Boykott angedroht, sollte der Giro nicht einlenken

“Es ist 2024!“ - CPA fordert Streichung des Umbrailpasses

Von Matthias Seng

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Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) auf dem Weg hinauf nach Livigno am Sonntag - da noch bei gutem Wetter. | Foto: Cor Vos

21.05.2024  |  (rsn) – Wenige Stunden vor dem Start der 16. Giro-Etappe gibt es offensichtlich doch noch keine Einigung zwischen der Fahrervereinigung CPA und dem Veranstalter RCS Sport darüber, wie auf die gemeldeten Niederschläge und die niedrigen Temperaturen am fast 2.500 Meter hohen Umbrailpass reagiert werden soll.

CPA-Präsident Adam Hansen veröffentlichte auf der Plattform X ein unter anderem an Giro-Renndirektor Mauro Vergni und UCI-General-Managerin Amina Layana gerichtetes Schreiben, in dem die Profis und ihre Interessensvertretung einen Vorschlag der AIGCP, der Vereinigung der Profiteams, unterstützen. Demnach sollen die Fahrer nach der Startzeremonie in Livigno in Autos über den Umbrailpass transportiert werden. Das Rennen soll dann erst am Ende der Abfahrt gestartet werden.

"Die offizielle Giro-Wetter-App und der Google-Wetterbericht sagen für den Umbrailpass Temperaturen von zwei Grad mit einer 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit von Schneefall voraus. Das wird bei eisigen Bedingungen die zweite, 20 Kilometer lange Abfahrt des Tages unmittelbar betreffen", heißt es in dem von Hansen unterzeichneten Brief, in dem auch explizit die Punkte 1 (Gefrierender Regen) und 4 (Extreme Temperaturen) des Extreme Weather Protocol (EWP) aufgelistet werden.

Hansen betonte in seinem Schreiben auch, dass die Fahrer sich einig seien und 100 Prozent der Teams in einer Abstimmung dafür votiert hätten, die Umbrail-Abfahrt nicht zu bestreiten und erst danach die Etappe zu starten. "Sie haben einstimmig erklärt, dass sie unter den aktuellen Bedingungen nicht am Rennen teilnehmen werden", so Hansen in seinem Schreiben.

Eine Webcam-Aufnahme vom Stilfser Joch, in direkter Nähe und nur rund 250 Höhenmeter oberhalb des Umbrailpasses, vom Dienstamorgen. | Foto: Webcam-Screenshot

Am Montagabend kursierten noch Meldungen, wonach das EWP zwar zur Anwendung kommen solle, man sich aber verschiedene Optionen offen halte, um die Etappe im Idealfall doch wie geplant abhalten zu können. Unter anderem war dabei von einer kurzen Rennunterbrechung auf dem Umbrailpass die Rede, während der sich die Fahrer dort oben umziehen könnten.

Dazu wurde Hansen deutlich: "Die Diskussionen des vorangegangenen Meetings stimmen nicht mit dem EWP unter den UCI-Regularien oder der Ethik des Sports überein, besonders angesichts der aktuellen Vorhersage. Die Fahrer wollen sich messen und für Unterhaltung sorgen, aber sich nicht einer Situation gegenübersehen, in der sie in 2.498 Metern Höhe auf einem Parkplatz anhalten und ihre Kleidung bei 2 Grad und hoher Schneefallwahrscheinlichkeit wechseln, um dann weiter Rennen zu fahren. Solche Bedingungen bedeuten signifikante Gesundheitsrisiken, besonders in der Abfahrt des Umbrailpasses", so der Australier, und weiter:

"Es ist 2024; zu stoppen und ein Rennen in solchen Bedingungen wieder aufzunehmen, ist inakzeptabel. Wie es ein Sportlicher Leiter gesagt hat: 'Das wird eine Scheiß-Show sein!'"

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