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18.06.2023 | (rsn) – Er hatte ein Lächeln, das dem Radsport fehlen wird. Gino Mäder hat den Kampf gegen die auf der 5. Etappe der Tour de Suisse erlittenen Sturzfolgen verloren und ist im Alter von nur 26 Jahren am Freitagmittag viel zu früh aus dem Leben gerissen worden. Der St. Gallener gehörte zu den stärksten Fahrern seiner Generation, war seit 2019 Profi und hätte in wenigen Wochen wohl sein Tour-de-France-Debüt gegeben.
Wie viele seiner Schweizer Kollegen zeigte sich Mäder als vielseitiger Nachwuchsfahrer, holte Erfolge gleichermaßen auf der Straße wie im Gelände und auf der Bahn. Der Durchbruch gelang ihm 2018 in seiner dritten Saison als U23-Fahrer. Mäder gewann damals den Abschluss der Ronde de l’Isard, kurz danach folgte ein Etappensieg bei der Tour Alsace. Bei der Tour de l’Avenir desselben Jahres entschied er gleich zwei Tagesabschnitte für sich und verwies dabei spätere Profi-Kontrahenten wie Ivan Sosa, Robert Stannard, Aleksandr Vlasov oder Tadej Pogacar auf die Plätze.
Bei den Straßen-Weltmeisterschaften in Innsbruck 2018 gehörte er zu jener Schweizer Nationalmannschaft, die unter der Leitung von Danilo Hondo das Straßenrennen dominierte, ehe sich schlussendlich Marc Hirschi die Goldmedaille holte. Mäder selbst wurde noch Vierter und unterschrieb im darauf folgenden Winter bei Team Dimension Data seinen ersten Profivertrag.
Am Ende seiner zweiten WorldTour-Saison unterlag er auf der vorletzten Etappe der Vuelta a Espana am Alto de la Covatilla knapp dem Franzosen David Gaudu. Nach dem Wechsel zu Bahrain Victorious machte er bei Paris-Nizza 2021 auf sich aufmerksam, als er auf den letzten Metern der 7. Etappe an der Bergankunft in Valdeblore La Colmiane als letzter der Ausreißer nur noch von Primoz Roglic abgefangen und Zweiter wurde.
Auf der 6. Etappe des Giro d’Italia 2021 platzte dann der Knoten. Mäder gewann als Ausreißer die schwere Bergankunft in Ascoli Piceno, einen Monat später klappte es auch bei der Tour de Suisse, als er die Schlussetappe in Andermatt für sich entschied. Der Schweizer entwickelte sich zu einem erstklassigen Rundfahrer, sicherte er sich im Herbst 2021 noch die Nachwuchswertung der Vuelta a Espana und wurde Gesamtfünfter der letzten Grand Tour des Jahres. Damals machte er sich bei den Fans auch mit einer besonderen Spendenaktion beliebt.
50 Sekunden fehlten Mäder auf seinen ersten Gesamtsieg bei einem Mehretappenrennen, als er bei der Tour de Romandie 2022 hinter Aleksandr Vlasov Rang zwei belegte. In der laufenden Saison überzeugte der Eidgenosse vor allem bei Paris-Nizza, wo er gegen Weltklassekonkurrenz Fünfter im Schlussklassement wurde.
Sein weiterer Weg hätte ihn am 1. Juli ins spanische Bilbao zum Grand Départ führen sollen. Für Mäder hätte sich dort ein Kreis geschlossen, saugte er doch als Kind im Anstieg nach Alpe d’Huez die große Begeisterung der Radsportfans auf.
Ride On, Gino!
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