Niederländerin erwartet im September erstes Kind

Van Dijk ist schwanger und plant Comeback für Olympia

Von Felix Mattis

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Ellen van Dijk hat bei Trek - Segafredo einen Vertrag bis Ende 2024. | Foto: Cor Vos

09.03.2023  |  (rsn) – Ellen van Dijk (Trek – Segafredo) ist in dieser Saison noch kein Rennen gefahren – und jetzt ist auch der Grund bekannt: Die dreimalige Zeitfahr-Weltmeisterin hat bekanntgegeben, dass sie schwanger ist und im September ihr erstes Kind erwartet. Wie ihre Teamkollegin Lizzie Deignan plant van Dijk als Mutter ins Peloton zurückzukehren – am liebsten pünktlich zu den Olympischen Spielen im Sommer 2024 in Paris.

"Benjamin und ich sind super aufgeregt, mitzuteilen, dass wir im September unser erstes Kind erwarten. Es war immer unser Wunsch, eine Familie zu gründen und es fühlt sich noch immer etwas unwirklich an, dass das jetzt wahr wird", so van Dijk.

"Mit dem Team und bedingungslosen Unterstützung von Benjamin habe ich meine größten Ziele in den letzten zwei Jahren erreicht. Als dann die Gespräche um eine Vertragsverlängerung im letzten Jahr begannen, sprachen wir auch über meine scheinbar im Konflikt stehenden Ambitionen: Ich will bei den Olympischen Spielen 2024 eine Medaille gewinnen, aber ich würde auch gerne eine Familie gründen. Das Team war sofort für beide Szenarien offen und das war unglaublich herzerwärmend", erklärte die 36-Jährige und fügte hinzu, dass sie im Januar-Trainingslager dann einen positiven Schwangerschaftstest hatte.

"Eine Schwangerschaft ist natürlich nichts, was man komplett planen kann – besonders als Leistungssportlerin, wenn, wie bei mir, der Zyklus nicht immer regelmäßig ist. Deshalb fühle ich mich umso glücklicher, schwanger geworden zu sein", fügte van Dijk an.

"Habe noch eine Rechnung mit Olympia offen"

"Es wird sicher komisch sein, meinen WM-Titel im Sommer nicht zu verteidigen, aber ich denke bis dahin werde ich im Kopf ohnehin schon ganz woanders sein", blickte van Dijk auf den August voraus, wenn in Glasgow die Weltmeisterschaften anstehen, für sie aber der neunte Schwangerschaftsmonat anbricht.

2013 in Florenz war van Dijk erstmals Zeitfahr-Weltmeisterin geworden und 2021 kehrte sie auf den Thron in der Spezialdisziplin zurück. 2022 verteidigte die Niederländerin ihr Regenbogentrikot im australischen Wollongong erfolgreich. Bei Olympia allerdings ist sie noch ohne Medaille: 2016 in Rio war van Dijk gestürzt und daher nur Vierte geworden, 2021 in Tokio starteten für die Niederlande nur Annemiek van Vleuten und Anna van der Breggen, die Gold und Bronze gewannen.

"Ich habe definitiv noch eine Rechnung mit Olympia offen", sagte van Dijk daher und erklärte außerdem, dass sie trotz der Schwangerschaft bereits einen Plan für 2024 aufstelle: "Zusammen mit Benjamin und Josu (Trek – Segafredos Performance Manager Josu Larrazabal, Anm. d. Red.) haben wir schon einen vorläufigen Plan für mein Comeback 2024 und für Paris erarbeitet. Aber natürlich haben wir keine Ahnung, wie es dann wirklich sein wird. Alles am Thema Schwangerschaft ist neu für mich, mit meinem Körper passiert jetzt sehr viel und ich nehme jede Veränderung jetzt an."

Rückkehr nach Babypause keine Seltenheit

Van Dijk hat mit Deignan eine Teamkollegin, die in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal nach einer Schwangerschaft ins Peloton zurückkehren will. Außerdem haben in den letzten Monaten auch Ex-Weltmeisterin Chantal van den Broek-Blaak vom Team SD Worx und van Dijks Vorgängerin als Stundenweltrekordlerin, Joscelin Lowden (Uno-X) aus Großbritannien, verkündet, schwanger zu sein und nach der Geburt ins Peloton zurückkehren zu wollen.

Diese Rückkehr erfolgreich geschafft haben neben Deignan unter anderem auch die US-Amerikanerin Kristin Armstrong, die als Mutter noch zweimal Olympiasiegerin im Zeitfahren wurde, und die italienische Ex-Weltmeisterin Marta Bastianelli (UAE Team ADQ). In dieser Saison ist nun auch die Finnin Lotta Henttala (AG Insurance – Soudal Quick-Step), 2016 WM-Dritte in Katar, aus der Babypause zurückgekehrt und hat bereits zwei zweite Plätze bei der Valencia-Rundfahrt gefeiert.

Einen anderen Weg wählte dagegen Lisa Brennauer. Die Allgäuerin beendete im Sommer 2022 kurz nach ihrem 34. Geburtstag ihre Karriere, bevor sie im Herbst schwanger wurde. Eine Rückkehr ins Profi-Peloton ist bei ihr ausgeschlossen. Brennauer hat bereits angefangen als Nationaltrainerin für den Bund Deutscher Radfahrer zu arbeiten.

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