Enttäuschtes Herrmann Radteam nicht zur D-Tour

Janorschke:“Unsere Erfolge hätten für eine Wildcard gesprochen“

Von Christoph Adamietz

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Grischa Janorschke (li.) und Stefan Herrmann sind die Macher beim Herrmann Radteam - und nach der Nicht-Berücksichtigung für die D-Tour entsprechend enttäuscht. | Foto: Herrmann Radteam

03.07.2019  |  (rsn) – Neben den sportlich über die Rad-Bundesliga (P&S Metalltechnik) und die UCI-Rangliste (Bike Aid) qualifizierten Teams erhielten am Dienstag Lotto – Kern Haus und Dauner - Akkon Wildcards für die am 29. August beginnende Deutschland Tour (2.HC) . Entsprechend groß war die Freude bei den Mannschaften aus Koblenz und Köln. Das Herrmann Radteam dagegen war enttäuscht über die Entscheidung des Veranstalters ASO.

Als Kriterien bei der Wildcard-Vergabe wurden von Seiten der ASO zu Jahresbeginn die Förderung deutscher Talente, aber auch Leistungen bei den UCI-Rennen und der Rad-Bundesliga genannt. Gerade deshalb zeigte sich die  fränkischen Equipe verwundert, stellt man mit Miguel Heidemann doch den neuen U23-Zeitfahrmeister. Dazu kommen mit Johannes Adamietz der Deutsche Vizemeister im U23-Straßenrennen sowie fünf weitere U23-Fahrer. Nicht zuletzt sind die “Herrmänner“  Deutsche Meister im Mannschaftszeitfahren. In der Rad-Bundesliga belegt man in der Mannschaftswertung Rang zwei und stellt mit Heidemann und Christopher Hatz den dritten und vierten der Einzelwertung.

“Natürlich ist die Auslegung der Kriterien Veranstaltersache“, sagte Sportdirektor Grischa Janorschke gegenüber radsport-news.com und schob nach: “Aber unsere Erfolge und Ausrichtung, das sind schon Argumente, die für eine Wildcards an uns gesprochen hätten." Letztlich aber liege die Entscheidung bei der ASO “und das, was wir sportlich und drumherum gemacht haben, das hat der Orga anscheinend nicht gereicht, um eine Einladung auszusprechen. Das müssen wir so hinnehmen. Unseren Sponsoren ist mit der Argumentation der ASO aber nur schwer vermittelbar, warum es nicht für eine Teilnahme gereicht hat.

"Hintertürchen für andere Interessen der ASO"

Janorschke monierte speziell die relativ späte Bekanntgabe der Nominierungskriterien, die Mitte Januar von Seiten der ASO veröffentlicht wurden. “Wir haben im letzten Herbst wegen der Deutschland Tour die KT-Lizenz gelöst. Sonst gibt es ja in Deutschland kaum Rennen, für die man diesen Status benötigt. Wir haben unsere Planungen, unsere Ausrichtung und unser Rennprogramm schon frühzeitig festgelegt. Wenn die Nominierungskriterien so spät kommen, kann da keine Mannschaft mehr drauf reagieren“, meinte er. Zudem führte der Sportdirektor die Abänderung des Nominierungsprozesses an. Im Vorjahr wurden auch vier deutsche Kontinental-Mannschaften eingeladen, damals die jeweiligen beiden Erstplatzierten der UCI-Europe Tour und der Rad-Bundesliga.

Diesmal waren nur noch die führende Mannschaft der Rad-Bundesliga und die bestplatzierte KT-Equipe im neuen WorldRanking automatisch startberechtigt, die beiden verbliebenen Plätze sollten nach den eingangs genannten Kriterien vergeben werden. “Mit zwei Wildcards gibt es natürlich auch Hintertürchen für auch andere Interessen der ASO. Solche weichen Nominierungskriterien sorgen auch für Diskussionen, nachdem es im letzten Jahr  messbare Kriterien waren“, so Janorschke, der nun davon ausgeht, dass bei der Deutschland Tour nun "nicht so viele Nachwuchstalente und U23-Fahrer am Start stehen werden"

Denn neben den Nachwuchsfahrern des Herrmann Radteams wurde auch das Team Heizomat – rad-net um die Nationalfahrer Juri Hollmann, Patrick Haller und Jakob Geßner nicht berücksichtigt. Deshalb wird mit Jonas Rutsch (Lotto – Kern Haus) voraussichtlich nur eines der großen deutschen U23-Talente beim Start in Hannover mit von der Partie sein.

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