Tages- und Weltcupgesamtsieg in Hoogerheide

Van der Poel auch beim Grand Prix seines Vaters in eigener Liga

Von Kevin Kempf

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Mathieu van der Poel hatte auch in Hoogerheide keine Probleme, das Weltcup-Rennen für sich zu entscheiden. | Foto: Cor Vos

25.01.2026  |  (rsn) – Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) hat zum neunten Mal den GP Adrie van der Poel gewonnen. Wie schon am Vortag beim Weltcup in Maasmechelen fuhr der Weltmeister der Konkurrenz beim Weltcup in Hoogerheide mit spielerischer Leichtigkeit allen Gegnern auf und davon. Er hat seinen 51. Erfolg in der wichtigsten Rennserie gefeiert, lässt Sven Nys hinter sich und ist somit nun der alleinige Rekordsieger. Außerdem sicherte sich der Niederländer den Gesamtweltcup, in dem er vor dem Abschlussrennen fast uneinholbar in Führung lag, zum zweiten Mal nach 2018.

Hinter dem Weltranglistenersten blieb es lange spannend. Erst im letzten Teil der Schlussrunde wurden bei 15 Verfolgern Unterschiede erzwungen. Tibor Del Grosso (Alpecin – Premier Tech) gewann den Sprint vor seinem Teamkollegen Niels Vandeputte. Damit besetzte Alpecin wie am Vortag das gesamte Podium. Auch Platz vier änderte sich im Vergleich zu Maasmechelen nicht: Thibau Nys (Baloise – Het Poetsbureau Lions) hielt zu früh die Beine still und verspielte so den Sprung aufs Podest, das er als Zweiter im Gesamtweltcup vor Vandeputte aber trotzdem besteigen durfte. Als Fünfter erreichte Toon Aerts (Charles Liegeois – Deschacht) das Ziel.

Mit rund 29km/h wickelte van der Poel seinen Wettkampf ab. “Ich hatte gute Beine, gestern auch schon. Ich habe in Spanien hart gearbeitet, um in Form zu sein. Und es scheint, als hätte das geklappt“, erklärte der 31-Jährige im Ziel-Interview. Weil er meist nur eine verkürzte Crosssaison fährt, ist der Gesamtsieg im Weltcup für ihn noch etwas Besonderes: “Ich gewinne ihn erst zum zweiten Mal. Ich freue mich, dass es geklappt hat. Es war natürlich nicht einfach, weil ich nicht alle Rennen gefahren bin“, so van der Poel, der an acht der zwölf Events teilgenommen und alle zu seinen Gunsten entschieden hatte.

Nys war nach dem Rennen unzufrieden. “Ich bin enttäuscht, mehr kann ich nicht sagen“, gab er zu Protokoll, bevor er doch noch weitersprach. “Einen Plan gab es eigentlich nicht. Es war so schnell, dass wir alles auf die letzte Runde setzen mussten. Ich hatte das Gefühl, dass ich der Stärkste war und es ist schade, dass ich den zweiten Platz nicht sicherstellen konnte“, meinte der Belgische Meister. Dass nach Del Grosso auch dessen Teamkollege noch an ihm vorbei spurtete, passte ihm ebenfalls nicht. “Das war aber mein eigener Fehler. Ich hätte einfach bis zur Ziellinie weitersprinten müssen“, gab er zu.

Deutsche Fahrer waren in Hoogerheide nicht am Start. Bester deutschsprachiger Athlet wurde Kevin Kuhn (Heizomat – Cube). Der Schweizer Meister wurde 13., seinen Teamkollegen Mees Hendrikx verließen nach starker erster Rennhälfte im Finale etwas die Kräfte. Der Niederländer kam direkt nach seinem Mannschaftsgefährten ins Ziel.

So lief der Weltcup in Hoogerheide:

Nys nahm das Feld auf dem trockenen Parcours in Hoogerheide nach dem Start ins Schlepptau. Gegen Ende der Runde wurde er zunächst von Hendrikx und dann von Joris Nieuwenhuis (Ridley) abgelöst. Zur ersten Zielpassage kam eine Gruppe von 34 Fahrern.

Del Grosso setzte sich von diesem Pulk gegen Ende des zweiten Umlaufs ab. Auf der ansteigenden Zielgerade sprintete sein Teamkollege van der Poel die Lücke zu und nahm dabei 15 Kontrahenten mit. Die Gruppe war nun aber in die Länge gezogen und als der Weltmeister wenig später erstmals die erste Position übernahm, entstanden sofort Risse. Del Grosso ging zunächst als einziger mit, schüttelte am Ende einer langen gerade aber schon mit dem Kopf und steckte danach auf. Um ihn formierte sich eine neunköpfige Verfolgergruppe, die mit 15 Sekunden Rückstand auf die 4. von neun Runden ging.

Aus dem Nonett lösten sich anschließend Nys, Del Grosso und dessen Teamkollege Vandeputte. Hendrikx verpasste knapp den Anschluss, den er allerdings auf der Zielgerade mit Aerts, Nieuwenhuis, Felipe Orts (beide Ridley) und Jente Michels (Alpecin – Premier Tech) wiederherstellen konnte. In dieser großen Gruppe wollte nun niemand in den Wind, wodurch wenig später weitere Athleten Anschluss fanden. Diese Gruppe wies bei der nächsten Zielpassage 46 Sekunden Rückstand auf.

Bei der nächsten Durchfahrt aus der Start-Ziel-Gerade war der Abstand auf genau eine Minute angewachsen. Inzwischen hatten sich 13 Verfolger zusammengefunden, dazu gehörten auch die beiden Heizomat-Stars, die mit ihren Begleitern eine weitere Runde später nochmal 21 Sekunden auf van der Poel preisgeben mussten. Im achten Umlauf wuchs die Gruppe um weitere drei Athleten an. Im schweren Schlussteil des Kurses verschärfte Del Grosso das Tempo und er ging mit Nieuwenhuis am Hinterrad auf die Schlussrunde.

Auch dieser Versuch brachte keine Vorentscheidung, aber den zurückkehrenden Crossern waren die Strapazen des Rennens nun doch anzusehen und es entstanden immer größere Lücken. Nys attackierte als Nächster und bekam unfreiwillige Schützenhilfe von Nieuwenhuis, der hinter dem Belgischen Meister Probleme mit den Pedalen hatte. Trotzdem blieben neun Gegner an Nys‘ Hinterrad. Während um Platz zwei noch anderthalb Minuten gekämpft werden sollte, rollte van der Poel schon als Sieger ins Ziel.

Dahinter ging Nys als Erster in den Schlussteil. Den verließ er auch über die Traverse an der Spitze. Im Sprint auf der ansteigenden Zielgerade kamen aber Del Grosso und im letzten Augenblick auch noch Vandeputte am Baloise-Star vorbei.

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