Kampf um Platz vier hinter den “Großen Drei“

Lipowitz bei den Dauphiné-Favoriten der zweiten Reihe

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Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) | Foto: Cor Vos

08.06.2025  |  (rsn) – Mit seinem Gesamtsieg beim letztjährigen Critérium du Dauphiné hat Primoz Roglic seinem Team Red Bull – Bora – hansgrohe “ein Souvenir hinterlassen“, wie der deutsche Rennstall auf seiner Website schrieb. Da der Slowene diesmal nicht bei der Rundfahrt durch Südfrankreich dabei sein wird, trägt stellvertretend für Roglic der Belgier Maxim Van Gils die Startnummer 1.

Der Etappensieger der Norwegen-Rundfahrt ist der einzige Fahrer aus dem siebenköpfigen Aufgebot, der schön über Dauphiné-Erfahrung verfügt. Van Gils wird zum dritten Mal die Tour-Generalprobein Angriff nehmen. Alle anderen Starter werden dagegen ihr Dauphiné-Debüt geben – darunter auch Florian Lipowitz, der die Gesamtwertung ins Visier nimmt und sich mit einer starken Vorstellung für seine erste Tour de France empfehlen kann. Der 24-Jährige gehört zu denjenigen Rundfahrtspezialisten, die hinter den “Großen Drei“ – Tadej Pogacar, Jonas Vingegaard und Remco Evenepoel – um ein Spitzenergebnis im Schlussklassement kämpfen.

Während Lipowitz in dieser Saison mit Platz zwei bei Paris-Nizza und Rang vier bei der Baskenland-Rundfahrt bereits zu beeindrucken wusste, konnte Felix Gall (Decathlon - AG2R La Mondiale) erst zuletzt als Fünfter der Tour of the Alps ein Top-Ergebnis einfahren. Im Gegensatz zum jungen Deutschen hat der Österreicher aber sein Tour-Ticket auch offiziell bereits sicher.

Mit der Empfehlung eines soliden sechsten Gesamtrangs bei der Tour de Romandie tritt Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers) in Südfrankreich an. Der 24-jährige Spanier gewann bei der letztjährigen Ausgabe am Plateau des Glières die Schlussetappe und rückte im Gesamtklassement noch auf den vierten Platz vor. Die Saison 2024 begann für Rodriguez bei der UAE Tour mit einem Schlüsselbeinbruch. Zuletzt zeigte die Formkurve allerdings wieder nach oben. 

“Nach zusätzlichem Training hoffe ich, einen weiteren Schritt nach vorn zu machen und nicht nur dabei zu sein, sondern auch um Erfolge kämpfen zu können. Ich weiß, dass es beim Critérium du Dauphiné schwer wird, weil ich gegen die besten Fahrer der Welt antreten werden, aber wir hoffen, dass ich zumindest nahe an ihnen dran sein werde“, so der Spanische Meister von 2022 zu seinen Ambitionen.

Sein Landsmann Enric Mas hat bisher erst einen elften Platz 2021 als bestes Dauphiné-Ergebnis vorzuweisen. Doch der Movistar-Kapitän überzeugte in dieser Saison mit Podiumsergebnissen bei den Heimspielen: Die Katalonien-Rundfahrt beendete er auf Rang drei, bei der Baskenland-Rundfahrt musste er nur Joao Almeida (UAE – Emirates – XRG) den Vortritt lassen. Der mittlerweile 30-jährige Katalane wird bei der Tour-Generalprobe wie Rodriguez für die Top 5 in Frage kommen.

"Etappensieg wäre speziell": Bardet vor Abschiedsvorstellung 

Die französischen Hoffnungen ruhen auf zwei Routiniers und einem Youngster. Guillaume Martin-Guyonnet (Groupama – FDJ) zeigte sich vor seiner zehnten Teilnahme beeindruckt vom Starterfeld. “In zehn Jahren gab es beim Dauphiné noch nie ein so hohes Niveau. Das macht die Sache sicherlich komplizierter, und wenn wir hinter diesem Trio (Pogacar, Vingegaard, Evenepoel) mitkämpfen wollen, müssen wir jede noch so kleine Gelegenheit nutzen“, sagte der 31-jährige Franzose, der 2020 bereits einmal Gesamtdritter war, aber einen sechsten Platz wie als Erfolg verbuchen würde.

Während Martin-Guyonnets Saisonhöhepunkt erst im Juli ansteht, wird Landsmann Romain Bardet (Picnic – PostNL) die Tour de France vor dem Fernseher verfolgen. Der 34-Jährige hat das Critérium du Dauphiné zu seiner Abschiedsvorstellung auserkoren. Obwohl er die Rundfahrt bereits zwei Mal auf dem Podium beenden konnte (Zweiter 2016, Dritter 2018), scheint Bardet bei seiner letzten Teilnahme das Gesamtklassement nicht in Betracht zu ziehen. Dafür kommt bei Picnic – PpostNL eher der junge Brite Max Poole in Frage.

“Ein Etappensieg wäre was sehr Spezielles“, sagte stattdessen der Routinier, der zuletzt beim Giro d’Italia einen solchen verpasste und nach der Italien-Rundfahrt eine kurze Ruhepause einlegte. “Ich muss realistisch sein und schauen, wie mein Körper auf das Giro-Dauphiné-Double reagiert“, fügte Bardet an.

Dagegen sollte der 13 Jahre jüngere Lenny Martinez (Bahrain Victorious) ausgeruht in die Tour-Generalprobe starten. Nachdem er erst im abschließenden Zeitfahren der Tour de Romandie das Gelbe Trikot noch an Joao Almeida hatte abtreten müssen, bestritt der junge Franzose kein Rennen mehr. Bereits im März hatte es zu Rang fünf bei der Katalonien-Rundfahrt gereicht, ein vergleichbares Ergebnis ist Martinez auch bei seiner zweiten Dauphiné-Teilnahme zuzutrauen.

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