Yates im Zeitfahren mit großem Schritt zum Giro-Sieg

Dennis feiert in Rovereto seinen “großen Tag“

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Rohan Dennis (BMC) feiert seinen Sieg im Giro-Zeitfahren der 16. Etappe. | Foto: Cor Vos

22.05.2018  |  (rsn) - Nachdem er sich zum Giro-Auftakt vor mehr als zwei Wochen in Jerusalem noch Tom Dumoulin (Sunweb) knapp geschlagen geben musste, hat Rohan Dennis (BMC) die zweite Zeitfahrprüfung dieser Italien-Rundfahrt für sich entschieden. Nach 34,2 Kilometern zwischen Trento und Rovereto legte der Australier mit genau 40 Minuten die Bestzeit auf den Asphalt. Es folgten Tony Martin (Katusha-Alpecin /+0:14) und  Dumoulin (+0:22), der sich diesmal mit Rang drei begnügen musste.

Der zweite große Sieger des Tages hieß Simon Yates (Mitchelton-Scott): Der Träger des Rosa Trikots schlug sich achtbar gegenüber seinem ärgsten Verfolger Dumoulin, der als deutlich besserer Zeitfahrer gilt, und hielt seine Zeitverluste in Grenzen.

"Mein primäres Ziel für diese Rundfahrt war ein Etappenerfolg. Und den wollte ich in Israel zum Auftakt erreichen. Aber diese Etappe hatte ich ebenfalls im Auge. Und nun habe ich erneut gewonnen und bin zurück in den Top Ten der Gesamtwertung. Ein großer Tag", sagte Dennis im Sieger-Interview.

In der Gesamtwertung schob sich der Australische Zeitfahrmeister von Position elf auf Platz sechs (+5:04) nach vorn und überholte dabei unter anderem Miguel Angel Lopez (Astana, +2:47) und Richard Carapaz (Movistar, +2:57), die deutliche Zeiteinbußen hinnehmen mussten. Noch negativer endete das wellige Zeitfahren für Thibaut Pinot (Groupama-FDJ), der sogar 3:19 Minuten Rückstand hinnehmen musste, im Klassement aber nur auf Position fünf abrutschte (+4:19). Neuer Gesamtvierter ist Chris Froome (Sky/+3:50), der das Zeitfahren mit 35 Sekunden Rückstand als Fünfter (+0:35) abschloss. Vor ihm liegt noch Domenico Pozzovivo (Bahrain-Merida, +3:11), der 2:20 Minuten auf Dennis verlor.

Im Fokus stand jedoch das Duell zwischen Simon Yates und Tom Dumoulin um das Rosa Trikot. Für Vorjahressieger und Zeitfahrweltmeister Dumoulin war es die große Chance, Zeit auf den Briten gutzumachen. Am Ende hielt Yates seinen Schaden allerdings in Grenzen und büßte nur 1:15 Minuten auf den Niederländer ein.

"Das war mein bestes Zeitfahren über so eine Distanz, ganz klar. Jetzt hoffe ich, dass ich das Trikot bis Rom tragen kann und keinen schwarzen Tag habe", äußerte sich Yates im Ziel. Sein Kontrahent Dumoulin sagte: "Yates hat sich gut geschlagen. So bin ich vom Ergebnis her etwas enttäuscht."

Bis zur Bestzeit von Rohan Dennis behauptete Tony Martin die Spitzenposition. Der 33-Jährige war zeitig unterwegs und unterbot die bis dahin gültige Bestzeit von Jos van Emden (LottoNL-Jumbo) in 40:14 Minuten um 13 Sekunden. Mit dem Etappensieg sollte es jedoch am Ende nichts werden. Der 27-jährige  Dennis war bereits bei beiden Zwischenzeitmessungen nach 12,7 und 25,6 Kilometern schneller als Martin und baute seine Führung im letzten Streckenabschnitt auf 14 Sekunden aus.

"Es ist immer schade, lange auf dem heißen Stuhl zu sitzen und dann doch geschlagen zu werden. Aber ich denke, meine Leistungssteigerung ist zu sehen, darauf muss ich aufbauen", sagte Martin im Ziel. Der Berliner Maximilian Schachmann (Quick-Step Floors) beendete die Etappe auf Platz 18 (+1:17), Patrick Konrad (Bora-hansgrohe) wurde mit 2:37 Minuten an Rückstand gewertet. Der Österreicher fiel damit vorerst aus den Top Ten der Gesamtwertung, ist nun Elfter (+7:13).

Die 17. Etappe des Giro d’Italia führt das Fahrerfeld über 155 Kilometer von Riva del Garda nach Iseo.

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