Niederländerin gewinnt 29. Fléche Wallonne

Vollering rettet sich vor Pieterse an der Mur ins Ziel

Von Matthias Seng

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Demi Vollering (FDJ United – Suez, li.) gewinnt gegen Puck Pieterse (Fenix - Premier Tech) den Flèche Wallonne Femmes.| Foto: Cor Vos

22.04.2026  |  (rsn) – Demi Vollering (FDJ United – Suez) hat sich in einem packenden Finale an der Mur de Huy ihren zweiten Sieg beim Flèche Wallonne Femmes (1.WWT) gesichert und sich dabei für ihre Vorjahresniederlage an Puck Pieterse (Fenix – Premier Tech) revanchiert.

Die 29-jährige Niederländerin entschied die 29. Ausgabe des Ardennenklassikers über 148,2 Kilometer mit Start und Ziel in Huy knapp vor ihrer Landsfrau für sich, nachdem sie bereits im unteren Teil der 1,3 Kilometer langen Rampe die Initiative ergriffen hatte und nach einer Tempobeschleunigung 500 Meter vor dem Ziel bereits wie die sichere Siegerin aussah. 

Pieterse hatte sich ihre Kräfte aber gut aufgeteilt und kämpfte sich auf den letzten Metern noch an Vollerings Hinterrad, ohne allerdings an ihrer Gegnerin noch vorbeiziehen zu können.

Nach einer erneut beeindruckenden Vorstellung sicherte sich Amstel-Gold-Siegerin Paula Blasi (UAE – Team ADQ) mit drei Sekunden Rückstand vor der der Polin Katarzyna Niewiadoma-Phinney (Canyon – SRAM – zondacrypto / +0:06) und der Niederländerin Anna van der Breggen (SD Worx – Protime / +0:11), die mit sieben Siegen in Serie den Rekord beim Flèche Wallonne der Frauen hält. 

"Ich bin sehr glücklich darüber gewonnen zu haben – und das auf eine beeindruckende Weise, wie ich finde. Ich habe keine Ahnung, was hinter mir passiert ist, ich habe nie zurückgeschaut. Kurz vor der Ziellinie habe ich mich umgedreht und habe Puck gesehen. Da dachte ich mir: ‚Oh mein Gott, da kommt ein Sprint auf mich zu.‘ Ich habe einfach auf meine Pace vertraut und wollte nach dem Rennen nichts bereuen", schilderte Vollering im Ziel-Interview das Finale, in dem es noch eng für sie wurde. "Ich bin so stolz auf die Mädels, das war ein richtig harter Tag für sie. Aber wir haben das super gemacht, ich hatte immer das Gefühl die Kontrolle zu haben", fügte sie nach ihrem sechsten Saisonsieg an.

"Ich war gut positioniert, sogar noch besser als letztes Jahr“, erklärte die knapp geschlagene Pieterse im Gespräch mit Sporza. "Aber Demi fuhr so ??schnell, dass ich mein eigenes Tempo fahren und hoffen musste, dass sie einbricht." Den Gefallen tat ihr die Europameisterin zwar nicht, dennoch wurde es auf den letzten Metern nochmals spannend. "Ich habe dann versucht, meinen Sprint zu timen, und war überraschend nah dran“, sagte Pieterse, für die es dann aber doch nicht mehr langte. "Ich dachte einen Moment lang, es könnte klappen, aber Demi war die Stärkste.“

Auf Rang sechs folgte Weltmeisterin Magdaleine Vallières (EF Education – Oatly / +0:14) vor der Französin Pauline Ferrand-Prévot (Visma – Lease a Bike / +0:28), die vor zwölf Jahren den Fléche Wallonne bereits hatte gewinnen können.

Eine starke Leistung zeigte die Österreicherin Mona Mitterwallner (Human Powered Health / +0:49), die Rang zwölf belegte. Beste der fünf deutschen Starterinnen war Liane Lippert (Movistar), die sich nach Platz zwei im Jahr 2023 und Rang fünf aus dem Vorjahr diesmal aber mit dem 14. Rang (+0:55) begnügen musste.

So lief der 29. Flèche Wallonne Femmes:

Im Gegensatz zu den Männern mussten die weiblichen Profis die berühmte Mur de Huy nur zweimal bewältigen. Bei strahlendem Sonnenschein nahmen die Fahrerinnen aus 21 Teams am frühen Nachmittag den über neun kategorisierte Anstiege führenden zweiten der Ardennenklassiker in Angriff.

Nach schnellem Beginn bildeten Lotte Claes (Fenix - Premier Tech) und Malou Eisen (VolkerWessels), eine kleine Spitzengruppe, aus der sich die Niederländerin bereits 100 Kilometer vor dem Ziel verabschiedete, um knapp 20 Kilometer später mit zehn weiteren Verfolgerinnen dann aber wieder zur Belgierin aufzuschließen.

In der neuen Spitzengruppe mit dabei war auch Ricarda Bauernfeind (Lidl – Trek), die sich mit ihren Fluchtkolleginnen aber nicht lange vorn halten konnte. Danach versuchten es Katrine Aalerud (Uno-X Mobility) und Axelle Dubau-Prévot (EF Education – Oatly) und konnten sich immerhin rund 40 Sekunden Vorsprung herausfahren.

Das Streckenprofil des 29. Flèche Wallonne Femmes | Foto: Veranstalter

Die Favoritinnen ließen sich davon aber nicht beunruhigen. Lidl – Trek und Visma – Lease a Bike spannten sich vor das Feld, das die Norwegerin und die jüngere Schwester von Pauline Ferrand-Prévot schließlich an der letzten Überquerung der Cote de Cherave stellten. Elise Chabbey spannte sich hier für ihre Teamkollegin Vollering vor die schnell kleiner werdende Spitzengruppe, die schließlich aus nur noch knapp 20 Fahrerinnen bestand, darunter alle Favoritinnen.

Vollerings Helferinnen Juliette Berthet und Chabbey führten die Gruppe in die Schlusssteigung hinein, ehe die Europameisterin schon knapp 700 Meter vor dem Ziel die Führungsposition übernahm und mit beständig hohem Tempo die Gruppe auf nur noch sieben Fahrerinnen weiter ausdünnte.

Auf den letzten 500 Metern riss Vollering schließlich eine Lücke, die dann auf den letzten Metern die noch stark aufkommende Pieterse aber fast noch geschlossen hätte. Doch die Vorjahreszweite rettete sich knapp vor der Vorjahressiegerin ins Ziel, kurz darauf sicherte sich die starke Blasi noch Platz drei und bestätigte damit ihren Sieg vom Sonntag auf eindrucksvolle Weise. Dagegen verpasste Niewiadoma- Phinney das Podium – und van der Breggen war als Fünfte ein ganzes Stück von einem achten Mur-Triumph entfernt.

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