Änderungen in Anfangsphase, bekanntes Finale

Die Strecke der 117. Auflage von Mailand-Sanremo

Von Felix Mattis

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Die Streckenkarte des 117. Mailand-Sanremo | Foto: RCS Sport

20.03.2026  |  (rsn) – Zum vierten Mal wird die "Primavera" an diesem Samstag nicht in Mailand gestartet: Nachdem man 2023 bereits nach Abbiategrasso vor die Tore der Metropole gegangen war, beginnt Mailand-Sanremo (1.UWT) seit 2024 nun in Pavia. Allerdings wird die Strecke der 117. Auflage des ersten Monumentes der Saison in diesem Jahr beinahe wieder so lang sein wie früher mit dem Start direkt im Herzen Mailands.

298 Rennkilometer stehen am 21. März auf dem Programm. Inklusive der Neutralisation von 3,8 Kilometern heraus aus dem Startort kommen die Profis am Samstag also wieder über die 300-Kilometer-Marke.

Grund für die Verlängerung der Strecke im Vergleich zum Vorjahr sind Änderungen in der Anfangsphase: Es geht aus Pavia zunächst nicht direkt gen Süden, sondern in west-südwestlicher Richtung aus der Stadt heraus. Das sorgt für etwas mehr Zickzack in Richtung Tortona, das nach gut 80 Kilometern daher etwas später erreicht wird als in den vergangenen drei Jahren. Von dort geht es auf bekanntem Weg nach Ovada an den Fuß des Passo del Turchino auf dem anschließend 532 Meter über dem Meer nach 148 Kilometern der höchste Punkt des Rennens erreicht wird.

Nach der Turchino-Abfahrt bleibt alles wie gehabt: In Voltri erreicht das Peloton die Küste und biegt gen Westen auf die Via Aurelia ab, der es bis Rennkilometer 270 folgt – weitgehend flach, aber eben doch auch mit den drei das Finale einläutenden Hügeln Capo Mele (1,8 km bei 3,6% - maximal 7%), Capo Cervo (2,1 km bei 2,5% - maximal 6%) und Capo Berta (2,0 km bei 6,3% - maximal 9%) nach 246, 251 beziehungsweise 259 Rennkilometern.

Die drei Capi: Mele, Cervo und Berta. | Grafik: RCS Sport

Dort spätestens dürfte das Tempo im Peloton in die Höhe schnellen. Die Teams werden im Kampf um die besten Positionen vor dem ersten Schlüsselpunkt ein wahres Kräftemessen ihrer Züge veranstalten – ähnlich der Vorbereitung eines Massensprints – bis in San Lorenzo al Mare Rennkilometer 210 erreicht wird. Dort biegt die Strecke von der Via Aurelia rechts ab und es geht durch eine Engstelle aus dem Ort hinaus in die schwerste Steigung des Tages hinein: die Cipressa.

Wer hier schlecht positioniert ist, könnte bereits all seine Chancen auf den Sieg verspielt haben. Denn auf den folgenden 5,6 Kilometern überwinden die Fahrer 234 Höhenmeter und es geht mit durchschnittlich 4,1 Prozent bergauf – bei einer Maximalsteigung von neun Prozent nach rund 3,5 Kilometern des Anstiegs. Bei durch die starken Bergfahrer und ihre Teams angeschlagenem Höllentempo reiht sich das Peloton an der Cipressa meist wie an einer Perlenkette auf – bis die durch den Angriff eines der Favoriten zerreißt.

Nach der Kuppe folgt eine zwar kurvige, aber doch extrem schnelle Hochgeschwindigkeitsabfahrt zurück an die Küste und auf die Via Aurelia, wo es für die folgenden 9,1 Kilometer nochmal überwiegend flach wird – Zeit sich nochmal zu sortieren, Lücken zu schließen und Zusammenarbeit zu organisieren, um Angreifer zurückzuholen, gleichzeitig aber auch die Kapitäne wieder neu zu positionieren. Denn bei Kilometer 288,7 geht es erneut rechts von der Via Aurelia ab und der Anstieg zum Poggio di Sanremo beginnt (3,7 km bei 3,7% - maximal 8%).

Die entscheidenden Anstiege: Cipressa und Poggio. | Grafik: RCS Sport

Wieder reiht sich das Peloton wie an einer Perlenkette auf und durchfährt in der ersten Hälfte des Anstiegs drei Haarnadelkurven – die trotz der ansteigenden Straße teilweise sogar angebremst werden müssen. Es ist aufgrund des hohen Tempos in der ersten Hälfte des Poggios extrem schwer, Positionen gutzumachen, die man vorher auf der Via Aurelia im Positionskampf verloren hat.

Nach der dritten Spitzkehre dann geht es durch eine langgezogene Linkskurve, die oft für erste Angriffsversuche genutzt wird – danach führt die Via Duca d'Aosta, so heißt die Straße hinauf auf den Poggio offiziell, fast geradeaus in Richtung Kuppe. Auf diesem Stück erreicht der Anstieg auch seine steilste Stelle mit acht Prozent, nach einem kurzen Flachstück.

Ganz oben angekommen, geht es an der berühmten 'Telefonzelle' im Ort Poggio bei Kilometer 292,4 und 160 Meter über dem Meer spitz links weg in die technisch sehr anspruchsvolle Abfahrt hinunter nach San Remo. Sieben Spitzkehren und viele weitere Kurven gilt es in Ideallinie zu umrunden, bevor die Fahrer 2,2 Kilometer vor dem Ziel zurück auf die Via Aurelia kommen. Bis zum Schlusskilometer heißt es dann geradeaus, es folgen eine weite 90-Grad-Links und eine weite 90-Grad-Rechtskurve auf die Zielgerade auf der Via Roma.

Das Streckenprofil von Mailand-Sanremo 2026. | Grafik: RCS Sport

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