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24.03.2021 | (rsn) - Manch anderer würde sicher ans Karriereemde denken. Gut 90 Minuten, bevor Spitzenreiter Andreas Kron (Lotto Soudal) als letzte Fahrer das Zeitfahren der Katalonien-Rundfahrt beendete, hatte Christopher Froome seine Arbeit schon lange erledigt.
Bedingt durch den Zeitverlust von acht Minuten gleich zum Auftakt war der Co-Kapitän der Israel Start-Up Nation als 69. Fahrer auf den 18,5 Kilometer langen Parcours gegangen, den er schließlich als 90. mit mehr als zwei Minuten Rückstand auf Tagessieger Rohan Dennis (Ineos Grenadiers) absolvierte.
Doch Froome denkt nicht ans Aufhören. "Ich wollte heute nur die Beine ein wenig öffnen und das Rennen so zur Vorbereitung und Weiterentwicklung nutzen", erklärte der Brite aufgeräumt nach dem Zeitfahren. "Jedes Mal, wenn ich einen Block in der Höhe oder ein Rennen absolviere, setze ich den Prozess fort, der mich hoffentlich zum endgültigen Ziel führt. Es ist ein langer Weg. Aber ich versuche, die Moral aufrechtzuhalten und immer weiterzumachen."
Der viermalige Tour-Gewinner befindet sich nach seinem schweren Trainingsunfall beim Critérium du Dauphiné im Juni 2019, bei dem er sich zahlreiche Knochenbrüche zugezogen hatte - unter anderem am rechten Oberschenkel, seinem Nacken und seinem Brustbein - noch immer in einem langwierigen Genesungsprozess. Zwischenzeitlich dachte er schon, er sei am Ziel. Doch inzwischen ist es ihm "unmöglich zu sagen", wann er glaube, wieder in Höchstform zu sein, so Froome.
Fortschritt in kleinen Schritten?
"Ich mache mir keinen Druck. Mein Körper brauchte die Zeit, um sich vom Sturz zu erholen, dann kam der Lockdown und die Rennen fielen aus. Es ist eine lange Reise zurück. Aber das Team unterstützt mich fantastisch und in der Zwischenzeit lerne ich meine Teamkollegen kennen. Es ist eine großartige Gruppe“, schwärmt der 35-Jährige von seinem neuen Team.
Die Katalonien-Rundfahrt gehört in seinen Formaufbau. Danach will er wieder auf die Kanarischen Inseln ins Höhentraining zurückkehren, dass von seinen Ärzten und Betreuern begleitet wird. Froome: "Es gibt viele Leistungszahlen, die wir uns ansehen. Wir versuchen, wieder auf das frühere Niveau zu gelangen. So gebe ich mir Ziele, denen ich innerhalb der verschiedenen Zyklen von fünf, 10 oder 20 Minuten versuche, immer näher zu kommen. Daneben arbeiten wir viel an Optimierungen, Anpassungen und ich arbeite an Dingen,die nicht mehr so stark sind wie vorher. Das ist jetzt alles Teil des Prozesses. Ich nehme es von Woche zu Woche", sagte Froome.
Mit Blick auf die am 26. Juni beginnenden Tour de France, seinem erklärten großen Saisonziel, sind das allerdings keine sonderlich optimistisch stimmende Perspektiven. "Natürlich würde ich gerne bereit für die Tour de France sein, aber ich muss einfach die Entwicklung verfolgen und mein Bestmögliches tun", fügte er an.
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