anschließend bleibt es wellig und eine echte Pause gibt es nicht, da es bei Kilometer 138 auf den Kruisberg geht - jenen Helling, der auch bei der Flandern-Rundfahrt das Finale vor Oude Kwaremont und Paterberg stets mit einleitet. Noch einmal geht es über den Knokteberg (km 147) und schließlich wieder gen Norden Richtung Waregem. Doch bevor nach 180 Kilometern das Ziel erreicht wird, wollen auch die Hellinge Vossenhol (km 159), Holstraat (km 164) und Nokereberg (km 171) noch bezwungen werden - sowie noch einmal 2.000 und 800 Meter Kopfsteinpflaster in der Varenstraat (km 154) und der Herlegemstraat (km 174).
Die Favoriten: Die Teams haben ihre flämischen Klassikerlager bezogen und ihre wichtigsten Fahrer für die Rennen dieser Wochen größtenteils ständig vor Ort. Entscheidungen für oder gegen einen Start bei Dwars door Vlaanderen konnten je nach Fitness und Gesundheit einzelner Fahrer kurzfristig getroffen werden. Durch das Team-Manager-Meeting am Dienstag um 16 Uhr wurde die Startliste aber endgültig festgezurrt und belegte, was für viele ohnehin bereits klar war: Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe) und der letztjährige Sieger der Flandern-Rundfahrt Philippe Gilbert (Quick-Step Floors) verzichten am Mittwoch auf ihren Start.
Mit der Startnummer 1 wird Titelverteidiger Yves Lampaert ins Rennen gehen, der in seinem Quick-Step Floors-Team mit Niki Terpstra und Zdenek Stybar für kleine Gruppen oder Solos sowie mit Elia Viviani oder Alvaro Hodeg für den Sprint eines größeren Fahrerfeldes gleich mehrere Mitfavoriten hat.
Am Start stehen außerdem Greg Van Avermaet (BMC) und der Belgische Meister Oliver Naesen (Ag2r La Mondiale) sowie Tiesj Benoot (Lotto Soudal) und das Cross-Ass, das derzeit das Straßen-Peloton aufmischt, Wout Van Aert (Verandas Willems-Crelan). Zum erweiterten Favoritenkreis gehören aber auch Sep Vanmarcke (Education First-Drapac) und das Trek-Segafredo-Duo Jasper Stuyven und John Degenkolb.
Auch wenn in Waregem meist kleine Gruppen oder sogar Solisten ankommen, so gab es 2016 den Sprint eines immerhin 36-köpfigen Feldes. Für ein derartiges Szenario stehen neben Viviani und Hodeg sowie Degenkolb auch Dylan Groenewegen (LottoNL-Jumbo) und Alexander Kristoff (UAE Team Emirates) sowie der damalige Sieger Jens Debusschere (Lotto Soudal) am Start - und auch Pascal Ackermann (Bora-hansgrohe) sowie Phil Bauhaus und Nikias Arndt (beide Sunweb) werden darauf hoffen.
Die Teams: Quick-Step Floors, BMC, Ag2r La Mondiale, Lotto Soudal, Trek-Segafredo, Movistar, Education First-Drapac, Astana, Sunweb, Sky, UAE Team Emirates, Bahrain-Merida, Katusha-Alpecin, Dimension Data, LottoNL-Jumbo, Bora-hansgrohe, Mitchelton-Scott, Verandas Willems-Crelan, Wanty-Groupe Gobert, Direct Energie, Cofidis, Aqua Blue Sport, Sport Vlaanderen-Baloise, WB Aqua Protect Veranclassic, Israel Cycling Academy
Die Hellinge:
1. Kluisberg (km 83)
2. Knokteberg - Trieu (km 90)
3. Kluisberg (km 107)
4. Knokteberg - Trieu (km 115)
5. Kortekeer (km 122)
6. Steenbeekdries (km 126)
7. Taaienberg (km 128)
8. Kruisberg (km 138)
9. Knokteberg - Trieu (km 147)
10. Vossenhol (km 159)
11. Holstraat (km 164)
12. Nokereberg (km 171)
Zur kompletten Startliste geht's hier.
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