Dänin kritisiert die großen Teams des Olympiarennens

Uttrup Ludwig: “Schlechtes Bild vom Frauenradsport“

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Szene aus dem Olympischen Frauenrennen (vorn Annemiek van Vleuten) | Foto: Cor Vos

26.07.2021  |  (rsn) – Cecilie Uttrup Ludwig ist für ihre originellen und offenherzigen Statements nach Rennen mittlerweile berühmt. Ihrem Ruf wurde die Dänin auch nach dem Olympischen Straßenrennen der Frauen gerecht, das die Österreicherin Anna Kiesenhofer mit einem überragenden Auftritt für sich entschied. Dabei profitierte die 30-Jährige allerdings auch davon, dass die großen Radsportnationen lange Zeit die Zügel schleifen ließen, ehe das niederländische Team um Titelverteidigerin Anna van der Breggen dann doch noch Verantwortung übernahm.

Bezeichnend für ein “seltsames Rennen“, wie die britische Ex-Weltmeisterin Elizabeth Deignan später sagte, war das Bild der als Zweite über den Zielstrich rollenden Annemiek van Vleuten. Die Niederländerin bejubelte ihren vermeintlichen Olympiasieg, ehe sie kurz darauf mit Schrecken zur Kenntnis nehmen musste, dass Kiesenhofer bereits 1:15 Minuten vor ihr das Ziel erreicht hatte.

Uttrup Ludwig, die mit 1:46 Minuten Rückstand in der Verfolgergruppe auf dem Fuji International Speedway ankam und Zehnte wurde, machte danach aus ihrem Ärger über dem Rennverlauf keinen Hehl. “Wenn ich ganz ehrlich bin, dann war das Scheiße. Es war ein ziemlich schlechtes Bild des Frauenradsports", schimpfte sie gegenüber dem Dänischen Rundfunk (DR).

Die Verantwortung schob Uttrup Ludwig den Teams der Favoritinnen zu. “Ich habe keine Ahnung, was die großen Teams machen. Es war total verrückt“, sagte die 25-Jährige, die mit Emma Norsgaard eine Helferin an ihre Seite hatte, wogegen die Niederlande, Italien, Deutschland, Australien und die USA jeweils mit vier Fahrerinnen angetreten waren. Tatsächlich waren es über weite Strecken nur die Deutschen, die versuchten, den bis zu elf Minuten großen Rückstand auf die Ausreißergruppe um Kiesenhofer wettzumachen.

Van Vleuten: "Das Rennen war interessant, aber chaotisch"

Als schließlich van Vleuten, die kurz zuvor noch gestürzt war, 50 Kilometer vor dem Ziel erstmals antrat, waren davon noch immer mehr als sechs Minuten übrig geblieben. Nach Kiesenhofers Attacke zehn Kilometer später kam es zu keiner Reaktion im Feld, das zwar van Vleuten wieder stellte, dann aber wieder die Beine hochnahm und offensichtlich die Österreichische Zeitfahrmeisterin gar nicht mehr auf dem Schirm hatte.

Wie van Vleuten, die sich auf dem Motorsportkurs wenige Kilometer vor dem Ziel noch aus der Gruppe der Favoritinnen löste, um zu Silber zu fahren, auf der Pressekonferenz später betonte, sei das Durcheinander auf den fehlenden Teamfunk zurückzuführen gewesen. “Zehn Kilometer vor dem Ziel hieß es 45 Sekunden. Das zeigt, dass es viel Konfusion gab und dass es nicht nur mich betraf. Das Durcheinander herrschte auch bei den anderen Nationen. Im wichtigsten Rennen ist es nicht erlaubt, mit Kommunikation zu fahren, was wir normalerweise tun. Das hat das Rennen zwar interessanter, aber auch chaotischer gemacht“, sagte die 38-Jährige nach ihrer ersten Olympischen Medaille, über die sie sich dann doch freuen konnte.

Uttrup Ludwig fand übrigens eins andere Umschreibung für das 137 Kilometer lange Olympische Frauenrennen. "Komplett absurd“, sagte sie der dänischen Zeitung Ekstra Bladet.

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