Vorschau auf die Renewi Tour 2026

Sprinter sind die Blickfänger und potenzielle Gesamtsieger

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Sprinter sind die Blickfänger und potenzielle Gesamtsieger"
Arnaud De Lie (Lotto - Intermarché) gewann die Rundfahrt 2025. | Foto: Cor Vos

18.08.2026  |  (rsn) – Von Diest nach Leuven und komplett auf belgischem Grundgebiet wird vom 19. bis zum 23. August die 21. Ausgabe der Renewi Tour (2.UWT) ausgetragen. Rekordsieger Tim Wellens (UAE – Emirates – XRG) musste seine Teilnahme krankheitsbedingt absagen, Titelverteidiger Arnaud De Lie (Lotto – Intermarché) geht mit der Nummer 1 auf dem Rücken ins fünftägige Rennen.

Das findet nach bekanntem Muster statt: Auf zwei Flachetappen folgt ein typisch flämisches Teilstück, das an den Vesten der Muur van Geraardsbergen kulminiert. Am vierten Tag steht ein Ritt durch das Vorland der Ardennen auf dem Programm und die Rundfahrt endet mit der bekannten hügeligen Runde in Leuven.

Große Zeitabstände gibt es bei der Renewi Tour meistens nicht, die schwerste sollte die Etappe durch Flandern sein. Dementsprechend darf man davon ausgehen, dass vor allem die Klassikerspezialisten um den Gesamtsieg kämpfen werden. Bonussekunden könnten am Ende eine Rolle spielen – und so ist der Titelverteidiger wieder einer der Hauptanwärter auf den Platz ganz oben auf dem Podium. Der zeigte gerade in Hamburg als Zehnter, dass die Beine nicht schlecht sind – auch wenn der Sprint dort nicht so lief, wie sich der Wallone das erhofft hatte.

Über den war Laurence Pithie wohl zufriedener. Der Neuseeländer im Dienste von Red Bull Bora – hansgrohe wurde in der Hansestadt Dritter und fährt die gesamte Saison schon auf konstant hohem Niveau. Es wäre eine Überraschung, wenn er nicht auch in Belgien wieder vorn dabei wäre. Mit Nico Denz und Emil Herzog hat er zwei Deutsche an seiner Seite, außerdem unterstützen ihn die van-Dijke-Zwillinge, Arne Marit und Frederik Wandahl.

Da er erst sein drittes Saisonrennen bestreitet, könnte man Tiesj Benoot fast vergessen. Nach seinem Wechsel von Visma – Lease a Bike zu Decathlon – CMA CGM musste der Belgier eine Verletzung ausheilen. Seinen Einstand im neuen Trikot gab er bei der Tour de Suisse (2.UWT), danach folgte die Tour de France, die er als 17. abschloss. In der Heimat ist der Allrounder immer im Bilde, auch wenn der Kurs dieses Jahr etwas zu leicht für ihn sein könnte, wird er sicherlich eine Rolle spielen. Ebenfalls in Vergessenheit geraten ist nach zwei Monaten Rennpause fast Corbin Strong. Der Kiwi ist sehr inkonstant und schlägt meistens dann zu, wenn keiner mit ihm rechnet. Der Parcours der Renewi Tour sollte ihm passen.

Ein interessantes Aufgebot bringt Netcompany – Ineos mit nach Belgien. Neben Magnus Sheffield kann sich dort auch Ben Turner eine vordere Platzierung im Klassement ausrechnen. Der Brite hat zwar nur Gesamtrang 78 bei der Czech Tour (2.Pro) hinter seinem Namen stehen, als Sprintzweiter zum Auftakt und Berghelfer in mehreren Finals konnte sich der 27-Jährige in Tschechien aber äußerst gut in Szene setzen. Auch Alberto Bettiol (XDS – Astana) zeigte im Osten Europa starke Form. Bei der Polen-Rundfahrt (2.UWT) belegte der Italiener den neunten Gesamtrang.

Die Sprinter

Der Blickfänger der Renewi Tour sind aber nicht die Favoriten auf den Gesamtsieg, sondern die Sprinter. Es fehlt Hamburg-Sieger Paul Magnier (Soudal – Quick-Step), doch mit Tim Merlier hat seine Mannschaft ausgezeichneten Ersatz geschickt. Der ehemalige Weltklassecrosser wird sich mit Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech), Olav Kooij (Decathlon – CMA CGM), Jonathan Milan (Lidl – Trek) und Dylan Groenewegen (Unibet – Rose Rockets) messen müssen.

Auch die zweite Reihe der schnellen Männer ist unheimlich stark besetzt. Biniam Girmay (NSN), De Lie, Pavel Bittner (Picnic – PostNL), Pithie, Sören Wärenskjold, Turner und Arvid de Kleijn (Tudor) sorgen für ein Sprinterfeld, auf das die meisten Grand Tours neidisch sein können.

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