Degenkolb mal wieder auf eigene Karte

Philipsen schlägt bei Belgien-Rundfahrt zurück

Von Sebastian Lindner

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Jasper Philipsen hat die 3. Etappe der Belgien-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

14.06.2024  |  (rsn) – Nachdem er sich am Vortag noch Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) geschlagen geben musste, hat Jasper Philipsen (Alpecin – Deceuninck) die Verhältnisse aus seiner Sicht wieder geradegerückt und die 3. Etappe der Belgien-Rundfahrt (2.Pro) im Massensprint mit drei Metern Vorsprung auf die Konkurrenz gewonnen.

Rang zwei auf den 188 Kilometern zwischen Turnhout und Scherpenheuvel – Zichem ging an Olav Kooij (Visma – Lease a Bike), der sich knapp vor Gerben Thijssen (Intermarché – Wanty) durchsetzte. Auf Rang vier landete Merlier. Fünfter wurde John Degenkolb (dsm-firmenich – PostNL), der seit langem mal wieder in einen Massensprint reinhielt und Fünfter wurde. Für den 35-Jährigen war es die erste Top-10-Platzierung seit der Europameisterschaft vergangenen Jahres am VAM-Berg, im dsm-Trikot gar seit Paris-Roubaix 2023.

Philipsen fährt diesbezüglich mittlerweile in einer anderen Liga, doch auch für ihn war es erst der vierte Saisonsieg. Allerdings kommt der Belgier aus einer über zweimonatigen Rennpause, stand vor der Belgien-Rundfahrt zuletzt bei Paris-Roubaix am Start und wurde dort Zweiter. Jüngst weilte er im Höhentrainingslager.

“Ich bin froh, dass es nach der langen Pause heute wieder so gut funktioniert hat“, sagte er im Siegerinterview. “Das Leadout hat gepasst, auch mein Timing war besser als gestern. Das ist wichtig für die nächsten Ziele in der Saison.“ Die da zunächst heißen: möglichst viele Etappensiege und das Grüne Trikot bei der Tour de France.

Obwohl kein komplettes Feld gemeinsam über den Zielstrich fuhr und nach vielen Stürzen und Defekten sowie der durchaus profilierten Schlussrunde rund um Scherpenheuvel viele kleinere Gruppen hinter dem großen Feld das Ziel erreichten, änderte sich an den Top 10 der Gesamtwertung wenig. Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility) verteidigte seine Führung vor Mathias Vacek (Lidl – Trek), baute sie dabei von zwei auf elf Sekunden durch den Gewinn mehrerer Bonussprints aus.

Neu in den Top 10 ist lediglich Philipsen auf Rang zehn, der dabei ebenfalls von Bonussekunden profitierte. Zudem übernahm er die Führung in der Punktewertung, das Nachwuchstrikot trägt weiter Vacek.

So lief die 3. Etappe der Belgien-Rundfahrt

Die ersten 90 nahezu flachen Kilometer der Etappe bis zur ersten von zwei Zielpassagen führte ein Duo das Rennen an. Nachdem die ersten Wellen gefahren waren, gesellten sich fünf weitere Fahrer dazu, die sich für weitere rund 30 Kilometer vor dem Feld halten konnten. Nach 126 Kilometern wurde erstmals die gepflasterte und stark ansteigende Kerkstraat überquert. Dort soll es Öl gewesen sein, dass die Straße noch rutschiger als ohnehin machte und für viele Stürze und Defekte sorgte.

Als das Feld zum zweiten Mal an der Kerkstraat war, waren die Ausreißer wieder gestellt. Auch eine Verfolgergruppe, die sich zwischenzeitlich gebildet hatte, wurde wieder eingeholt. Eine neue Gruppe bildete sich auf dem Pflasterstück aber nicht – auch, weil mittlerweile Sand ausgestreut wurde, um dem schmierigen Problem entgegenzuwirken.

So ging ein großes Feld auf die letzten zehn Kilometer. Wie am Vortag versuchte sich erneut Ceriel Desal (Bingoal WB) als Solist, doch auch heute sollte sein Versuch scheitern, sodass letztlich der Massensprint über den Sieg entschied. Philipsen war da relativ früh im Wind, hatte aber doch die Power, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten. Merlier war lange Zeit eingebaut.

Fabio Jakobsen (dsm-firmenich – PostNL) war im Rennverlauf gestürzt und konnte überhaupt nicht eingreifen, was Degenkolb erst die Chance ermöglichte, auf eigene Rechnung zu fahren.

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