Die Favoritinnen für Lüttich-Bastogne-Lüttich

Vollering will den dritten Sieg beim Ardennen-Klassiker

Von Jan Zesewitz

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Demi Vollering (FDJ United - Suez) und Puck Pieterse (Fenix - Premier Tech) kämpfen um den Sieg beim Flèche Wallonne | Foto: Cor Vos

25.04.2026  |  (rsn) – An der Mauer von Huy kristallisieren sich fast schon traditionell die Favoriten für das vierte Monument des Jahres heraus. Die diesjährige Austragung des Flèche Wallonne (1.WWT) bildet auch im Blick auf das Frauenrennen von Lüttich-Bastogne-Lüttich keine Ausnahme. Demi Vollering (FDJ United – Suez) zeigte, dass sie die aktuell stärkste Kletterin im Feld ist und geht als Topfavoritin in die zehnte Austragung des Frauenrennens von La Doyenne.

Die Niederländerin könnte sich mit einem dritten Erfolg zur alleinigen Rekordsiegerin küren, ein Spaziergang wird es für die 29-Jährige auf dem Weg nach Lüttich aber wohl kaum. Auch das zeigte die berühmte Mauer: Während es zunächst nach einem souveränen Sieg aussah, kam Vorjahressiegerin Puck Pieterse (Fenix – Premier Tech) auf den letzten Metern noch einmal gefährlich nahe. Die Favoritin dürfte gewarnt sein.

Basierend auf ihren bisherigen Ergebnissen in dieser Saison kann aber auch das Selbstvertrauen der Europameisterin auf seinem Höhepunkt liegen: Sie gewann die Valencia-Rundfahrt (2.Pro) zum Auftakt und feierte auch bei Omloop Nieuwsblad, der Flandern-Rundfahrt und eben beim Wallonischen Pfeil große Siege. 2023 gelang Vollering das Ardennen-Triple, diese Möglichkeit wurde ihr in diesem Jahr schon beim Amstel Gold Race genommen. Paula Blasi (UAE Team – ADQ) gewann das Rennen als Solistin, im Sprint um Platz zwei musste sich die Niederländerin auch Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon – SRAM – zondacrypto) geschlagen geben.

Kommt es wieder zu einem Sprint?

Pieterse, Blasi, Niewiadoma-Phinney – in dieser Reihenfolge kamen die Konkurrentinnen beim Flèche Wallonne hinter Vollering ins Ziel. Sie alle zählen auch am Sonntag zu den Favoritinnen und haben berechtigte Hoffnungen, die Topfavoritin zu schlagen.

In den vergangenen Jahren kam nie eine Solistin in Lüttich an, die Entscheidung fiel immer im Sprint. Ein Gebiet, in dem Vollering mit Sicherheit zu schlagen ist – so auch im vergangenen Jahr, als Kim Le Court (AG Insurance – Soudal) vor Pieterse, Vollering und Cédrine Kerbaol (EF Education – Oatly) gewann. Die Frau aus Mauritius kann ihren Titel nach einem Sturz bei Mailand-Sanremo nicht verteidigen, die anderen sind allesamt dabei.

Pieterse kann sich nach Platz zwei an der Mauer von Huy und einem dritten Platz bei der Flandern-Rundfahrt Chancen ausrechnen. Sie wartet ebenso auf ihren ersten Saisonsieg wie Niewiadoma-Phinney, die inzwischen schon drei zweite Plätze bei großen Eintagesrennen in dieser Saison verbuchen konnte. Beim Omloop unterlag sie Vollering im Sprint, beim Amstel Gold Race konnte sie die Niederländerin schlagen, es reichte doch nur für Platz zwei.

In Berg en Terblijt gewann Blasi, die nach der aktuellen Formkurve wohl eigentlich den zweiten Platz in der Favoritenliste verdient hätte. Die 23-Jährige feiert ihr Debüt bei La Doyenne, ist trotz ihrer Erfolge aber eher ein Darkhorse für den Ardennen-Klassiker. Ganz anders Pauline Ferrand-Prévot (Visma – Lease a Bike). Die Fähigkeiten der Französin sind hinlänglich bekannt, die vielen Anstiege auf dem Weg nach Lüttich kommen ihr mehr entgegen als der explosive Anstieg zur Mauer von Huy, wo sie Siebte wurde.

Mannschaftsstärke ein wesentlicher Faktor

Mit Femke de Vries und Sarah van Dam hat Ferrand-Prévot formstarke Helferinnen an ihrer Seite. In Sachen Rennkontrolle werden wohl die meisten Teams zu FDJ um die Topfavoritin Vollering blicken. Mit Strade-Bianche-Siegerin Elise Chabbey hat sie wohl die stärkste rechte Hand an ihrer Seite, die ihren Wert auch beim Flèche Wallonne bewies. Die Dominanz von FDJ United – Suez kann ein entscheidender Faktor werden.

Blickt man auf die Mannschaftsstärke in der Startliste, fällt der Blick immer auch auf SD Worx – Protime. Mit Anna van der Breggen und Lotte Kopecky hat die niederländische Equipe zwei Siegkandidatinnen in ihren Reihen. Van der Breggen gewann das Rennen schon zweimal – 2017 und 2018, Kopecky wurde im vergangenen Jahr Fünfte. Dass zwei ehemalige Weltmeisterinnen erst so spät eine Erwähnung finden, spricht für die Entwicklung im Frauenradsport und die aktuelle Formstärke von Vollering und Co.

Auch die aktuelle Trägerin des Regenbogentrikots muss sich mit einer Rolle in der zweiten Reihe zufriedengeben. Magdeleine Vallieres (EF Education – Oatly) wartet nach ihrem Coup in Kigali noch auf den ersten Sieg als Weltmeisterin, zeigte sich aber beim Wallonischen Pfeil sehr formstark. Der Ardennen-Klassiker dürfte der Kanadierin liegen, ein Topergebnis konnte sie dort allerdings noch nicht erzielen.

Liane Lippert (Movistar) landete in Lüttich schon dreimal unter den ersten Zehn und sollte auch in diesem Jahr die größte deutsche Hoffnung auf ein Topergebnis sein. Beim Flèche Wallonne und dem Amstel Gold Race fehlte ihr zur absoluten Weltspitze ein Stück, sie bräuchte viel Glück um es mit den Favoritinnen um Vollering und Co. an der Cote de la Redoute und den vielen anderen Anstiegen aufzunehmen.

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