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27.05.2026 | (rsn) – Den Grand Départ 2029 nach Deutschland zu holen, das ist ab jetzt auch Sache von German Cycling. Wie der ehemalige Bund Deutscher Radfahrer am Dienstag bekanntgab, fungiert der Nationalverband von nun als offizieller Träger der deutschen Bewerbung bei der ASO. Der Verein Grand Départ Allemagne e.V. (GDA) sei dem deutschen Radsport-Dachverband als Mitglied beigetreten und damit übernehme German Cycling eben jene Trägerschaft – GDA führe die Bewerbung aber "als Initiative von German Cycling operativ fort", heißt es in der Pressemitteilung.
Auch die Bundesländer Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen würden derzeit Möglichkeiten und Umfang einer Beteiligung an dem Vorhaben, die Frankreich-Rundfahrt in drei Jahren in Deutschland starten zu lassen, sondieren.
Im Jahr 2029 feiert Deutschland 40 Jahre Mauerfall, was auch Tour-de-France-Chef Christian Prudhomme als reizenden Anlass empfindet, dort zu starten. In den aktuell kritischen Zeiten ein Zeichen für ein "vereintes Europa" zu setzen, zum Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung, das ist in etwa die Kragenweite, in der die ASO mit der Tour de France denkt.
Vor allem deshalb ist wohl die 2030 im Logo des GDA inzwischen der 2029 gewichen – denn ursprünglich hatte man eigentlich 2030 für den Grand Départ im Hinterkopf. Allerdings hätten Prudhomme und die ASO wenn dann natürlich auch gerne Berlin mit an Bord, weshalb nun auch ein stilisiertes Brandenburger Tor Teil des Logos wurde. Auf der Homepage der GDA dagegen stehen drei vorgeschlagene Etappen von Dresden nach Jena, Erfurt nach Magdeburg und Halle an der Saale nach Leipzig. Es ist natürlich noch viel zu tun, zumal ein Grand Départ ein großes Investment der Region wäre:
Laut einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung aus dem März müssten Kosten von bis zu 25 Millionen Euro gestemmt werden, wovon laut Thomas Hofmann, dem GDA-Vorsitzenden, "ein Drittel mit privaten Sponsoren" abgedeckt werden solle. Bleiben also mindestens 16 Millionen Euro aus der öffentlichen Hand.
Der Verein Grand Départ Allemagne treibt die grundsätzliche Bewerbung seit Beginn des Jahres 2025 voran. "Unter der Leitung von Dr. Thomas Hofmann und Andreas Prokop verantwortet der Verein die strategische, kommunikative und operative Arbeit der Bewerbung und steht im Dialog mit den Bundesländern, Kommunen und Partnern aus Sport, Wirtschaft und Politik. Mit dem Beitritt zu German Cycling verankert sich die Initiative im organisierten deutschen Radsport. Beide Organisationen arbeiten bereits seit Gründung des Vereins eng zusammen, mit der Mitgliedschaft wird die Zusammenarbeit nun zusammengeführt und formalisiert", heißt es in der Pressemitteilung des Verbandes nun.
"Mit German Cycling als Träger haben wir die Aufstellung, die ein Projekt dieser Größe braucht", ließ sich Dr. Thomas Hofmann, der Vorsitzende des Vereins und Präsident beim Sächsischen Radfahrer-Bund, dort zitieren und German-Cycling-Präsident Bernd Dankowski meinte: "Als Träger dieser Bewerbung übernimmt German Cycling Verantwortung für ein Projekt mit Strahlkraft weit über den Spitzensport hinaus."
Wichtiger Unterstützer, das betonten zuletzt Hofmann und Prokop im Gespräch mit dem MDR, ist auch der ehemalige deutsche Außenminister und Ex-Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, Rudolf Scharping. Er stellte und stellt den Initiatoren des Projekts Kontakte sowohl bei der ASO als auch in der Politik her. Auch Scharping wurde in der Pressemitteilung in seiner Funktion als Ehrenpräsident von German Cycling zitiert:
"Vierzig Jahre nach dem Fall der Mauer und der Friedlichen Revolution sowie 240 Jahre nach der französischen Revolution wäre ein Grand Départ in Deutschland weit mehr als ein sportliches Großereignis – er stünde für Freiheit, europäische Verbundenheit und die verbindende Kraft des Sports. Mit Grand Départ Allemagne unter dem Dach von German Cycling steht ein Team bereit, das Verantwortung übernimmt und aus der Bewerbung mehr machen will als ein Event: einen Impuls für den Radsport in ganz Deutschland."